Die Idee von sich selber und die Übereinstimmung von Idee und Gegenstand

Die Idee, die ich von mir selber habe, kann der Fantasie entspringen, zum Beispiel in Form einer Gottperson, die mich über die anderen Menschen gestellt hat und das, was die anderen Menschen und der Kosmos für mich sind, kann durch diese Fantasie bestimmt werden. Die anderen Menschen und der Kosmos sind allerdings keine Fantasiegestalten und ich bin ihren Einwirkungen anders unterworfen als denen einer Fantasiegestalt.

Handelt es sich um Spiritualität, wenn ich aus einer Wirklichkeit zwei mache und die eine hat Macht über die andere?

Aus der Wirklichkeit zwei machen, ist gut vorstellbar, insofern sie materiell ist – aber wie steht es, insofern sie Geist ist? Und wie steht es mit dem Erfassen der Wirklichkeit – müssen, um die Wirklichkeit zu erfassen, zwei Wirklichkeiten erfasst werden? Geist kann aufspaltbar gemacht werden, insofern er als Macht verstanden wird.

Die Juden glauben von sich selber, sie seien anders mit der allmächtigen Person verbunden als die Nicht-Juden wegen ihrer Abstammung. Kommt ihre Freude mehr aus der Verbundenheit mit ihrer allmächtigen Person oder mehr daraus, dass sie etwas haben, was die anderen Menschen nicht haben, das heisst, aus der Abgrenzung gegen die anderen Menschen und den Kosmos?

Was für ein Sein habe ich selber, insofern ich mit Ideen übereinstimme, die nicht mit ihrem Gegenstand übereinstimmen, das heisst, insofern ich mit eingeschränkten, widersprüchlichen oder illusionären Ideen übereinstimme? Klar ist, dass Widersprüche, Lügen und Illusionen die Herabwürdigung der Realität – der anderen Menschen und des Kosmos – bedeuten.

Die Idee von sich selber und Spiritualität

Unter Spiritualität könnte man verstehen: Das Geheimnis, die Tiefe, den Reichtum und die Zusammenhänge des Kosmos in sich aufnehmen.

Womit bin ich durch die Idee, die ich von mir selber habe, verbunden und wovon abgegrenzt?

Ich selber zum Beispiel fühle mich durch die Idee, die ich von mir selber habe, mit dem ganzen Sein verbunden und abgrenzen möchte ich mich von Widersprüchen, Lügen und Illusionen.

Womit ist zum Beispiel Victoria Nuland (Neocons USA) durch die Idee, die sie von sich selber hat, verbunden und wovon abgegrenzt? Verbunden fühlt sie sich mit einer Gruppierung, von der sie die Idee hat, sie würde über anderen Menschen und Staaten stehen, abgegrenzt ist sie von allen Menschen und Staaten, in deren Leben sie eingreifen will, um sie zu ihren Befehlsempfängern zu machen: sie grenzt sich ab von der Quelle ihrer Befriedigung. Wo liegt der Sinn dieser Lebensweise, die den anderen Menschen und Staaten zur eigenen Befriedigung das Sein stiehlt?

Von was für einem Sein wird der Mensch bestimmt, wenn er von Widersprüchen, Lügen und Illusionen bestimmt wird? Von Ideen oder Vorstellungen, die der Realität die Realität aberkennen.

Um sich in jemanden hineinfühlen zu können, ist es hilfreich, sich vorzustellen, woraus diese Person ihre angenehmen Gefühle hat. Möglicherweise lassen sich zwei Typen von Menschen unterscheiden: Jene, die eine Einheit machen mit der Quelle ihrer Befriedigung, das heisst, den anderen Menschen und dem Kosmos und jene, die sich von der Quelle ihrer Befriedigung abgrenzen, das heisst, sich gegen andere Menschen und den Kosmos abgrenzen. Victoria Nuland gehört zu einer Gruppierung, deren Befriedigung und Sinn die Vergrösserung ihrer Macht bzw. ihrer Assets (Vermögenswerte) ist, was politisch durch das Eingreifen in das Leben anderer Bevölkerungen und Staaten erreicht werden soll.

