Am Anfang war der Wille – das ist das Credo der semitischen Religion

Der Gegensatz zu «am Anfang war der Wille» ist «am Anfang war der – unendliche – Zusammenhang». Wobei, wohlverstanden, ein Zusammenhang, der unendlich ist, gar keinen Anfang haben kann.

Wollen ist Sein – allerdings nicht realisiertes Sein. Natürlich kann das, was gewollt wird, nur Akzidens (etwas Zusätzliches) sein, nicht die Substanz. Wenn allerdings gesagt wird, Materie sei ein Produkt des Wollens, fragt man sich, was die Substanz sei? Die Theologen sind nicht verlegen und sagen: Die Substanz sei rein geistig, genauer eine rein geistige Person, deren Wollen ewig sei, denn wenn es aufhören würde, würde auch das Person-sein aufhören: Es handle sich also um einen ewigen Willen, der einem ewigen Machtobjekt gegenübersteht.

Rein geistig heisst, es bestehe ein Bewusstsein oder ein Ich, das nicht durch einen Körper zusammengehalten wird und dass die Objekte des Bewusstseins nur im Geiste bestehen, aber trotzdem ein Wille vorhanden sei. Die rein geistige Person kann nicht räumlich gegen Materie abgegrenzt sein, weil sie – im Gegensatz zum Menschen – keinen Körper hat. Das heisst, diese Person kann nur über ihre Macht oder ihren Willen vorgestellt werden. Mit dem Wollen sind Ideen verbunden: Etwas, das anders sein soll. Das, was anders sein soll, können aber nicht die Ideen der rein geistigen Person sein – was aber ist es dann, das anders sein soll, denn ausserhalb der Gottperson kann es keine Ursachen geben.

Beim Menschen wird man misstrauisch, wenn das Objekt der Idee nur im Geiste besteht, bei der Gottperson hingegen ist Idee und Realität identisch, da nichts ausserhalb ihres Geistes existiert; das heisst: es kann gar nicht zwischen Idee und Objekt der Idee unterschieden werden. Natürlich entsteht so die Frage, was dann Wollen (Wille) bedeuten soll?

Die Sonne selber und die Idee der Sonne sind zwei verschiedene Realitäten. Welches ist das Wirken der Idee der Sonne und welches das Wirken der Sonne selber? Materie wirkt streng kontinuierlich, in einem stringenten Fluss, ihre unabsehbaren Teile wirken perpetuell und unabsehbar aufeinander – die verschiedenartigen Ideen, Vorstellungen oder Gedanken hingegen bedeuten eine Abfolge, die gleichsam Sprünge oder Hüpfer sind. Zusammengehalten werden sie durch das Bewusstsein und den zugehörigen Körper.

Ist Wollen ein Empfinden oder ein Denken? Beim Tier ist es bloss Empfinden, beim Menschen Empfinden und Denken – aber was ist es bei der Gottperson? Wollen ist Streben nach einem Realisierungsakt. Kann Streben nach einem Realisierungsakt als blosses Denken ohne Empfinden betrachtet werden? Einer reingeistigen Gottperson Empfindung zuzuschreiben, ist problematisch, weil Empfinden eine Nähe zu Körperlichkeit aufweist.

Das Wollen und das Gewollte. Beim Menschen gehören Wollen und das Gewollte zur selben Wirklichkeit, weil bei ihm Geist und Körper (Materie) eine Einheit bilden. Bei der Gottperson hingegen können Wollen und das Gewollte, das heisst Materie, nicht zur selben Wirklichkeit gehören, weil die Gottperson rein geistig sei. Wille und Macht seien zwar die Hauptmerkmale der Gottperson, aber sie existiere auch ohne die Objekte ihres Willens und ihrer Macht.

Beim Menschen bedeutet die Idee des Gewollten nicht unbedingt die Möglichkeit, Fähigkeit oder Macht zur Realisierung. Bei der Gottperson hingegen kann das, was anders sein soll, unumschränkt realisiert werden. Es fragt sich allerdings, was anders sein soll, wenn das, was existiert vollumfänglich auf ihren Geist oder ihr unendliches Bewusstsein zurückgeht und es keine Ursachen ausserhalb von ihr geben kann.

Beim Menschen können wir unterscheiden zwischen dem Wollen und der Tätigkeit, die zur Realisierung des Wollens oder des Zieles führt. Bei der Gottperson hingegen kann eine solche Tätigkeit nicht vorhanden sein, weil sie rein geistig ist. Wodurch aber findet dann die Realisierung statt? Wenn Wollen und Realisierung in eins zusammenfallen, gibt es kein Wollen mehr. Wollen bedeutet eigentlich, Verfolgen eines Zieles – was bei einer allmächtigen Gottperson mit unendlichem Bewusstsein eine grosse Ungereimtheit darstellt.

