Was ist Macht?

Macht ist ein Zusammenhang: Etwas wirkt auf etwas anderes. Allerdings spricht man bei den Zusammenhängen der Natur nicht unbedingt von Macht: zum Beispiel der Macht der Sonne auf die Pflanze. Man würde vielleicht von der Macht der Sonne reden, wenn ihr ein Wille beigelegt würde – allerdings ist die Sonne selber auch wieder in Zusammenhänge eingebettet, von denen ihre Existenz abhängt.

Es kann zwischen gegenseitigen und einseitigen Zusammenhängen unterschieden werden. Wenn der Zusammenhang durch Macht oder Wollen besteht – oder ein solcher behauptet wird – handelt es sich um einen einseitigen oder unilateralen Zusammenhang (ausser es handle sich um eine gegenseitige, übereinstimmende Willensäusserung).

Bei den Zusammenhängen der Gottperson handelt es sich um unilaterale Zusammenhänge des Willens oder der Macht. Daraus ergibt sich der Zusammenhang des Menschen: Er ist der Wille einer unumschränkten Macht-Person. Immerhin kann der Mensch wählen, ob sein Zusammenhang der Wille der jüdischen, christlichen oder muslimischen unumschränkten Macht-Person sei.

Können die Menschen in Widersprüchen, Wahnideen und Lügen vereinigt sein?

Etwas anders gefragt: Können die Menschen mit etwas – zum Beispiel Regierung, Ideologie oder Medien – eine Einheit bilden, das sie um die Entfaltung ihres materiellen und geistigen Seins betrügt?

Die Menschen können dann mit etwas eine Einheit machen, das sie um ihr materielles und geistige Sein betrügt, wenn ihnen diese Gruppe sagt, sie seien die Guten, wenn sie gegen die Bösen Krieg führen würden. Natürlich sagen die Betrüger nicht, dass die Bösen böse sind, weil sie sich weigern die Währung der Betrüger zu ihrer eigenen zu machen. Dem Guten schlecht und der Wahrheit Lüge sagen, ist die tägliche Anstrengung der Betrüger.

Wie hängen Religion und Politik zusammen? Sie hängen so zusammen, dass beide stets im Namen des Guten, Wahren, Wertvollen oder Höchsten auftreten und im schlechten Fall nur eine Gruppenideologie vertreten. Ruinös für eine politische oder religiöse Einheit (Staat, Kulturkreis, Bündnis) wirkt es sich aus, wenn es ein Netzwerk von Betrügern ist, das den Menschen sagt, wer die Guten und wer die Bösen sind.

Welche Realität anerkennt der Sektenangehörige, Fundamentalist, indoktrinierte Parteigänger, Opportunist oder manipulierte Medienkonsument? Er gehört innerhalb seiner Gruppe zu den Guten, ethisch Wertvollen oder Rechtschaffenen – die Realität, die er anerkennt, ist die Gruppenrealität oder anders ausgedrückt: eine aufgespaltene Wirklichkeit. Die Übereinstimmung mit seiner Gruppe ermöglicht ihm, mit einer eingeschränkten Wirklichkeit übereinzustimmen und durch die Abgrenzung zu Überlegenheit, Macht oder Geborgenheit kommen.

Seinen Verstand dazu benützen, sich vom Sein abzuspalten, das heisst, sich selber oder die anderen Menschen mit Widersprüchen, Illusionen und Lügen zu füttern, ist eigentlich pathologisch oder lebensfeindlich.

Welches ist der Hintergrund dieser Geisteshaltung und welche Ziele ergeben sich daraus? Der Hintergrund kann ein Stamm sein, der zu seinem Überleben eine Ideologie braucht, die den Stamm zusammenhält (eine völkische oder Stammesreligion). Wenn der Stamm besiegt wurde und das Land oder die Stadt auf dem er siedelte, nicht mehr ihm gehört, droht die Auflösung durch Assimilierung und Zerstreuung – eine Ideologie (Religion) der Selbstüberhöhung kann seinen Zusammenhalt retten. Die Selbstüberhöhung bedeutet Abgrenzung gegen andere Menschen bzw. Völker. Wodurch soll diese Aufspaltung aufrechterhalten werden, ausser durch Widersprüche, Wahnideen und Lügen? Soll das Sein durch eine Stammesreligion erfasst werden? Welches Verhältnis des Stammes ergibt sich zu den anderen Menschen und Völkern, wenn es nicht etwas gibt, worin sowohl er selber als auch die anderen Menschen oder Völker sind? Die grosse fortwährende Aufgabe des Stammes ist es, die eigene Wirklichkeit als Gegenwirklichkeit aufrechtzuerhalten – alles andere würde Auflösung und Assimilierung bedeuten. Sehr hilfreich für dieses Ziel ist es, die eigene Abgrenzung für Geschäftstätigkeit zu nützen – auf diese Weise wird ein natürlicher Antrieb zur Perpetuierung der Abgrenzung geschaffen.