Die USA und somit NATO und EU wollen, dass Russland ein eigenständiger, souveräner Staat ist

Sie wollen auch, dass China, Iran, Kuba, Syrien, Venezuela und der Rest der Welt eigenständige, freie, unabhängige Staaten sind. Die USA wollen das, weil sie sich selbst als Welt-Hegemonie verstehen und daher nicht vor der Welt damit auftreten können, ihr Wille sei es, die Staaten dieser Welt zu ihren Befehlsempfängern zu machen.

Das – intellektuelle – Problem besteht in der Frage, wie es möglich war, dass Russland und die Ukraine in einen militärischen Konflikt geraten konnten, wenn es doch das Bestreben der USA (und somit NATO und EU) ist, alle Staaten dieser Welt – und somit auch die Ukraine – zu eigenständigen und souveränen Staaten zu machen? Souveräne und eigenständige Staaten haben kein Interesse daran, die Souveränität und Eigenständigkeit anderer Staaten in Frage zu stellen – weil es einen Widerspruch bzw. Rechtsungleichheit bedeuten würde, anderen Staaten das abzusprechen, was man für sich selbst beansprucht.

Was kann der – geistige – Inhalt eines Staates sein, der die Staaten dieser Welt als seine Befehlsempfänger betrachtet? Worin soll seine Eigenständigkeit oder Souveränität liegen, wenn er mit keinem Inhalt der Welt verbunden ist? Woraus besteht sein Geist? Kann eine Regierung, die zum Nachteil der anderen Völker lebt, ein Vorteil des eigenen Volkes sein? Die Ukraine macht sich zum willigen Werkzeug – oder besser gesagt, Komplizen – dieses Staates, der die Staaten der ganzen Welt als seine Befehlsempfänger betrachtet.

Ist es der Wille der Ukraine, ein eigenständiger, souveräner Staat zu sein? Jedenfalls ist es seit 2014 nicht mehr der Wille der Ukraine, die Interessen ihres grössten Nachbarstaates und der russisch-stämmigen Minderheit im eigenen Land zu berücksichtigen. Kann der Wille eines Staates zu Eigenständigkeit und Souveränität unabhängig davon betrachtet werden, wie er mit seinen Minderheiten und seinen Nachbarn umgeht? Sich auf Wunsch eines ausländischen Staates (Grossmacht) mit dem Nachbarstaat und einer grossen ethnischen Minderheit im eigenen Land zu verfeinden, ist Eigenständigkeit und Souveränität entgegengesetzt – was ist die Motivation dazu, wer will dadurch profitieren, welche Ziele sollen dadurch erreicht werden? Mit dem Willen zur Erhaltung des Staates stimmt eine solche Handlungsweise nur dann überein, wenn die Spekulation besteht, dass die ausländische Grossmacht (USA), die zur Konfrontation drängt, über die konfrontierte Macht (Russland) die siegreiche sein wird.

Wie handelt ein Staat, dessen Bestreben Eigenständigkeit und Souveränität sind? Er lässt Scharfschützen aus dem Ausland auf landeseigene Demonstranten schiessen, er grenzt sich gegen die Bevölkerung ab, deren Territorium er beansprucht, er bringt erstens militärische Kräfte einer ausländischen Militärmacht auf sein Territorium und zweitens solche militärischen Kräfte, die seinem Nachbarland feindlich gesinnt sind.

Wie lassen sich folgende Passagen aus der ukrainischen Verfassung mit der Realität oder dem Willen zu einem eigenständigen, souveränen Staat vereinbaren?

– Aus Artikel 16: «[…] und die Bewahrung des Erbguts des Ukrainischen Volkes sind Pflicht des Staates.»

– Aus Artikel 17: «Auf dem Territorium der Ukraine ist die Errichtung ausländischer Militärstutzpunkte nicht gestattet.»

https://www.verfassungen.net/ua/verf96-i.htm

Die Abgrenzung gegen die Quelle der Befriedigung

Insofern mir etwas Befriedigung, Lust, Freude gibt, mache ich eine Einheit mit ihm. Womit aber mache ich eine Einheit – oder stimme ich überein – wenn Befriedigung, Lust, Freude aus der Macht über andere Menschen kommen? Denn ich mache mit ihnen keine Einheit, wenn ich das Verhältnis der Macht zu ihnen habe: Befriedigung, Lust, Freude kommen nicht aus ihrem Aufnehmen, Empfangen, Einsehen, Wahrnehmen, Auf-sich-wirken-lassen oder aus ihrer Auffassung als eigenständige Wesen, sondern daraus, ihnen überlegen zu sein, über ihnen zu stehen. Das heisst, es findet eine Abgrenzung gegen die Quelle der Befriedigung statt.