Kann ein Wesen eine Person sein, ohne ein Ich zu sein – diese Frage stellt sich bezüglich einer Person, der Allmacht, unendliches Bewusstsein und Unveränderlichkeit zugeschrieben werden und bei der die Spannung zwischen Möglichkeit und Wirklichkeit fehlt: Wo kein Werden ist, ist auch kein Ich – und damit keine Person im eigentlichen Sinn.

Wie ist es von reinem Geist zu Materie gekommen? Die Antwort der Theologen lautet: Durch den Willen der rein geistigen Gottperson. Bei Materie, Leben und Geist handle es sich nicht um einen unendlichen Zusammenhang, sondern den Zusammenhang eines persönlichen Willens und das, was durch ihn realisiert wird oder wurde. Auf der einen Seite der allmächtige Realisator und auf der anderen das, was durch seine Macht hervorgebracht wurde und seiner Macht unterliegt: Ein Weltbild eines durch Macht begründeten Dualismus. Unter Religion oder dem Höchsten und Wertvollsten wird die Macht und ihre Anbetung verstanden.

Wie unterscheidet sich Gott von der Wirklichkeit? Unter Wirklichkeit verstehe ich Universum, Kosmos inklusive Menschen, Geist, Bewusstsein, Leben, Materie.

Es wird gesagt, es gebe etwas, ohne das es die Wirklichkeit nicht gäbe – und das sei die Gottperson. Wobei wir beachten müssen, dass die Wirklichkeit nur dann eine Ursache haben kann, wenn sie nicht unendlicher Zusammenhang ist.

Ist der Zusammenhang des menschlichen Bewusstseins die unendliche Wirklichkeit oder eine allmächtige Gottperson? Wenn der Zusammenhang des menschlichen Bewusstseins als rein geistige Gottperson aufgefasst wird, dann wird das menschliche Bewusstsein als unabhängig von der materiellen, körperlichen Wirklichkeit aufgefasst: Der Zusammenhang des menschlichen Bewusstseins besteht in einem Verhältnis zu einer Person, die rein geistig ist.

Ist die Gottperson eine abgegrenzte Wirklichkeit? Ihr Verhältnis zum Sein besteht durch Wollen und Macht. Insofern etwas zu etwas anderem das Verhältnis des Wollens oder der Macht hat, kann es nicht zum eigenen Sein gehören. Ausser, diese Macht beziehe sich bei einem Geist-Körper-Wesen, wie dem Menschen, auf den eigenen Körper.

Das Bewusstsein der Gottperson sei reiner Geist. Da sich aber ihr Wollen und ihre Macht nicht auf den reinen Geist beziehen kann, würde zum Bewusstsein der Gottperson Materie gehören. Es stellt sich die Frage: Welches ist der Zusammenhang des Wollens bei der rein geistigen Gottperson?

Rein geistig heisst, die Gottperson besteht nur aus Bewusstsein – allerdings Bewusstsein ohne Empfinden, Fühlen oder Wollen, denn diese sind an Materie gebunden und das würde die Reingeistigkeit zunichte machen.

Kann es etwas geben, das das, was es ist, ohne etwas anderes ist? Wenn nein, wäre Zusammenhang das ursprüngliche Prinzip des Seins. Die Theologen würden sagen, es gebe etwas, das das, was es ist, ohne etwas anderes ist, nämlich die Gottperson. Person ist allerdings undenkbar ohne etwas, worauf sie sich bezieht, das heisst, eine andere Person oder etwas, das nicht Person ist.

Wovon gehe ich aus? Von einem – rein geistigen, allmächtigen – Objekt oder meinem Bewusstsein? Vom Bewusstsein kann ich nicht abstrahieren, von einem rein geistigen, allmächtigen Objekt hingegen schon; dass ich von Bewusstsein nicht abstrahieren kann, bedeutet, dass es nicht Objekt sein kann (das ist der Sinn des Spruches von Descartes: Ich denke, also bin ich).

Geist – Sinn, Inhalt und Selbstverständnis des Menschen – kann dem Menschen quasi als Objekt gegenüberstehen, indem eine Gottperson als das Sein oder die Wirklichkeit gilt. Auf diese Weise steht dem Menschen das Ultimative und Massgebende oder das Höchste und Wertvollste – oder sein Sinn – als ein rein geistiges Objekt gegenüber, das Macht über ihn hat.