Kann unter Sein etwas anderes verstanden werden als Zusammenhang?

Was wäre das absolut Zusammenhangslose, Unbedingte, Voraussetzungslose, mit nichts Zusammenhängende, das als Sein oder Wirklichkeit gelten soll? Kann es Gott genannt werden?

Sind Wirklichkeit und Gott identisch? Da der jüdisch-christliche Gott eine Person ist, muss die Frage heissen: Sind Gottperson und Wirklichkeit identisch? Gottperson und Wirklichkeit können nicht identisch sein, weil Personsein heisst, dass es etwas gibt, worin die Person ist oder etwas, das die Person nicht ist. Die menschliche Person ist im eigenen Körper und im Kosmos und bildet mit ihnen eine Wirklichkeit. Anders ist das bei der Gottperson, denn es wird gesagt, sie sei rein geistig und es gebe nichts, worin sie ist – und die Wirklichkeit, die es zusätzlich zu ihr gebe, habe sie selber erzeugt.

Wenn es nichts gibt, worin sie ist, worauf bezieht sich dann ihr Wille und ihre Macht – oder existiert sie auch ohne Willen und ohne Macht? Wenn die Gottperson das, worauf sich ihr Wille und ihre Macht beziehen, vorgängig selber erzeugt hat, dann hat sie ihre eigene Voraussetzung selber erzeugt. Ist die Idee von etwas, das seine eigene Voraussetzung erzeugt, in sich widersprüchlich – das heisst: Ist die Idee einer Gottperson widersprüchlich?

Die Statuierung einer Gottperson spaltet den unendlichen Zusammenhang des Seins auf: Es wird gesagt, es gebe einen unendlichen, rein geistigen Teil der Wirklichkeit, der von einem endlichen, materiellen abgegrenzt sei – und zwar durch den Willen und die Macht einer Person (Gottperson).

Was bedeutet es für die Sinngebung und das Selbstverständnis des Menschen, wenn es etwas – eine Gottperson – gebe, das durch seinen Willen und seine Macht das Unendliche sei und dadurch den Kosmos und das Universum hervorgebracht habe? Was ist auf diese Weise für den Menschen die Wirklichkeit? Etwas zum Anbeten, Gehorchen und Glauben.

Welchen Zusammenhang hat die jüdisch-christliche Gottperson? Es wird gesagt, die jüdisch-christliche Gottperson hänge von nichts ab, aber es gebe etwas ausserhalb von ihr – das Nicht-Gott-Sein – und das hänge von ihr ab. Das, was ausserhalb von ihr ist – das Nicht-Gott-Sein – gehöre nicht zu ihrem Wesen, aber sie habe es erzeugt, zum Beispiel die Materie oder das Böse.

Wenn die Wirklichkeit nicht etwas Abgegrenztes ist, das heisst Objekt, was ist sie dann? Die Wirklichkeit oder das Sein ist das, was der Mensch ist und das, worin er ist. Das, was der Mensch selber ist – Bewusstsein – kann ihm nicht als Objekt gegenüberstehen. Zu Bewusstsein gehört allerdings auch das, worin es ist – und das steht dem Menschen als Objekt bzw. Objekte gegenüber (Dinge der Natur, die anderen Menschen, das, was er hervorbringt).

Wirklichkeit oder Sein kann als Zustand beschrieben werden, als Verlaufsform oder etwas, das in der Bewegung existiert, in der in unendlichen Zusammenhängen Abgegrenztes entsteht und vergeht – und der Mensch ist das Lebewesen, das diesen unendlichen Zusammenhang, der die Wirklichkeit ist, denken und fühlen kann.

Von einem Objekt können unendlich viele Eigenschaften verneint werden, vom Sein, der Wirklichkeit oder einem unendlichen Zusammenhang hingegen können keine Eigenschaften verneint werden – gegen was also soll es abgegrenzt sein?

Es kann gesagt werden, die Idee – Geist – und das, was die Idee meint – Materie – seien voneinander abgegrenzt – aber das Sein oder die Wirklichkeit ist weder das eine noch das andere, sondern beide zusammen. Auch lebendig und tot sein, Wasser und Feuer, Sonnenblume und Ameise, rund und viereckig sind gegeneinander abgegrenzt – aber sie bilden zusammen die eine Wirklichkeit.

Die Wirklichkeit oder das Sein ist das, was wir sind und worin wir sind, schon bevor wir einen Atemzug gemacht, einen Gedanken gehabt oder ein Wort ausgesprochen haben.