Macht ist eine Möglichkeit der Abgrenzung gegen die Quelle der Befriedigung, aber es gibt auch andere: Zum Beispiel die Befriedigung daraus, etwas zu haben, was die anderen nicht haben, selektive Wahrnehmung, zielgerichtetes Denken, Ignorieren, das Ziel, den anderen etwas wegzunehmen, sie schlecht machen (inadäquates Werturteil), herabwürdigen.

Zu anderen Menschen das Verhältnis der Macht haben, bedeutet eine Beleidigung ihres Seins, denn sie werden nicht als eigenständige Wesen wahrgenommen; ihr Existieren und ihre Relevanz bestehen nur darin, Objekte des eigenen Willens zu sein. Um Missverständnissen vorzubeugen, möchte ich hier auf den Unterschied von Machtperson zu Führungsperson hinweisen: Eine Führungsperson macht eine Einheit mit ihren Untergebenen oder ihr Anvertrauten, fühlt sich für sie verantwortlich und ist ihrem geistigen und materiellen Sein förderlich.

Politisch bedeutet ein Machtverhältnis grundsätzlich, den anderen Menschen als Partei gegenüberzustehen, da keine Einheit mit ihnen gebildet wird. Zur Erfassung der eigenen Existenz würde allerdings das Erfassen dessen gehören, worin alle sind und was alle verbindet. Kann ich ein eigenständiges, aus dem Kleinkindbewusstsein herausgewachsenes, verantwortliches Wesen sein, wenn ich nicht willens oder fähig bin, die anderen Menschen oder den Kosmos als eigenständige Wesen aufzufassen? Das, woraus Menschen oder politische Akteure ihre Befriedigung haben, hat dann ethische Relevanz, wenn sie sie daraus haben, das Leben anderer Menschen oder Staaten einzuschränken.

Zu anderen Menschen das Verhältnis der Macht zu haben, ist der Bewusstwerdung der eigenen Existenz entgegengesetzt

Gibt es einen Antrieb, das Bewusstsein der eigenen Existenz einzuschränken? Klar müssen wir uns darüber sein: Das Bewusstsein der eigenen Existenz einschränken, bedeutet nichts anderes, als die Wahrnehmung der anderen Menschen und des Kosmos einschränken. Unnötig zu sagen, dass das Einschränken der Wahrnehmung der anderen Menschen und des Kosmos eigentlich ihre – partielle – Verneinung bedeutet und destruktiv ist. Die Ironie – oder das Teuflische – besteht darin, dass durch diese Lebensweise angenehme Gefühle – Lust, Freude, Glück, Erfolgserlebnisse – generiert werden.

Bedeutet Erfüllung des eigenen Willens Zufriedenheit mit sich selber? Das Problem ist, dass ‘Erfüllung des eigenen Willens’ nicht notwendig an einen Inhalt gebunden ist oder an Widerspruchsfreiheit. Das heisst: jemand kann zwar die Erfüllung seines Willens erreichen, aber gezwungen sein, seinen Verstand zu verneinen. Es stellt sich die Frage: Was bejaht jemand und was verneint jemand, um seinen Willen zu erreichen?

In gewisser Weise handelt es sich bei jeder Herabwürdigung des Seins um einen Widerspruch

Herabwürdigen heisst, sich über andere Menschen oder den Kosmos stellen, sie in ihrem Sein kleiner machen, ihnen das Sein stehlen, ihnen ihre Relevanz für das eigene Sein aberkennen. Anders gesagt, heisst ‘herabwürdigen’, den Zusammenhang zwischen Idee und Gegenstand willkürlich bestimmen und nicht durch die Gegebenheiten der Sache (den Verstand). Herabwürdigung – wie die Lüge – bedeuten einen Widerspruch zur Realität.

