Was den Genuss – das heisst, die Übereinstimmung mit der Natur und dem eigenen Geist – verkleinert:

– Verdrängung, Illusion, Lügen, selektive Wahrnehmung

– Pflanzen, Tiere, Dinge und Menschen unter einem Gesichtspunkt betrachten, in dem ich über ihnen stehe, d.h. Ideen, durch die ich mich selber mehr bejahe als sie

– mich selber belügen, um vor mir selber besser dazustehen, andere belügen, um vor diesen besser dazustehen

– auf das Fühlen von Neid mit Herabsetzung des andern reagieren, bzw. das, worauf ich neidisch bin, für wertlos erklären, ignorieren, zerstören, oder verbieten.

– meine Aufmerksamkeit gefangen nehmen lassen durch kurzfristige Reize, die inhaltslos sind (vorzüglich durch eine Maschine).

– mir Illusionen machen, zum Beispiel die, die Wirklichkeit, in der ich lebe, sei nur eine vorläufige

– über Produkte oder Ideen nachsinnen, die nur mich selber bejahen, die Natur aber herabwürdigen

– danach streben über andere zu bestimmen mit dem Ziel, dadurch zu Ehre und Reichtum zu kommen

– nach Erfolg streben, durch den ich nur mich selber bejahe, aber die Gemeinschaft und die Natur schädige

– die Ruhe fliehen und in der Rastlosigkeit leben

– durch Produkte leben, die die Rastlosigkeit vergrössern

Anmerkung:

Sich selber bejahen ist sicher eine gesunde Einstellung, nur sollte die eigene Bejahung nicht die Verneinung des andern bedeuten.

Sich selber nicht weniger bejahen, als den andern, würde ich sogar zu den Tugenden rechnen.

Wie kann ich meinen Genuss vergrössern?

Mit Genuss meine ich die Übereinstimmung mit der Natur, und dem eigenen Geist.

– die Ruhe pflegen, mich der Ruhe aussetzen, denn sie ist an sich Spiritualität, d.h., sie lädt dazu ein, mich selbst und die Welt unter ausgeweiteten Gesichtspunkten wahrzunehmen, auch deshalb, weil in der Ruhe etwas auf mich wirkt, und nicht, wie in der Bewegung (Aktivität), vorwiegend ich auf das andere wirke.

– Essen, Trinken, Kleidung, Wohnen, nach Möglichkeit auch die Arbeit, in einen tieferen Zusammenhang einbetten: alles wird schal und abgedroschen, wenn es bloss unter dem Gesichtspunkt von Unterhaltung, Macht, oder Begehrt werden existiert. Das Zusammenhangslose, Oberflächliche, Beliebige hat weder langwährende Freude in sich, noch Stil, noch Geist oder Religion.

– wenn ich danach strebe, möglichst wenig zu haben, aber von guter Qualität, kann ich damit das Streben nach Sinnlichkeit, Genuss und Ruhe unterstützen

– das Funktionelle mit dem Schönen verbinden, und nicht im einen Teil des Lebens (räumlich und zeitlich) der reinen Funktionalität und Rationalität frönen, unter Ausschluss des Schönen, des Gemütes und des Genusses und im anderen Teil des Lebens das dann nachholen wollen. Das Leben nicht auseinander fallen lassen in eine Zeit der reinen Funktionalität, und in eine Zeit, die dem Schönen und Angenehmen gewidmet ist

– von dem lernen, der eine andere Meinung hat

Das Streben nach Befriedigung kann kurzfristig oder langfristig angelegt sein

Der Mensch neigt dazu, den kurzfristigen Vorteil (Lust) über den langfristigen Nachteil zu setzen. Er kann sich zum Beispiel durch übermässiges Essen oder Beanspruchung des Körpers für den Moment eine Befriedigung verschaffen, hat aber eventuell den Nachteil eines langfristig ruinierten Körpers.

Mein Wollen, und Begehren – das, was ich will – kann von oberflächlichen und widersprüchlichen Gelüsten und Ideen geleitet sein. Durch Überlegung kann ich meine Wünsche und Begierden beeinflussen: einem Antrieb einen Gegenantrieb entgegensetzen.

Angst

ist das Empfinden einer Gefahr, einer Bedrohung; das Gefühl einer möglichen Beeinträchtigung der eigenen Person.

Nicht alle Menschen haben vor dem gleichen Angst, bzw. empfinden das Gleiche als Gefahr: Die einen haben Angst vor Spinnen und Mäusen, die andern davor, allein in einem dunklen Wald zu sein. Die Ängste – wie das, zu dem man Liebe empfindet – können vielleicht insofern gesteuert werden, als sie einen Zusammenhang mit Einbildungen und Illusionen haben können.  

Die Gefährdung von Leib und Leben löst im Allgemeinen Angst aus. Aber etwas Kleineres zu verlieren als das Leben, kann auch Angst auslösen: zum Beispiel einen Vorteil, das Gesicht, eine Lust, das Ansehen, die Geltung, den Schein.

Durch das, wodurch ich etwas verlieren könnte, fühle ich mich bedroht, ich habe Angst davor.

Die Lüge hat Angst vor der Wahrheit; Angst vor einem schlechten Gewissen. Angst ist Leere.