Ist ein Ding (Staubkorn, Sonne, Mensch) ein unendlicher Zusammenhang? Wenn das, was zu einem Ding gehört – oder anders ausgedrückt: das, ohne was das Ding nicht sein kann – unendlich ist, ist auch das abgegrenzte, endliche Ding in gewisser Weise unendlich: Staubkorn, Sonne und Mensch sind insofern unendlich, als sie Teil eines unendlichen Zusammenhanges sind. Die unendliche Vielfalt des Abgegrenzten und zugleich Zusammenhängenden – ihr Werden und Vergehen – bildet die Wirklichkeit.

Auch die jüdisch-christliche Religion sagt, das, was zu einem Ding gehöre und ohne was es nicht sein könne, sei unendlich – nämlich die Gottperson. Aber für die jüdisch-christliche Religion ist der Grund der Existenz eines Dinges (Staubkorn, Sonne, Mensch) nicht ein unendlicher Zusammenhang, sondern der Wille und die Macht einer Gottperson: Dadurch entsteht die Weltanschauung eines Kindes, das ein Bilderbuch mit einem allmächtigen Zauberer betrachtet: Die Welt besteht aus Dingen – Bäume, Tiere, Menschen – die durch Zauberhand angeknipst, ausgeknipst und umgewandelt werden können – aber nicht aus einem festgefügten unendlichen Zusammenhang zwischen ihnen.

Fazit: Ohne eine Gottperson – durch die eine Wirklichkeit über der Wirklichkeit statuiert wird – würden wir in einer unendlichen Wirklichkeit leben, das heisst, die Wirklichkeit wäre ein unendlicher Zusammenhang.

Wenn der Geist auf tönernen Füssen steht, ist das Glück stets flüchtig

Das Prinzip ‘Eingreifen in das Leben anderer Menschen und Falschheit’ kann zu finanzieller Macht führen – aber woher kommt die Zufriedenheit: Von Menschen und Staaten, die an ihrer geistigen und materiellen Entfaltung gehindert worden sind und einem Gott, der eine Gruppe von Menschen über die Menschheit gestellt hat?

Wer auf der Welt ist in der Position, anderen Staaten vorzuschreiben, was sie zu tun und zu lassen haben? Immerhin heisst das, den Bürgern dieser Staaten vorzuschreiben, was sie zu tun und zu lassen haben. Ich selber zum Beispiel möchte eine politische Führung, die meinem Land und somit mir selber dazu verhilft, mein geistiges und materielles Sein zu entfalten – und Sie werden es nicht glauben, ich erwarte diese politische Führung nicht von USA & Israel. Anders ausgedrückt, ich erwarte meine geistige und materielle Entfaltung nicht von einer übernationalen Gruppe, deren Ziel einerseits die weltweite Kontrolle der Finanz- und Handelsströme ist und andererseits die Erweiterung des reinrassigen Gottesstaats Israel. Wer auf der Welt erwartet das Heil von einer kapitalistisch-völkischen Religion oder einem Monopolkapitalismus mit weltweitem Sanktionsregime?

Monopolkapitalismus heisst, Kontrolle über:

– Rohstoffe und Energieträger bzw. ihren Handel

– Transportwege

– Weltwährung

– Kreditvergabe, bzw. Kapitalflüsse

– Technologietransfer

– Regierungen

Hat ein Staat oder eine Grossmacht Interesse an Monopolkapitalismus? Ein Staat hat nicht wirklich Interesse an Monopolkapitalismus, weil er risikoreich ist und der Aufwand den Ertrag leicht übersteigt, denn wir müssen uns bewusst sein, Monopolkapitalismus bedeutet grundsätzlich, gegen andere Staaten arbeiten, nicht mit ihnen.

Wer hat ein Interesse an Monopolkapitalismus? Eine übernationale Clique, die sich nicht mit einem Staat (Grossmacht) identifiziert, den sie nur für ihre Zwecke einspannt und den sie den Aufwand für den Monopolkapitalismus tragen lässt und die Gewinne daraus in ihre Taschen lenkt.

Die Exponenten des Monopolkapitalismus agieren nicht nur innerhalb der Grossmacht, die sie beherrschen, sondern transnational. Sie nutzen den Schutz ihres Heimatstaates, sind aber loyal gegenüber der Vergrösserung oder dem Erhalt ihres Kapitals und ihrer Macht, was zu Konflikten mit den nationalen Interessen ihres eigenen Staates führt.