Geschichtlich folgenschwer wird es, wenn eine mächtige religiöse oder politische Partei in Erscheinung tritt, die den Zusammenhang zwischen Idee und Gegenstand willkürlich so bestimmt, dass er mit ihrem zielgerichteten Willen übereinstimmt.

Die Herabwürdigung des Seins mündet unweigerlich in Falschheit: Widersprüchen zwischen Reden und Handeln, Worten und Taten, Gefühl und Verstand, Fehlschlüssen, Missachtung von Zusammenhängen, Schöpfung von Fantasiegestalten. Es werden Verbindungen, Abgrenzungen, Unter- und Überordnungen nach Kalkül hergestellt und was unvereinbar ist, zusammengeschmolzen: endlose intellektuelle Anstrengungen, um Widersprüche zu verdecken und die Anwendung des Verstandes zu unterdrücken.

Weltreligion:

Ihre Schöpfung ist eine Gottperson, durch die Willen und Macht mit Geist gleichgesetzt werden. Merkmal dieser Gottperson ist neben Allmacht und Reingeistigkeit, dass sie durch einen Vertrag die eigene Abstammungsgemeinschaft über die anderen Menschen erhoben hat. Durch diese Weltreligion wird eine Quelle der religiösen Befriedigung – eine Gottperson – geschaffen, durch die 99.9% der Menschen auf der Erde zu Wesen zweiter Klasse degradiert werden.

Lässt sich für einen Welt-Hegemon eine bessere Ideologie denken als besagte Weltreligion?

Brauchen die USA Russland zu ihrer Befriedigung? Was soll der Sinn davon sein, wenn die USA bzw. das von ihr geführte Militärbündnis ihr Territorium um das der Ukraine erweitert, und so seine Grenze bis an die Grenze Russlands verschiebt? Worin besteht die Befriedigung oder das Ziel der USA in einem solchen Vorgehen, das die vollkommene Missachtung der (Sicherheits-) Interessen Russlands enthält? Und wie denken sie, dass die andere Macht, Russland, reagieren soll?

Wenn gegenüber anderen Menschen oder Staaten Expansionismus betrieben wird, zu ihnen die Haltung der Macht eingenommen wird oder ihre Eigenständigkeit nicht ertragen wird, heisst das, dass diese Akteure zu ihrer Befriedigung andere Menschen oder Staaten brauchen. Anders gesagt: Der Welt-Hegemon macht keine Einheit mit seiner Quelle der Befriedigung – es sei denn, seine Quelle der Befriedigung sei die gleiche wie die der besagten Weltreligion (eine Gottperson, die 99.9% der Menschen dieser Erde zu Menschen zweiter Klasse herabgestuft hat).

Diese Welt-Religion hat jetzt einen Staat in einem fremden Kulturraum, wo sie die ansässige Bevölkerung vertreibt, um das Territorium ihres Staates auszuweiten: Die Regierung dieses Staates grenzt sich gegen die Bevölkerung ab, deren Territorium sie beansprucht. Was ist die Quelle ihrer Befriedigung? Ein allgemeiner Geist durch den die Menschen verbunden sind, kann es nicht sein – er kann somit auch nicht die Quelle der Befriedigung sein.

Das Streben nach Macht und die Abgrenzung gegen den Geist anderer Menschen

Das Streben nach Macht bedeutet Eingreifen in das Leben anderer Menschen oder Staaten und Aberkennen ihres eigenständigen Seins. Das Motiv kann sein, sich ihre Ressourcen anzueignen. Ein weiteres Motiv ist mehr psychologischer Natur: Indem zu anderen Menschen oder Staaten die Haltung der Macht eingenommen wird, relativiert ihr Sein nicht mehr die eigene Existenz, denn durch das Verhältnis der Macht, entfällt die Herausforderung, die ihr Wahrnehmen als eigenständiges Sein darstellen würde.

Der nach Macht Strebende errichtet eine Abgrenzung gegen das Sein, indem er eine Einheit mit einem eingeschränkten Sein macht, das heisst, mit einem Sein, das Produkt seines Willens ist oder mit einem Sein dessen Ursache er ist. Andererseits hebt er eine Grenze auf: die Grenze zwischen sich als eigenständiger Existenz und dem anderen als eigenständiger Existenz – das kann dazu führen, dass er seine eigene Existenz mit der des anderen verwechselt.