Die Spiritualität einer Religion verhält sich umgekehrt proportional zu ihrer Finanzkraft

Gehen wir von diesem Satz aus ist der Islam in der Spiritualität Spitzenreiter, das Christentum war in früheren Jahrhunderten diesbezüglich leichter einzuschätzen, weit abgeschlagen am Schluss finden wir das Judentum.

Weltreligion und Finanzimperium das verträgt sich einfach sehr schlecht – und was wir einer Sekte (zum Beispiel Scientology) zugestehen, dürfen wir sicher etwas nicht zugestehen, das sich Weltreligion nennt.

In diesem Zusammenhang ist es interessant darauf hinzuweisen, welchen Vorteil die politisch-religiöse-jüdische Glaubensgemeinschaft gegenüber anderen Parteien hat: sie wird zusätzlich als Weltreligion, und diskriminierte Minderheit (2500 Jahre Opferrolle plus Holocaust®) wahrgenommen – was dieser Interessengemeinschaft (Partei, Volk, Stamm) unheimliche Vorteile beschert hat, einsamer Gipfelpunkt: die Errichtung eines eigenen Staates auf fremdem Territorium.

Von Weltreligion dürfen wir beim Judentum sicher in dem Sinne sprechen, dass das Finanzimperium international ist.

Ein aufgeweckter Zeitgenosse hat geschrieben, das Judentum werde als Ghetto wahrgenommen und betreibe selber gleichzeitig das wohl größte Ghetto der Welt“ das ist doch sehr pointiert ausgedrückt.

Kein eigenes Sein haben?

Angenehme Gefühle bedeuten Übereinstimmung mit mir selber – allerdings müssen Freude, Lust, Zufriedenheit nicht auf Vorstellungen und Ideen zurückgehen, die eine Übereinstimmung mit der Natur, dem Menschen, und der Wahrheit bedeuten.

Der Selbstherrliche, Willkürliche, Widersprüchliche steht geistig nicht auf eigenen Füssen: sein Selbstwertgefühl, und sein Sinn kommen nicht daraus, dass er seiner unendlichen Wirklichkeit und Zusammenhänge bewusst wird – sondern sie kommen daraus, dass er sich auf jemand anders bezieht, und sich ihm gegenüber überlegen fühlt.

Mein Denken und Fühlen besteht daraus, wie ich das andere denke und fühle: Ich kann es durch ein Wollen denken und fühlen, anstatt durch Aufnehmen, Empfangen, Einsehen, auf-mich-wirken-Lassen – so kann ich mich zum Absoluten machen: quasi bestimmen, was es ist. Auf diese Weise ist der Sinn der Welt und der anderen Menschen, mir einen Sinn zu geben, ohne dass ich sie würdige, oder erfasse.

Mein Denken und Fühlen, das auf Widersprüchen, Lügen, und Machtansprüchen beruht, ist mein eigenes Sein – aber Widersprüche, Lügen, und Herabwürdigung haben kein eigenes Sein; sie bedeuten, jemandem das Sein zu stehlen, der Natur, andern Menschen, oder der Wahrheit: ich verneine, beschränke, oder zerstöre deren Existenz und füge meiner Existenz etwas hinzu: angenehme Gefühle aufgrund eines willkürlichen Wollens!

Freude und Liebe

Das synonym sein von Liebe und Freude liegt darin, dass das, wozu man sich hingezogen fühlt, meistens auch das ist, woran man sich freut.

Freude drückt mehr einen Zustand aus, Liebe mehr eine Beziehung.

Insofern Liebe Freude, Lust, Genuss ist, ist sie Übereinstimmung, das Gefühl von vereint sein, eins sein.

Man kann sich fragen, wie Liebe und Freude zu Zärtlichkeit stehen?

Liegt das Glück in der Herabwürdigung, oder in der Würdigung?

Der Herabwürdigende geht nicht von den Zusammenhängen des Seins aus, sondern von einem willkürlichen, absoluten Ich. Herabwürdigung hat nur eine beschränkte Übereinstimmung von Idee und Gegenstand – aber hat das irgendeine Relevanz für das Erreichen eines glücklichen Zustandes? Immerhin liegt das Glück – die Seelenruhe – schliesslich nicht im Wollen, was schon daraus ersehen werden kann, dass dieses auf die Zukunft gerichtet ist – Aufnehmen, Wahrnehmen, Einsehen, auf-sich-wirken-Lassen, aber Gegenwart ist.

Zum „Gläubigen“ müssen wir sagen, dass sein Sinn (seine Religion, sein Gott) selbstverständlich nicht ein Aufnehmen, Wahrnehmen, Einsehen, auf-sich-wirken-Lassen ist – denn sonst würde es sich nicht um glauben handeln! sein Sinn hängt also vollends an der Zukunft, und der damit verbundenen Hoffnung; insofern ist der Gläubige ein Wollender.

Dass Herabwürdigung – im Wert, in der Bedeutung herabsetzen, betrügen, schädigen – nicht eine Sache von Aufnehmen, Einsehen, Empfangen ist, sondern von zielgerichtetem Denken und Handeln, das heisst, einem Wollen, leuchtet ein. In Gegensatz dazu steht ein Ich, das danach strebt, das Sein des andern zu erfassen, um das eigene Sein zu bereichern, und den Genuss des eigenen Lebens zu vergrössern. Insofern ist das, was das eigene Leben bereichert, auch das, was das der andern bereichert.