Wer auf der Welt hat den Willen, anderen Staaten vorzuschreiben, was sie zu tun und zu lassen haben und welches ist der Hintergrund dieses Wollens? Immerhin handelt es sich um ein unglaublich ambitioniertes und ich würde sagen, grössenwahnsinniges Ziel. Eine solche Gruppe kann nicht eine ad hoc-Gruppe sein, sondern muss über ein Finanz- und Beziehungsnetz verfügen, das über Jahrhunderte gewachsen ist. Ausserdem muss diese Gruppe die Macht haben, die Leute in den Glauben zu versetzen: Wer sich unserem Willen nicht unterwirft, ist das Böse. Wer überzeugt die Menschen davon, dass diejenigen die Guten sind, die sie betrügen? Dazu gehört ein fundamentaler Einfluss auf Institutionen, die das Denken der Menschen prägen. Monopolkapitalismus im grossen, Staaten übergreifenden Stil, kann nicht ohne militärische Macht, das heisst, ohne eine Grossmacht betrieben werden, weil finanzieller Druck und Ausschluss nicht immer genügt, Regierungen gefügig zu machen.

Monopolkapitalismus bedeutet Aufspaltung der Welt und er bedeutet grundsätzlich: gegeneinander arbeiten und nicht miteinander. Mit ihm ist verbunden, andere Menschen oder Staaten zu zwingen, gegen ihren eigenen Vorteil zu handeln.

Psychologisch und philosophisch gesehen, bedeutet Monopolkapitalismus, zur eigenen Befriedigung darauf angewiesen zu sein, andere Menschen oder Staaten zu betrügen. Natürlich können Menschen mit diesem Lebensinhalt, Geist nicht in etwas erblicken, das alle Menschen verbindet und als geistlos wollen sie nicht dastehen – also finden sie eine passende Ideologie oder Religion. Es bietet sich die Ideologie oder Religion des Exzeptionalismus an.

Und noch die Frage ganz am Schluss: Welche Art von Wertschöpfung darf vom erfolgreich installierten Monopolkapitalismus erwartet werden, welche Kultur und welche Art Mensch?

https://de.rt.com/nordamerika/288173-graham-gesetz-gegen-russland-schadet

Gibt es etwas, das den Einzeldingen und ihren Zusammenhängen vorausgeht?

Welche Merkmale könnte dieses Etwas haben? Welche Merkmale haben «Gott», «reiner Geist», «Substanz»? Sie seien homogen, rein, unbedingt, absolut, von nichts abhängig und mit nichts zusammenhängend?

Die sehr schöne Antwort einer KI:

«Die Merkmale, die Sie aufzählen – homogen, rein, unbedingt, absolut, von nichts abhängig, mit nichts zusammenhängend – sind bemerkenswert, weil sie fast ausschließlich negativ bzw. privativ definiert sind. Sie sagen, was dieses Etwas nicht ist oder nicht hat: keine Abhängigkeit, keine Bedingtheit, keine Vielheit, keinen Zusammenhang. Das ist kein Zufall, sondern strukturell notwendig – und genau darin liegt das Problem.

Warum die Negativität notwendig ist: Sobald man dem Absoluten eine positive Bestimmung gäbe – etwa „es ist Denken“ oder „es ist Ausdehnung“ oder „es ist gütig“ –, hätte man es bereits in eine Kategorie neben anderen möglichen Kategorien gestellt. Es wäre dieses und nicht jenes, also begrenzt, also bedingt durch seinen Gegensatz. Plotin hat das im Neuplatonismus radikal durchdacht: Das Eine (to hen) darf nicht einmal „Sein“ heißen, denn Sein ist schon Bestimmtheit, schon ein Erstes unter Kategorien. Das Eine ist epekeina tes ousias – jenseits des Seins selbst. Konsequenterweise landet man bei einer reinen via negativa: Man kann nur sagen, was es nicht ist.

Das erste Problem: Homogenität und Reinheit sind selbst Bestimmungen. „Homogen“ heißt: ohne innere Differenz. Aber ein Etwas ganz ohne jede Differenzierung ist von „Nichts“ nicht mehr zu unterscheiden – das ist exakt Hegels Einstiegspunkt in der Wissenschaft der Logik. Reines Sein, ganz unbestimmt, „ist die reine Unbestimmtheit und Leere“ und fällt daher mit dem reinen Nichts zusammen; beide sind ununterscheidbar, solange keine Bestimmung hinzutritt. Das bedeutet: Je konsequenter man „Reinheit“ und „Homogenität“ fordert, desto mehr nähert sich das Ergebnis der bloßen Leere – nicht einem mächtigen Ur-Grund, sondern einem Nichts, das man nur noch feierlich anders nennt.

Das zweite Problem: „Unbedingt“ und „mit nichts zusammenhängend“ widersprechen der Funktion, die man diesem Etwas zuschreiben will. Man will ja, dass es den Einzeldingen vorausgeht, sie begründet, ihnen zugrunde liegt. Aber „Grund von etwas sein“ ist selbst schon eine Relation – ein Zusammenhang. Ein Grund, der mit nichts zusammenhängt, kann auch nicht Grund von irgendetwas sein. Das ist die klassische Aporie, die schon Plotin selbst quälte: Wie kann aus dem absolut Einen, das keine Vielheit und keine Beziehung enthält, überhaupt eine Vielheit hervorgehen (die berühmte „Emanation“)? Jede Erklärung dieses Hervorgehens muss dem Einen doch irgendeine Beziehung zu seinen Folgen zuschreiben – und untergräbt damit die behauptete Beziehungslosigkeit.