Wie könnte man das nennen, wenn ein Mensch oder eine Gruppierung zum anderen Wesen eine Haltung einnehmen, durch die sie nur dasjenige Sein zulassen, das sie willentlich eingegrenzt haben, das heisst, von dem sie sich quasi als die Ursache fühlen oder es kontrollieren können? Absolutismus, diktatorischen Subjektivismus, diktatorischen Fundamentalismus, Verweigerung des Seins, Degeneration, toter Geist und schlechter Charakter in unauffälliger Erscheinung; sein wollen, ohne zu sein (= Perversion)? Phantommenschen, die andere Menschen nur als Phantommenschen zulassen: Die Kehrseite davon, ihre geistig eingegrenzte Existenz als Massstab zu etablieren, sind missbrauchte menschliche Existenzen.

Wem ist geistige Eigenständigkeit ein Dorn im Auge?

Zum Beispiel denjenigen, die sich einen Vorteil davon versprechen, sich von der herrschenden Gruppierung instrumentalisieren und betrügen zu lassen. Oder jenen, die die Fäden der Marionetten in den Händen halten und befürchten, die Macht könnte ihnen durch eigenständig denkende Menschen entgleiten.

Geistige Eigenständigkeit strebt nach Widerspruchsfreiheit und Übereinstimmung von Idee und Gegenstand (Wahrheit), nach Kommunikation und geistigem Austausch, sie will alle möglichen Standpunkte und dazugehörigen Informationsgrundlagen kennenlernen und sich dann selber ein Bild machen. Geistige Eigenständigkeit ist der Feind von Manipulation, Steuerung, Gängelung.

Kann man selber eine eigenständige Existenz sein, wenn man das Sein des anderen nicht als eigenständiges Sein anerkennt?

Kann man geistig ausgeweitetes Sein haben, wenn man das Sein des anderen einschränkt oder herabwürdigt? Kann jemand geistige Eigenständigkeit haben, wenn er seine Existenz geistig einschränkt?

Wie steht Macht zu Geist?

Besteht Geist darin, Macht über etwas zu haben und je umfassender das ist, worüber man Macht hat, desto grösser ist der eigene Geist? Kann dadurch, Macht über etwas zu haben, die eigene Existenz erfasst werden oder zeigt sich in der Quasi-Gleichsetzung von Macht und Geist nur ein skrupelloser Hang zur Reduktion der eigenen geistigen Existenz und somit der anderen Menschen und des Kosmos?

Die Verlockung, keine eigenständige Existenz zu sein

Was könnten die Motive sein, Mittel und Wege zu suchen, sich über andere Menschen, den Kosmos und den eigenen Verstand zu stellen, das heisst, sie nicht als eigenständiges Sein anzuerkennen? Bedeutet es einen Vorteil, das Verhältnis zu anderen Menschen, dem Kosmos und dem eigenen Verstand so zu bestimmen, dass ihr Sein nicht mehr konstituierend ist für das eigene Sein und somit das eigene Selbstverständnis? Jedenfalls bedeutet es eine Abgrenzung gegen den Geist des anderen – einen eingeschränkten oder unterbundenen Austausch, eine Verhinderung von Kommunikation und Identifikation, das Verhindern des Machens einer Wesenseinheit mit den anderen Menschen und dem Kosmos.

Durch Widersprüche ist es möglich, sich über die anderen Menschen, den Kosmos und den eigenen Verstand zu stellen. Natürlich müssen diese Widersprüche gut versteckt sein, sonst steht man als Irrer da.

Wie fühlt man sich in einer eingegrenzten Realität, in einem willkürlich eingeschränkten Geist? Womit beschäftigt man sich, denn der Genuss und die Würdigung des ungeteilten, in sich ruhenden, unendlichen Seins, das Fühlen einer Einheit mit den anderen Menschen, ist mit dieser Haltung nicht möglich!

Macht über andere anstreben und Demokratie – wie verträgt sich das?