Zu einem Objekt – ob eingebildet oder real – kann das Verhältnis des Wollens, Macht, Unterwerfung, Glaubens usw. bestehen – wie steht das beim Bewusstsein? Zum Bewusstsein besteht nicht das Verhältnis des unbedingten Wollens oder der Befehlsgebung – sonst könnte man sich einfach befehlen, glücklich zu sein, und wäre es. Anhand des Bewusstseins können wir klar beobachten, wie sich Wollen und Macht von Wirken unterscheidet – denn das Bewusstsein kann zwar als gerichtetes zum Wollen werden, aber kaum als Dauerzustand; und wenn der gerichtete Zustand nicht mehr aufrechterhalten werden kann und der Mensch sich nicht mehr selber als Ursache fühlen kann, tritt das Bewusstsein als etwas Eigenes hervor, das man nicht kontrolliert. Natürlich ist zu etwas Bewusstem auch das Verhältnis von Aufnehmen, Empfangen, Einsehen, Wahrnehmen, Auf-sich-wirken-lassen möglich.

Das Verhältnis von Bewusstsein und Wirklichkeit. Bei der Gottperson hat diese Unterscheidung keinen Sinn, weil sie rein geistig ist. Beim Menschen hingegen ist Bewusstsein das Bewusstsein des Körpers: Sein Denken, Empfinden, Fühlen, Wahrnehmen. Durch den Körper empfindet, fühlt und nimmt das Bewusstsein das materielle Sein ausserhalb von ihm wahr.

Bewusstsein ist nicht nur etwas quasi «Technisches» (mentaler Wachzustand), sondern es hat die Fähigkeit zu bejahen und zu verneinen. Und dadurch Inhalte und Zusammenhänge anzunehmen oder zu verwerfen. In diesem Zusammenhang ist folgende Feststellung zum Verhältnis von Bewusstsein und Materie interessant: Niemand redet von Wahrheit und Falschheit der Materie, aber von Wahrheit und Falschheit der Ideen und Vorstellungen.

Was hat beim Menschen Wollen und Macht mit Wahrheit zu tun? Sie können mit Widersprüchen, Illusionen, Wahnideen, Betrug und Lügen verbunden sein. Bei der Gottperson hingegen müssen Wollen, Macht und Wirklichkeit in eins gesetzt werden – wie das mit Wollen und Person-sein vereinbart werden kann, ist ein schwerwiegendes theologisches Problem.

Der Zusammenhang der Gottperson mit dem Menschen ist Wollen und Macht – welches ist der Zusammenhang der Wirklichkeit mit dem Menschen? Der Zusammenhang der rein geistigen Gottperson mit einem Atom, dem Menschen oder Tier, Pflanze, Wasser, Feuer besteht durch Wollen und Macht. Der Zusammenhang der Wirklichkeit mit einem Atom, dem Menschen oder Tier, Pflanze, Wasser, Feuer besteht durch unendlich zusammenhängendes Wirken, was an sich schon das grosse Geheimnis ist.

Abschlussfrage: Kann etwas als Wahrheit gelten, das den Geist oder das Bewusstsein einschränkt?

Denken, das sich gegen den Menschen wendet

Kann ein Verstand, der gegen Geist, das heisst, das Fühlen und Denken des Seins, arbeitet, Verstand genannt werden? Denken muss er wohl genannt werden.

Entscheidungen zu treffen, deren Folgen sich gegen einen selber wenden, zeugen nicht von einem grossen Verstand, würde man meinen. Ein zwanghafter Verstand oder zwanghaftes Denken – zum Beispiel fixe Feindvorstellungen – führen meistens zu diesem Ergebnis.

Hängen Denken – Verstand – und Wollen zusammen? Wenn jemand nur denken will, was seinem Ego schmeichelt, dann hat er einen eingeschränkten Verstand – dasselbe lässt sich von einem Gruppenego sagen (das wir zum Beispiel bei der jüdischen Abstammungsgemeinschaft finden). Es gilt dann quasi: Die Grenzen meiner Gruppe sind die Grenzen meiner – geistigen – Welt.

Woraus ergibt sich das Wollen? Einerseits aus den körperlichen Bedürfnissen, andererseits aus dem allgemeinen Streben nach Befriedigung. Was sich jemand als Befriedigung vorstellt, wird dann problematisch, wenn sie zu Lasten anderer Menschen geht – womit wir bei der Ethik wären.