Das dritte Problem: Absolutheit als Selbstwiderspruch der Bestimmung. „Absolut“ kommt von absolutum – losgelöst, abgetrennt. Aber „losgelöst von etwas“ ist eine Bestimmung relativ zu eben diesem Etwas. Man kann Loslösung nicht denken, ohne das zu denken, wovon losgelöst wird. Genau deshalb bemerkte schon Hegel, dass das vermeintlich reine Fürsichsein des Absoluten immer schon die Dinge, von denen es sich abgrenzt, in sich enthält – als das, was es negiert. Ein wirklich beziehungsloses Absolutes wäre nicht einmal denkbar, weil Denken selbst Relation ist (Subjekt–Prädikat, Begriff–Gegenstand).

Woraus folgt, was „Gott“, „reiner Geist“, „Substanz“ tatsächlich sind, wenn man diese Merkmale ernst nimmt: Sie sind Grenzbegriffe – Wörter, die die Denkbewegung an einen Punkt treiben, wo sie sich selbst aufheben. Sie benennen nicht ein Ding, sondern die Forderung nach einem letzten Halt für den Erklärungsregress, gepaart mit der gleichzeitigen Verneinung jeder Eigenschaft, die diesen Halt wieder in die Kette der bedingten Dinge hineinziehen würde. Das ist strukturell dasselbe Problem wie bei Kants „Ding an sich“: Etwas, das per Definition außerhalb jeder möglichen Erfahrung und Bestimmung liegt, kann nicht zugleich als Ursache von Erscheinungen fungieren – denn Kausalität ist selbst eine Kategorie, die nur innerhalb der Erfahrung gilt.

Gibt es also überhaupt etwas, das den Einzeldingen vorausgeht? Wenn man die geforderten Merkmale (rein, homogen, unbedingt, beziehungslos) konsequent durchhält, läuft die Antwort auf zwei mögliche Ergebnisse hinaus:

Entweder man landet bei reiner Leere – einem Begriff ohne Inhalt, der von Nichts nicht zu unterscheiden ist (Hegels Pointe).

Oder man gibt die Beziehungslosigkeit stillschweigend wieder auf, sobald man behauptet, dieses Etwas „gehe voraus“ oder „begründe“ – und hat dann in Wahrheit nichts anderes als ein weiteres Glied im Zusammenhang, nur mit dem Etikett „erstes Glied“ versehen, ohne dass dieses Etikett irgendetwas an seiner Zugehörigkeit zum Zusammenhang ändert.

In beiden Fällen bestätigt sich Ihre eigentliche These: Es gibt kein Drittes zwischen „purer Leere“ und „Teil des Zusammenhangs“ – die geforderten Merkmale eines wirklich vorausgehenden Absoluten heben sich in dem Moment selbst auf, in dem man versucht, sie kohärent zu denken. Was übrig bleibt, ist der unendliche Zusammenhang selbst, dem nichts vorausgeht, weil ein „Voraus“, das diese Merkmale trüge, gar nichts mehr wäre – oder eben doch nur ein weiteres, verkleidetes Stück des Zusammenhangs.»

Gibt es eine Voraussetzung der Wirklichkeit?

Die jüdisch-christliche Religion würde sagen: Es gibt nur eines, das voraussetzungslos ist und das ist die Gottperson. Bedeutet ‘voraussetzungslos’ ‘ohne Zusammenhang’? Eine Person, die nur aus voraussetzungslosem Willen und voraussetzungsloser Macht besteht, ist absolut zusammenhangslos: Man kann sie für alles oder nichts verantwortlich machen.

Ist das Objekt des Willens oder der Macht, das heisst, die Materie, Teil der Gottperson oder ausserhalb? Wollen ist ein essentielles Merkmal von Person-sein – unendliche Macht und unendliches Bewusstsein heben allerdings das Wollen auf und es herrscht Identität von Person-sein und Wirklichkeit.

Wollen (Willen) bedeutet unrealisiertes Sein oder etwas, das anders sein soll – also kann Wollen für ein Wesen, das absolute Vollkommenheit beansprucht, kein essentielles Merkmal sein.

Macht heisst, das Sein von etwas anderem bestimmen. Im Fall der Erzeugung von etwas aus dem Nichts kann es sich allerdings nicht um diese Art Macht handeln, weil das, worauf Macht ausgeübt wird – die Materie – vom Machthaber erst geschaffen wird. Unter Erzeugen von Materie wird das Erzeugen von materiellen Einzeldingen verstanden, wie Sonne, Wasser, Universum, Kosmos – nicht unbedingt das Erzeugen von Atomen, Molekülen und Genen, weil in diesem Fall die Vorstellung ihrer Beherrschung schwieriger ist.