Demokratie ist Erfüllen des Willens des Volkes und sie ist eine Rechtsordnung, in der niemand über jemand anderem steht – sowohl innerstaatlich als auch zwischenstaatlich.

Kann ein Staat, der Machtausweitung betreibt, das heisst, andere in seine – finanziell, wirtschaftliche – Abhängigkeit bringen will, überhaupt eine Demokratie sein? Dominanz oder Hegemonie erstreben, ist jedenfalls der Rechtsgleichheit – und somit der Demokratie – entgegengesetzt. Kann es sich um Demokratie handeln, wenn sich die Bevölkerung eines Staates sagen muss, wir werden von einem anderen Staat regiert: es sind nicht wir, die zum Beispiel unsere Aussen- und Finanzpolitik bestimmen.

Wenn ein Staat das Ziel der Machtausweitung verfolgt, kann er dann dieses Ziel gegenüber der eigenen Bevölkerung und der betroffenen ausländischen Bevölkerung offen aussprechen – dazu müsste dieses Ziel dem Willen des Volkes entsprechen!

Wir können aus dem Gesagten ersehen, erstens, wie widersprüchlich und infam es ist, zu proklamieren: Wir greifen in das Leben anderer Staaten und Bevölkerungen ein, um ihnen Demokratie zu bringen und zweitens, dass das Ziel der Machtausweitung, Unterdrückung von Information und offener Diskussion impliziert.

Sind die USA eine Demokratie? Erfüllt ihre Regierung den Willen des Volkes?

Entsprechen 700 Militärbasen in aller Welt, deren Betrieb ca. 150 Milliarden Dollar jährlich kostet oder US-geführte Kriege, die Billionen von Dollars verschlingen, dem Willen des Volkes? Oder Rüstungsausgaben von 738 Milliarden Dollar: Die USA haben 2020 knapp drei Mal so viel Geld für Verteidigung ausgegeben wie ihre Rivalen China und Russland zusammen. Ist die Rolle des Welthegemons für die US-Bevölkerung vorteilhaft? Oder handelt es sich bei denjenigen, die diese Hegemonie betreiben um Leute, die den Staat quasi als Firma betrachten, deren Eigentümer sie sind und die dessen Ressourcen inklusive Bevölkerung dazu benutzen, ihr Portemonnaie zu füllen und ihre Macht auszuweiten: das Ziel eines Staates, andere in seine finanziell-wirtschaftliche Abhängigkeit zu bringen, kann eigentlich nichts anderes bedeuten.

Angefügt muss werden: Wenn die landeseigene Währung Weltwährung ist, kann das immense Vorteile für den Wohlstand der eigenen Bevölkerung haben – aber es kann sich mit den Jahren auch als Falle entpuppen, dann nämlich, wenn die Betreiber der Weltwährung (ist es die Regierung?) gewissen Verlockungen nicht widerstehen können:

– das Handelsdefizit hemmungslos vergrössern

– die Finanzwirtschaft von der Realwirtschaft abkoppeln (Finanzkapitalismus)

– die Staatsausgaben hemmungslos vergrössern

– hemmungsloses Ausnützen der Macht, die die Weltwährung gegenüber anderen Staaten verleiht

Die Kuh zugrunde richten auf deren tägliche Milch man sich eingestellt hat.

Produkt einer grossartigen Public Relations Leistung und der Interessen einer übernationalen Elite: Das Bild des Westens von den USA

Realistisch betrachtet handelt es sich bei den USA um einen Betrüger-Staat (oder einen Staat, in den Händen von Betrügern), der als Demokratie gehandelt wird.

Was ist das Recht für die USA und wer sind für sie die Zuwiderhandelnden?

Zwei Definitionen von Recht:

– Das Recht sind derjenige Wille, diejenigen Ansprüche, oder dasjenige Verhalten, die Bestätigung erfahren.

– Das Recht ist der die Menschen verbindende Wille, nicht durch Betrug oder Gewalt Schaden zu erleiden.

Wenn derjenige Wille, diejenigen Ansprüche, oder dasjenige Verhalten Bestätigung erfahren, durch die andere Staaten und Bevölkerungen Betrug und Gewalt erfahren, kann es sich zwar um das Rechtsverständnis einer Hegemonie handeln, aber nicht um Demokratie. Für die USA sind die dem Recht Zuwiderhandelnden – das heisst, die Gefahr und die Bösen – jene, die ihren hegemonialen, imperialen Rechtsanspruch nicht akzeptieren.