Wozu jemand seinen Verstand oder sein Denken braucht, entscheidet über seine Ethik. Wird, wozu der Mensch sein Denken braucht, durch sein Denken oder sein Wollen entschieden? Gibt der Mensch seine Zustimmung zu Widersprüchen, Illusionen, Wahnideen und Lügen durch sein Denken oder sein Wollen? Klar ist, dass Widersprüche, Illusionen, Wahnideen und Lügen nicht die Sache, den Menschen, den Kosmos und die Zusammenhänge zwischen ihnen erfassen, sondern eine Art Phantom, etwas Übergestülptes oder Zurechtgestutztes. Das heisst, es wird nicht der Mensch oder der Kosmos gedacht und gefühlt – oder gewollt – sondern ein Zerrbild.

Die Idee des Gewollten. Empfinden, Fühlen, Wahrnehmen, Wollen hat insofern mit Denken zu tun als mit ihnen eine Idee verbunden ist: Die Idee des Empfundenen, Gefühlten, Wahrgenommenen, Gewollten. Wollen ist das Streben nach einer Veränderung des momentanen Zustandes. Ist die Idee oder Vorstellung des Gewollten – zum Beispiel die Vorstellung, die einen aus der Unbefriedigtheit herausführen soll – ein Denken oder ein Wollen, ist es Gedanke oder Empfindung?

Wollen ist das Empfinden oder Fühlen eines Spannungsverhältnisses in Richtung eines Realisierungsaktes. Die Idee oder Vorstellung des Gewollten ist formal ein Denken, materiell aber das, was als das Spannungsverhältnis auflösend gewollt, begehrt, bejaht wird. Denken ist allerdings die Instanz, die nicht nur die Idee oder Vorstellung liefert, sondern auch für ihre Beurteilung – wahr, falsch, tragfähig – zuständig ist.

Wollen ist ein Streben nach Befriedigung. Auf welchem Weg der Mensch nach Befriedigung strebt, hängt mit seinem Denken oder Verstand zusammen, das heisst, das Streben nach Befriedigung hat etwas mit Denken zu tun.

Was sagt der Verstand dem Menschen? Er solle Illusionen, Wahnideen und Lügen erzeugen, um sich so Befriedigung zu verschaffen? Und die Widersprüche, die sich daraus ergeben, sollen ebenfalls durch Aufwenden von Verstand verdeckt werden. Wer profitiert von dieser Anwendung des Verstandes? Die Befriedigung des Individuums, die eigene Gruppe, das Zusammenleben der Völker?

Das Streben nach Befriedigung und das Recht

Was gibt einem Menschen, Gruppe oder Staat Befriedigung? Wenn ihr Sinn und Freude aus einer Ideologie (Religion) kommt, die ihnen sagt: Ihr steht über den anderen Menschen, ergibt sich daraus gegenüber Aussenstehenden zwangsläufig ein problematisches Rechtsverhältnis bzw. Missachtung der Rechtsgleichheit.

Haben Israel und USA eine Ideologie, die sie über die anderen Menschen stellt – ihr aussenpolitisches Handeln kann eigentlich nur so erklärt werden. Aus dem Anspruch der Auserwähltheit leiten sie einen Anspruch auf Ressourcen ab.

Der Erfolg einer Ideologie der Aufspaltung bzw. einer entsprechenden Gruppe kann eine Sogwirkung entfalten: Individuen, Gruppen oder Politiker können dazu animiert werden, sich mit dieser Gruppe in der gleichen Art der Befriedigung zusammenzuschliessen, um Macht, Überlegenheit und Zugehörigkeit zu erleben. Gibt es eine Komplizenschaft des Westens mit einer völkischen Gruppe, die einen Gott anbetet, der sie über die anderen Menschen gestellt hat – eine solche Komplizenschaft wäre dazu geeignet, die Kluft zwischen Westen und Nicht-Westen zu vergrössern bzw. aufrechtzuerhalten und mit ihr die Missachtung von Rechtsgleichheit.

Ideologie der Aufspaltung und finanzielle Macht. Mich würde der Zusammenhang einer Religion (Ideologie) der Abgrenzung, Auserwähltheit und Macht mit Geld (Finanzmacht) interessieren. An sich sollte Religion – Sinngebung – erstens nicht ausschliessend sein und zweitens diese Gruppe nicht zu einem finanziellen Exponenten machen; sonst wird der Vorwurf einer Finanzsekte nicht lange auf sich warten lassen.

Ethik und das Streben nach Befriedigung. Unter Ethik könnte man die Fähigkeit verstehen, das andere genauso zu bejahen, wie sich selber. Diese Fähigkeit geht sehr gut zusammen mit Recht und Rechtsgleichheit als auch mit der Übereinstimmung des Menschen mit dem Sein oder der Würdigung des Menschen und des Kosmos – aber sie reibt sich mit dem Wunsch, über den anderen zu stehen.