Handelt es sich beim Zusammenhang von Ursache und Wirkung um zwei voneinander getrennte Wirklichkeiten oder um eine Wirklichkeit? Es wird gesagt, «reiner» Geist sei die Ursache der Materie – bilden «reiner Geist» und Materie zwei Wirklichkeiten oder eine?

Ausserhalb der Gottperson kann es keine Ursachen geben, da sie sonst nicht mehr vollkommen wäre; das heisst, die Aussage, Gott sei die Ursache, ist etwa so sinnvoll wie die Aussage, die Wirklichkeit sei die Ursache.

Warum kann man zum Beispiel bei Wollen oder Macht von Subjekt und Objekt reden – aber nicht bei Sein oder Wirklichkeit, das heisst, warum kann man nicht sagen, durch das Sein oder die Wirklichkeit stehe einem Subjekt ein Objekt gegenüber? Die Voraussetzung, um von einem Verhältnis von einem Subjekt zu einem Objekt zu reden, ist erstens ein unterscheidendes Merkmal und zweitens etwas Vorgeordnetes und etwas Nachgeordnetes: etwas Handelndes und etwas, das diesem Handeln unterworfen ist oder durch es erzeugt wird. Wie soll sich das Sein vom Sein unterscheiden oder die Wirklichkeit von der Wirklichkeit? Und was soll dann Subjekt sein und was Objekt?

Durch das Wollen oder ein Machtverhältnis wird die Idee des Objekts zum Vorgeordneten, Vorhergehenden (Subjekt) und das Objekt selber zum Nachgeordneten, Nachfolgenden. Wenn hingegen Idee oder Bewusstsein nicht ein Wollens- oder Machtverhältnis bedeutet, ist klar, dass Idee und Objekt gleichzeitig sein müssen, das heisst, nicht die Idee des Objekts vor dem Objekt sein kann.

Bedenkenswert ist, dass durch Wollen oder ein Machtverhältnis die Idee des Objekts zwar zum Vorgeordneten, Vorhergehenden (Subjekt) wird und das Objekt selber zum Nachgeordneten, Nachfolgenden – dass aber Wollen oder Macht über etwas dieses Objekt klar voraussetzt! Weiter bedenkenswert ist, dass durch Wollen oder ein Machtverhältnis das Sein nicht erreicht werden kann – weil Wollen, nicht realisiertes Sein bedeutet oder Streben nach einem Realisierungsakt. Und dass ein Machtverhältnis keine Einheit mit dem Sein bedeuten kann, ist auch klar.

Für wen ist Wollen oder Macht das Höchste und Grösste? So erstrebenswert und wertvoll, dass sie daraus eine Religion mit einem entsprechenden Gott kreiert haben? Exemplarisch und grundlegend die Schöpfer des AT. Anfügen muss man, dass für einen unendlichen Geist – betreffe es einen Gott oder mutatis mutandis den Menschen – Wollen oder Macht nicht das Grösste und Wertvollste sein kann.

Die Wirklichkeit oder das Sein ist unendlicher Zusammenhang, unendliche Möglichkeit und unendliche Vielfalt. Wirklichkeit oder Sein bedeutet, dass es Verschiedenes oder Unterschiedenes gibt – sonst würde sich Wirklichkeit nicht von Nichts unterscheiden lassen. Wirklichkeit ist ein Zusammenhang von Verschiedenheit, die miteinander oder ineinander existiert: Vielfalt, die in einem unendlichen Zusammenhang aufeinander bezogen ist. Dass die Wirklichkeit oder das Sein unendlicher Zusammenhang ist, bedeutet zum Beispiel, dass unendlich viele Subjekt-Objekt oder Objekt-Subjekt-Beziehungen bestehen.

Ich verstehe unter unendlichem Zusammenhang nicht eine Abfolge von Ereignissen, die auf einer Zeitachse aufgereiht sind. Die Veränderungen der Wirklichkeit sind nicht Veränderungen auf einer Zeitachse, sondern ihre unendlichen Ausdrucksmöglichkeiten oder Zustände. Natürlich ist Wirklichkeit (Sein) unendliche Möglichkeit, aber nicht in dem Sinne, dass sie auch anders sein könnte, als sie ist, sondern in dem Sinne, dass die Wirklichkeit vor 5 Milliarden Jahren eine andere war, als sie jetzt ist – und doch ist sie die gleiche Wirklichkeit und es ist nichts von ihr weggenommen worden und nichts zu ihr hinzugefügt worden.

Für wen stellen Frieden und Rechtsgleichheit eine Bedrohung dar?