Zum Abschluss eine gewagte Prognose: Die deutsche Regierung wird in einem halben Jahr – wenn sie noch im Amt ist – folgendes Gesetz erlassen:

«Wer öffentlich Zweifel daran äussert, dass die USA eine Demokratie sind, wird mit Busse oder Gefängnis bestraft.»

Deutschland verteidigt die Machtausweitung der USA

Es gibt wohl kaum jemand, der daran zweifelt, dass sich die USA durch den Maidanputsch 2014 die Ukraine in ihren Einfluss- oder Machtbereich geholt haben – unter völliger Missachtung des Sicherheitsbedürfnisses von Russland! Es gab einmal eine Zeit, als die – territorialen – Interessenssphären jeder grossen politischen Macht beachtet und respektiert wurden; diese Zeit war mit der Auflösung der UdSSR (1991) zu Ende gegangen – und die USA tut sich sehr schwer damit, anzuerkennen, dass diese Zeit mit Syrien (2015) und der Ukraine (2022) zurückgekehrt ist! In früheren Zeiten bedeutete die Verletzung der Interessenssphäre einer Grossmacht im allgemeinen Krieg – denn sie bedeutete den Versuch einer Machtausweitung zu Lasten der anderen Grossmacht oder eine Gefährdung ihrer Sicherheit.

Indem Deutschland erstens die Interessenssphäre oder Sicherheitszone Russlands nicht anerkennt und zweitens nicht anerkennt, dass Russland die russisch-stämmige Bevölkerung der Ukraine schützen will und drittens nicht anerkennt, dass Russland keinen Nato-bewaffneten, Russland-hassenden Staat als Nachbar dulden kann, stellt es sich auf die Seite eines Machtblocks, der in Russland keinen gleichberechtigten politischen Akteur sieht.

Als Grund, der Ukraine Kampfpanzer zu schicken, gibt Deutschland an, es wolle damit der Ukraine dazu verhelfen, ein souveränes und freies Land zu werden – damit meint Deutschland wohl: ein so souveränes und freies Land, wie es selber ist; das heisst zum Beispiel: zu einem Land, das sich auf Wunsch seiner Verbündeten sich seiner günstigen Energieversorgung berauben lässt und es hinnimmt, dass ihm von seinen Verbündeten zwei Gaspipelines gesprengt werden. Die Schlussfolgerung daraus ist, dass für Deutschland ein Staat dann unabhängig und souverän ist, wenn er vom Westen abhängig ist (aussen- und verteidigungspolitisch, wirtschaftlich und finanziell).

Deutschland will den USA behilflich sein, Russland in denselben Zustand zu bringen, in dem es selber ist. Man kann es auch so formulieren: Der Betrogene (Deutschland) hilft seinem Betrüger (USA) andere Staaten zu betrügen.

Wie begründen die USA, dass sie Russland zerstören wollen oder Macht über es gewinnen wollen? Ihre Masche ist, zu sagen, in diesem Staat herrsche keine Demokratie, es müsse in ihn eingegriffen werden und nachher haben sie ihn in ihrem Machtbereich. Die USA lassen nicht verlauten: Wir bringen den Menschen Frieden, Wohlstand und Kooperation auf gleichberechtigter Basis – sie brauchen die Worte ‘Demokratie’, ‘Freiheit’ und ‘Menschenrecht’, damit lässt sich alles konstruieren und medial gegen Personen und Staaten verwenden, was sie wollen.

Die USA als Wichsvorlage der deutschen Regierung? Die Analogie sehe ich im sich-Aufgeilen an einer Fantasievorstellung. Lustgewinn und Bedeutung aufgrund von Illusionen.

https://test.rtde.tech/inland/161021-bombenstimmung-gruenen-mitglieder-feiern-panzerlieferungen/

Anschlussfragen:

Die USA nennen sich Demokratie und greifen unter diesem Titel in das Leben anderer Bevölkerungen und Staaten ein. Demokratie heisst: Erfüllen des Willens des Volkes. Ist der Wille des Volkes die Diktatur der Medien?