Für das Zusammenleben der Menschen und ihre innere Ruhe wäre eine Weltanschauung (Religion, Ideologie) anzustreben, durch die der Mensch Freude und Befriedigung daraus schöpft, das andere genauso zu bejahen wie sich selber und nicht daraus, über anderen Menschen und dem Kosmos zu stehen. Für eine Weltanschauung in der das Streben nach Befriedigung und Ethik zusammenstimmen, ist Geist im Sinne von ‘vertieftes Fühlen und Denken des Seins’ der zentrale Begriff, da er einhergeht mit dem Genuss des Seins, das heisst, Freude und Übereinstimmung mit ihm.

Welche Befriedigung gewährt es, das andere genauso zu bejahen wie sich selber? Es gewährt die Befriedigung der Übereinstimmung und Einheit mit dem eigenen Geist – dazu ist es allerdings nötig, einen Begriff von Geist zu haben: Geist ist das Fühlen und Denken des Ganzen: Das Höchste und Wertvollste zu etwas Eingeschränktem, Abgegrenzten machen, ist verführerisch – aber es ist Geist entgegengesetzt.

Das Fühlen und Denken des Ganzen ist nicht das Fühlen und Denken eines Objekts, zum Beispiel eines Gottobjekts zu dem das Verhältnis der Unterwerfung, Anbetung, Gehorsams und Glaubens besteht – sondern es ist eigentlich ein geistiger Zustand, in dem der Kosmos und die Menschen vom Kleinen bis zum Grössten als unendliches Geheimnis erlebt werden. Wobei mir natürlich klar ist, dass der Alltag für dieses Bewusstsein nicht immer Raum lässt.

Welche Befriedigung gewährt es, sich über andere Menschen und den Kosmos zu stellen? Was der Mensch als seinen Nutzen betrachtet, ergibt sich aus seiner Ideologie oder Religion. Welche Vorstellung von Nutzen ergibt sich aus einer lebensfeindlichen oder menschenfeindlichen Ideologie – zum Beispiel einer Ideologie der Auserwähltheit der eigenen Abstammung durch ein Gottobjekt? Es ergibt sich eine Befriedigung, die nicht auf der Übereinstimmung mit der Wahrheit der anderen Menschen und den Zusammenhängen des Kosmos beruht, sondern auf einer Wahnidee mit politisch-psychologischem Hintergrund. Als psychologischen Hintergrund einer lebensfeindlichen oder menschenfeindlichen Ideologie (Religion) kann man sich Neid oder Unfähigkeit zur eigenen Befriedigung vorstellen und als ihr höchstes Gefühl Häme (Spott und Schadenfreude). Neid und die Unfähigkeit zur eigenen Befriedigung können dazu führen, dass der Wunsch, dem anderen zu schaden, grösser ist, als der Wunsch, sich selber zu nützen.

Bedeutet die Befriedigung, anderen zu schaden, sich selber förderlich sein? Bedeutet sie, der Entfaltung des eigenen Geistes förderlich sein? Anders gefragt: Bedeutet ein Einschränken des Seins der anderen Menschen, das Ausweiten des eigenen Seins? Es würde heissen, dass etwas, das der Entfaltung des Geistes entgegengesetzt ist, dem Menschen förderlich ist. Die Befriedigung daraus, sich selber zu schaden, ist eigentlich pathologisch.

Woher kommt der Wunsch, Befriedigung darin zu finden, andere Menschen nicht zu ihrer Entfaltung kommen zu lassen, das heisst, ihnen zu schaden? Offensichtlich ist, dass die Unfähigkeit zur eigenen Befriedigung und Neid den Wunsch anstachelt, anderen zu schaden.

Das Fühlen einer Einheit oder Übereinstimmung mit anderen Menschen ist sehr befriedigend – wenn allerdings das Fühlen einer Einheit sich auf eine abgegrenzte Gruppe bezieht, dann wird die Befriedigung nicht aus der Einheit des Seins geschöpft, sondern aus einer Abgrenzung zu ihm, das heisst, aus den anderen Menschen mit der Verknüpfung, dass sie unter der eigenen Gruppe stehen: Unter Geist kann so nicht die Einheit des Seins verstanden werden oder die Harmonie des Ganzen.