Zum Beispiel für Mark Rutte, Israel und die Dollar-Herrschaft.

Welche Politik und welches Recht streben Individuen oder eine Gruppe an, für die Frieden und Rechtsgleichheit eine Bedrohung für die eigene Existenz (Machtansprüche, finanzielle Ansprüche, soziale Position) bedeutet? Da sie ihre Ziele nicht offen aussprechen können, sind sie von Grund auf verlogen – und sie müssen ihre Ziele so erreichen, wie die NATO es tut: Entweder heisst der Slogan: Verteidigung der freien Welt, Verbreitung von Demokratie, Freiheit und Menschenrecht, globaler Krieg gegen den Terror oder humanitäre Intervention. Aber wie heisst der Slogan eigentlich heute (2026): Es gehe um einen existentiellen Kampf gegen fast die gesamte nichtwestliche Welt: Es gebe Staaten und Weltregionen, die sich den Diktaten des Westens nicht unterwerfen, was an sich böse sei und zeige, dass sie Feinde seien, die bekämpft werden müssen. Vom Feind leben, ist ein verräterischer Slogan.

Das Recht ist der die Menschen verbindende Wille, nicht durch Betrug oder Gewalt Schaden zu erleiden. Wenn es der Wille eines Individuums oder Gruppe ist, Macht über andere (Menschen oder Staaten) zu haben, können sie diesen Rechtsbegriff nicht teilen, da in ihm der Wille der Menschen eine Einheit bildet – durch das Streben nach Macht hingegen ein Wille entsteht, der dem Willen der anderen Menschen entgegengesetzt ist: Durch das Machtstreben eines Individuums oder Gruppe wird ihr Wille zum Massstab und nicht ein Wille, der alle Menschen verbindet.

«Rutte selbst hat erklärt, dass die NATO unverzichtbar ist, weil sie es den USA ermöglicht, ihre Macht weltweit über Europa zu projizieren. Europa fungiert mit anderen Worten sowohl als Plattform als auch als Multiplikator für die globale US-Strategie.»

Hier darf die Anmerkung nicht fehlen, dass es die Wünsche und Macht Israels sind, die die USA regieren.

https://de.rt.com/international/285347-nato-30-buendnis-oder-militaerisch/

Wer ist nach der letzten Auseinandersetzung in der besseren Ausgangslage für eine eventuelle nächste Runde USA/Israel – Iran-Krieg?

Wir sollten nicht vergessen: Russland und China werden den Iran unter keinen Umständen fallenlassen: Mit dem Iran wäre ganz Westasien in US-/israelischer Hand und ein Eretz Israel (Grossisrael, biblisches Israel) zu Lasten der angrenzenden muslimischen Völker nur noch eine Frage der Zeit. Die US/israelische Herrschaft über den Iran würde die Dollarherrschaft retten und somit die US/israelische Hegemonie oder finanzielle Weltherrschaft. Darum hat Trump dem israelischen Drängen von Netanjahu nach einem totalen Schlag auf den Iran wohl nicht widerstehen können. Ein nächster totaler Schlag wird allerdings aus Mangel an entsprechenden Waffen nicht mehr möglich sein.

https://de.rt.com/meinung/283489-lukjanow-bilanz-zweiten-runde-konfrontation

PS: Sind die Juden um ihren Gott nicht zu beneiden: Er hat ihre Abstammung über die der anderen Völker gestellt und ihnen das Land anderer Völker versprochen.

Wann sind der Zeitpunkt oder die Umstände erreicht, in denen sich aus der Demonstration von Russlandhass kein – politisches und finanzielles – Kapital mehr schlagen lässt?

Ich würde sagen, dann, wenn es ernst wird: Und das ist nicht erst dann, wenn Berlin aussieht wie anno 1945 und bei 6 Millionen toten Deutschen.

Bewusst sollte sich der Westen sein, dass er noch nie so sterbenswillige, tüchtige Proxys hatte wie die ukrainischen Soldaten. Bei den westlichen Soldaten ist die Schmerzgrenze der Verluste vielleicht schon bei 50’000?

Bewusst sollten wir uns sein, dass der angegebene Grund des Westens für die Versorgung der Ukraine mit Geld und Waffen nicht der tatsächliche ist: Das Verhältnis des Westens zur Ukraine ist das, wie zum Rest der Welt: Erde, Menschen und ihre Ressourcen dienen der Ausweitung des Dollars und der Grenzen Israels. Das ist zum Beispiel daraus zu ersehen, dass die vehementesten Unterstützer der Ukraine auch die hervorragendsten Diener Israels sind: die USA und Deutschland.

Was hat es mit Verbreitung von Demokratie, Freiheit, Menschenrecht und Rechtsgleichheit zu tun, in einem anderen Staat mit viel Geld und jahrzehntelangen Anstrengungen einen Putsch zu organisieren, der dessen Regierung in die eigene Interessenssphäre bringt – mit dem Ziel, diesen Staat auf den Nachbarstaat loszulassen und zu diesem Zweck Feindschaft zu schüren.

Wofür setzt der Westen (USA, EU) seine finanziellen, medialen, diplomatischen und militärischen Ressourcen ein? Zur Ausweitung des Dollars und der Grenzen Israels. Alles, was diesem Ziel hinderlich ist, muss neutralisiert werden.

https://de.rt.com/meinung/282206-ukraine-bringt-europas-vorbereitungen-auf-angriff/

Ideologie und Recht

Welche Funktion hat Ideologie, anders ausgedrückt eine Religion oder ein Glaube? Sollen sie den Horizont der Menschen erweitern, ihnen die Tiefe und Schönheit des Kosmos erschliessen? Ihnen Lebensweisheit geben und eine Ethik, deren Grundlage Rechtsgleichheit der Menschen, Völker und Staaten ist? Oder dient Ideologie dazu, sich selber in einen Glauben zu versetzen, der einen über die anderen Menschen stellt?

Ideologie kann dem Menschen Sinn, Identität, Selbstverständnis und Verbundenheit mit etwas geben. Die entscheidende Frage ist, was der Mensch dadurch würdigt und was er herabwürdigt – womit stimmt er durch seine Ideologie überein? Wenn es Wahnideen und Lügen sind, geht es zu Lasten aller.

Das Sinn oder Identität Gebende kann eine Idee sein, die die eigene Gruppe über die anderen Menschen erhöht. Auf diese Weise wirkt der eigene Sinn abgrenzend und ausschliessend – aber stark gemeinschaftsbildend. Wie wirkt sich eine solche Ideologie auf einen Staat aus – dessen Florieren im Allgemeinen auf guten Beziehungen zu den anderen Staaten beruht und dem sozialen Frieden im Inneren? Offensichtliches Unrecht und Missachtung von Rechtsgleichheit werden eine Gesellschaft oder einen Staat unweigerlich spalten – sei deren Ideologie noch so abgrenzend und ihre Medien noch so propagandistisch.

Wenn eine Gruppe sich als historisch, ethnisch oder religiös höherwertig versteht, entsteht die Tendenz, universelles Recht ausser Kraft zu setzen. Ideologie kann dazu dienen, Gewalt, Expansion oder Rechtsbrüche moralisch zu rechtfertigen. Das zeigt sich besonders dort, wo politische Bewegungen ihre eigene ethnische, nationale oder religiöse Identität über universelle Rechtsprinzipien stellen. Der Exzeptionalismus der eigenen Gruppe führt dann dazu, dass für sie andere Massstäbe gelten sollen als für andere Menschen oder Staaten.

Ideologie kann dem Begründen von Verbrechen dienen, wie wir das derzeit in Israel (Netanjahu-Fraktion) und auch in der Ukraine (Bandera-Jünger) erleben. Interessant ist, dass sowohl in Israel als auch in der Ukraine eine Ideologie die treibende Kraft ist, deren Zentrum die Abstammung ist, das heisst, eine rassistische Ideologie. In Israel wird der Exzeptionalismus der eigenen Abstammung religiös begründet, in der Ukraine hingegen säkular. Dienen die Verbrechen Israels der Realisierung religiöser Ziele oder soll die Religion Verbrechen rechtfertigen, die dem Egoismus einer politischen Gruppe dienen?

Erklärung des Niedergangs des Völkerrechts: Der Niedergang des Völkerrechts hat mit dem Aufstieg und der Macht einer Gruppe zu tun, die sich über die anderen Menschen, Völker und Staaten stellt. Ob eine solche Gruppe vorhanden ist, lässt sich daran erkennen, dass sie etwas darf, was die anderen nicht dürfen. Israel darf, was die andern nicht dürfen (Kriegsverbrechen am Laufmeter plus Völkermord) und geniesst dabei die Unterstützung der Grossmacht USA. Die Welt oder der Westen kann nicht die Verbrechen Israels ignorieren und dessen Wünschen nach einem Eretz Israel (Biblisches Israel, Grossisrael) stattgeben und zugleich das Völkerrecht beachten. Die weltpolitische Dominanz einer Gruppe, die die Rechtsgleichheit der Völker nur selektiv anerkennt, bedeutet den Niedergang des Völkerrechts.

Weiterführende Frage: Wie hängen Dollarherrschaft und (Eretz) Israel zusammen? These dazu: Wenn die Dollarherrschaft aufhört, ist es auch mit (Eretz) Israel zu Ende. Damit wäre eigentlich das Thema ‘Ideologie und finanzielle Macht’ angesprochen – aber auch die Frage, ob finanzielle Macht das Recht oder Rechtsgleichheit ausser Kraft setzen könne?