Von Satan dürfen wir in Sachen Falschheit sicher mehr erwarten als von Hinz und Kunz:

– elementare Widersprüche, die er als ethische Überlegenheit und Verbreitung des Guten darbietet

– die undurchdringlichsten Wahnideen

– die unfassbarsten Lügen

– die gemeinsten Handlungen

mit einem Wort: Falschheit, dargeboten mit allergrösster Überzeugungskraft.

Ist Satan verflucht oder auserwählt? Unter Satan können Personen verstanden werden, die es in Sachen Falschheit besonders weit gebracht haben und sich dabei auf eine entsprechende Gruppe, Ideologie oder Gott abstützen. Für auserwählt kann sich eine Gruppe halten, die durch eine höhere Instanz über die anderen Menschen und Völker gestellt wurde, für verflucht, eine Gruppe, die durch ihren Lebensinhalt oder ihre Freude von den anderen Menschen und dem Kosmos getrennt ist: Was ist für Satan Geist und was hält er von Rechtsgleichheit?

Wer hat ein Interesse daran, das Sein aufzuspalten und eine Religion daraus zu machen? Wer hat Interesse an einer Religion, einem Sinn oder einer Freude, die ihn selber von den anderen Menschen und dem Kosmos trennt? Der geistig Ohnmächtige und Neidische. Wenn dir eine Ideologie oder Gruppe anbietet, durch Falschheit Bedeutung zu erlangen, warum nicht zugreifen, sagt sich derjenige, der zu wenig Charakter und Geist hat, um die Einheit seines Seins zu bewahren. Er kann dadurch Macht, Überlegenheit und Zugehörigkeit erleben.

Wie erlebt ein Mensch sich selber, dessen Freude ihn von den anderen Menschen und vom Kosmos trennt? Er erlebt sich entweder als Herr (Machtausübender) oder als jemand, der sich unterwirft (z.B. einer Wirklichkeit über der Wirklichkeit oder Domina). Als Einheit mit dem Sein – dem Kosmos und den anderen Menschen – kann er sich jedenfalls nicht fühlen. Natürlich würden die Angehörigen einer Gruppe, die Macht über andere Menschen oder Staaten anstreben und ihnen ihr Territorium, Öl und Identität wegnehmen wollen, nicht von sich sagen, sie seien die Knechte Satans, da sie sich auf einen Gott berufen.

Die Ethik der deutschen Ministerin Reiche

Für Frau Reiche steht die Regierung des Iran für Unterdrückung und Terror im Inneren und die Regierung Russlands für einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg nach außen. Aus dieser ethischen Einschätzung ergibt sich, wen sie und ihr Staat unterstützen, nämlich Israel und die USA.

Die CDU-Politikerin: „Jeder Dollar für Öl aus Russland speist auch die Kriegskasse, jeder Dollar für Öl aus dem Iran stabilisiert ein Regime, das unseren Werten fundamental entgegensteht.“

Frau Reiche möchte nicht, dass Iran und Russland ihr Öl verkaufen können, sondern sie möchte diese Länder in den Bankrott treiben – unterstützen möchte sie Israel und die USA, weil diese Staaten die Werte von Frau Reiche vertreten.

Frau Reiche würde sagen: Wir unterstützen nur Staaten, die unsere Werte vertreten, das heisst, ethisch einwandfrei sind (was zum Beispiel Rechtsgleichheit in der Innen- und in der Aussenpolitik bedeuten würde).

Staaten zu unterstützen, die die Rechtsgleichheit nicht beachten, ist grundsätzlich höchst unkluges Verhalten: Es ergibt sich zu diesen Staaten nur Komplizenschaft, kein Rechtsverhältnis, ausserdem resultiert daraus zwangsläufig Verlogenheit gegen innen und aussen.

Natürlich würde Frau Reiche sagen, daraus, dass sich der eigene Staat in einem Abhängigkeitsverhältnis zu einem anderen befinde, dürfe keinesfalls hergeleitet werden, dass dieser Staat ethisch wertvoll handle und deshalb unterstützenswert sei.

Worum geht es, wenn der Zwerg im Garten der Allmacht zusammen mit dem Star der Muppet-Show Krieg führen?

Um die Ideologie des Gartenzwerges als auch darum die eigenen Persönlichkeiten zur Geltung zu bringen.

Geist ist das vertiefte Denken und Fühlen des Seins. Was Denken und Fühlen heisst, ist ziemlich klar – aber was heisst Sein: Der Star der Muppet-Show (Donald T.) und der Zwerg im Garten der Allmacht (Benjamin N.) fühlen und denken den Iran – aber ist das, was sie denken und fühlen das Sein des Iran oder ist es mehr ein mit Petrodollars behängtes Objekt aus einem animierten Film?

Möchte Satan den Geist des Menschen verkümmern lassen oder ihn zur Entfaltung bringen? Wenn Sie sich über das Wort Satan wundern, dann sollten Sie sich noch viel mehr über das Wort Gott wundern: Das eine ist recht konkret und das andere übernatürlich, wie man sagt.

Wie verhält sich die Figur Donald Duck zu einem wirklichen Menschen? Gewisse Menschen sollten darauf achthaben, ob sie sich anstatt in der Wirklichkeit, in einem animierten Film befinden: Sie verstehen unter Sein oder Wirklichkeit Objekte, die einander gegenüberstehen und sie bestimmen selber, was die Objekte sind, entweder durch Macht oder Unterwerfung: Es fehlt ihnen das Bewusstsein, dass sie etwas sind, das sie weder durch Macht noch durch Unterwerfung bestimmen können, weder dadurch, dass sie die Rolle eines Gartenzwerges im Garten des allmächtigen Zauberers einnehmen, noch die Rolle eines Stars in der Muppet-Show. Es fehlt ihnen das Bewusstsein, dass sie in etwas sind, das unabhängig von ihrem Willen ist: dem Sein oder der Wirklichkeit.

Wann wird jemand zum Feind von sich selber?

Wenn er sich in Widersprüche, Illusionen, Wahnideen und Lügen verstrickt? Oder wenn er sich einen Sinn gibt, der ihn von den anderen Menschen und vom Kosmos trennt?

Der Mensch wird zum Feind seiner selbst, wenn er in die Verkümmerung seines eigenen Geistes einwilligt. Das Problem bei der Entfaltung des eigenen Geistes oder der eigenen Persönlichkeit ist, dass sie die Bejahung des Seins erfordert: Es ist nicht möglich, den eigenen Geist zu entfalten, ohne die Wahrheit der anderen Menschen und die Zusammenhänge des Kosmos anzuerkennen. Wir können daraus ersehen, dass, in die Verkümmerung des eigenen Geistes einzuwilligen, eine grosse Versuchung ist, da der Mensch dazu neigt, sich selber oder die eigene Gruppe mehr zu bejahen als die anderen Menschen.

Der Mensch strebt nach Befriedigung. Wenn seine Befriedigung darin besteht, Menschen und Kosmos als Objekte seiner Macht zu benutzen, macht er damit seinen Geist ärmer und hindert sich selber an der Übereinstimmung mit dem Sein, das heisst, er betrügt sich selbst und wird somit zum eigenen Feind.

Feind von sich selber sein, heisst, sich selber schaden. Haben Sie je von einem Menschen gehört, der zu seiner Befriedigung Widersprüche, Illusionen, Wahnideen und Lügen braucht, er schade sich selber? Oder haben Sie je von jemandem gehört, er schade sich selber, wenn er seine Befriedigung an die Macht über andere Menschen geknüpft hat oder daran, ihre Entfaltung nicht zuzulassen?

Was brauchen der Israel- und USA-Chef zu ihrer Befriedigung? Die Ausweitung ihres Territoriums, Macht oder Dollarherrschaft? Ihre Befriedigung ist an die Macht über andere Menschen geknüpft oder daran, ihre Entfaltung nicht zuzulassen. Netanjahu und Trump würden sagen: Wir haben uns selber geschadet, wenn wir keinen Erfolg haben.

Sind Netanjahu und Trump die Feinde von sich selber? Dass sie durch ihre Ideologie und ihr Handeln in Widersprüche, Illusionen, Wahnideen und Lügen eingewilligt hätten, ist prinzipiell unmöglich, weil ihr ‘geistiges’ Fundament darin besteht, über den anderen Menschen zu stehen – also kann es auch keinen Geist geben, den sie haben verkümmern lassen.

Ist es religiös zu nennen, wenn jemand zu seiner Befriedigung die Unterwerfung anderer Menschen oder Staaten braucht? Gemäss jüdischer Ideologie, ja. Folglich ist es auch religiös, zum Schaden anderer zu leben.

Wer ist wessen Feind?

Feind ist jemand, der einem etwas wegnehmen will. Dümmer ist, wenn einem Menschen oder Staat vorgeschrieben wird, wer sein Feind ist: Dieser Mensch oder Staat ist dann eventuell gezwungen, sich gegen einen Staat oder Gruppe von Staaten zu wenden, die gar nicht die eigenen Interessen bedrohen, aber ihre Konfrontation bringt sehr grosse Nachteile mit sich. Konkret: Wird der EU vorgeschrieben, wer ihr Feind ist? Wird den Golfstaaten (Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate (VAE), Katar, Kuwait, Oman und Bahrain) vorgeschrieben, wer ihr Freund und wer ihr Feind ist? Gilt die Gleichung: Ich bin dein Freund, aber du musst dich mir unterwerfen. Absurd wird es dann, wenn dieser Freund sagt: Ich beschütze dich – aber dieser «Schutz» dem Staat die Souveränität wegnimmt und grosse finanzielle und wirtschaftliche Einbussen mit sich bringt.

Welche Freunde und welche Feinde hat der Hegemon? «Die chaotischen Folgen des US-Angriffs haben die Argumentation zerstört, die es US-Diplomaten ermöglichte, Subventionen und eine „Lastenteilung“ für die globalen Militärausgaben zu fordern. Die zugrundeliegende Fiktion ist, dass die Welt die militärische Unterstützung der USA zum Schutz vor Russland, China und nun auch dem Iran benötigt, als ob diese Länder eine reale Bedrohung für Europa und Asien darstellten.»

https://www.unz.com/mhudson/thinking-about-the-unthinkable/

Das Epstein-Regime (USA & Israel) bejubelt Erfolge, während der Gedanke aufkommt, dass die Israeliten bald vom Tätermodus in den Opfermodus umschalten

Ist jemand, der nur das Herr- oder Knechtverhältnis kennt, ein gespaltener Mensch? Jedenfalls passt das Spiel von Herrn und Sklave (Sklavin) gut zur Epstein-Kundschaft. Welche Ethik resultiert aus dem Herr-Knecht-Verhältnis bzw. Knecht-Herr-Verhältnis? Da würde ich Starmer, Macron und Merz als auch die hohe Intellektualität der westlichen Medien befragen. Mit der Anschlussfrage, ob Satan ein gespaltener Mensch sei?

Sehr hohe Intellektualität gehört dazu, Kunde von Epstein zu sein und gleichzeitig einen Ethik-Preis aus dem hohen Norden (Nobelpreis) zu erwarten – wir können diese Intellektualität, als auch das ethische Prinzip des Epstein-Regimes, an dem gegenwärtigen US-Präsidenten studieren.

Gibt es letztlich ein gutes Gefühl und macht es quasi bereit, einen Ethik-Preis zu empfangen, wenn man sich von Satan verarschen lässt? Es gibt dann ein gutes Gefühl, wenn das Bejahen des Willens Satans bedeutet, zu den Guten zu gehören – dazu ist es allerdings notwendig, durch die West-Medien informiert zu werden. Jetzt ist es an der Zeit der quasi Legislative der westlichen Medien, das heisst, dem Epstein-Regime, weiterhin viele schöne Stunden voller ethischer Überlegenheit zu wünschen auf ihrem weiteren Lebensweg als auch ihren Konsumenten.

‚Weltliches Recht‘ und ‚göttliches Recht‘:

Probleme tauchen auf, wenn Menschen Forderungen auf das Eigentum anderer – zum Beispiel Land – erheben und das damit begründen, ihre Gottperson habe es ihnen versprochen. Vielleicht hatte diese Weltanschauung zur Zeit der Stammesgötter eine gewisse Selbstverständlichkeit – aber wenn es im Jahr 2026 einen Staat gibt, der sich auf solches Recht beruft, bricht nur deshalb niemand in Lachen aus, weil es sich um Israel handelt.

Es stellt sich die Frage: Welches ist die Gemeinsamkeit zwischen den Juden und den anderen Menschen? Die Gemeinsamkeit des Rechts kann es jedenfalls nicht sein.

https://de.rt.com/kurzclips/video/270882-us-botschafter-huckabee-israel-hat/

Wo sind die USA und Israel geistig steckengeblieben?

Handelt es sich bei ihnen um moderne Staaten oder anachronistische? Wir können das gut beurteilen, indem wir fragen: Was ist der Lebensinhalt von Donald T. und Benjamin N.? Der Lebensinhalt des einen Führers eines Staates ist es, Deals zu machen und der des anderen, seiner Gottfigur gehorsam zu sein, die ihm sagt, er solle die Grenzen seines Staates auf das biblische Israel ausdehnen. Handelt es sich um Lebensinhalte, die den Menschen zum Segen gereichen? Was ist der Lebensinhalt eines Staatsführers, der den Menschen nicht zum Segen gereicht – in dieser Frage sollten Sie sich an die hohe Intellektualität westlicher Medien wenden.

https://de.rt.com/meinung/270560-iran-rueckblick-auf-politische-und/