Worin liegt der Sinn von Medien, die helfen, das eigene Land kaputt zu machen und das Volk zu betrügen?

Wer, um seine politischen Ziele zu erreichen, darauf angewiesen ist, den Verstand der Menschen zu unterdrücken und ihnen Informationen vorzuenthalten, kann nur Mitglied einer zahlenmässig sehr kleinen Gruppierung sein. Denn, wer hat ein Interesse daran?

Eine gewaltsame Konfrontation zwischen zwei anderen Staaten organisieren

Ein Staat (oder eine übernationale Gruppierung), der eine gewaltsame Konfrontation zwischen zwei anderen Staaten organisiert, tut das, um gewisse Ziele zu erreichen, allgemein gesagt, um einen Konkurrenten auszuschalten oder seinen – finanziellen – Machtbereich auszuweiten. Wenn allerdings die Machenschaft dieses Staates (oder übernationale Gruppierung) publik würde, wäre seine Reputation empfindlich angeschlagen – dies umso mehr als sein Eingreifen in das Leben anderer Staaten stets unter der Angabe des Grundes erfolgt, er verbreite dadurch Demokratie, Freiheit und Menschenrecht. 

Welche Anhaltspunkte haben wir dafür, dass die USA eine gewaltsame Konfrontation zwischen der Ukraine und Russland organisiert – geplant – haben?

Zuerst muss klar festgehalten werden, dass kein Zweifel daran besteht, dass es ein aussenpolitisches Hauptziel der USA ist, Russland als Grossmacht aus dem Weg zu räumen oder anders gesagt, es in seiner jetzigen Form zu zerstören.

Wie organisierten – planten – die USA den Krieg zwischen der Ukraine und Russland?

– Installation eines Russland-hassenden Regimes (die von langer Hand seit 1945 gepäppelten Bandera-Jünger wurden durch den gewalttätigen Maidan-Putsch 2014 die massgebende politische Kraft)

– Militärische Aufrüstung der Ukraine durch die NATO mit dem Versprechen von Hilfeleistungen im Kriegsfall

– Wenn zwei Ex-Staatsoberhäupter (Poroschenko und Merkel) die Aussage machen, das Friedensabkommen, das zwischen den Konfliktparteien (Ukraine und Russland) vereinbart worden sei und an dem sie mitgearbeitet haben, habe nur den Zweck gehabt, Zeit zu gewinnen, um die Ukraine (durch die NATO) kriegsbereit zu machen, dann ist der Tatbestand der Beihilfe zur Organisation eines Krieges erfüllt.

«Wer als Erster zuschlägt, ist der Schuldige»

Das weiß mein Nachbar, der in Sachen Politik eins und eins zusammenzählen kann, am besten; er wird sagen: meine Worte hätten überhaupt keine Bedeutung, denn es sei unbestritten, dass Russland am 24. 2. 2022 die Ukraine angegriffen habe, so wie Deutschland 1939 Polen und Japan 1941 die USA angegriffen habe (Pearl Harbour). Also sei Russland schuld am Krieg.

Was könnte dem Nachbarn entgegnet werden? Wenn ein Staat oder eine übernationale Gruppierung die Absicht haben, ihre Macht um ein anderes Land, Kontinent oder Grossmacht zu erweitern, werden sie das erstens nicht offen sagen und zweitens werden sie nicht als erste losballern, denn um ihr Vorhaben umzusetzen, brauchen sie Alliierte: Sie werden also Umstände schaffen, die dazu führen, dass der Staat, der das Objekt der Machtgelüste ist, als erster zuschlägt – dann kann ihm die Kriegsschuld zugewiesen werden und dann werden sich Alliierte finden, die auf der Seite der Guten in den Krieg eintreten.

In diesem Sinne schrieb US-Kriegsminister Stimsonbezüglich der Situation 1941 mit Japan in sein Tagebuch:» […] and the question was how we should maneuvre them into the position of firing the first shot without allowing too much danger to ourselves. It was a difficult proposition.«

Allgemein lässt sich sagen, dass durch kombinierte militärische, finanziell-wirtschaftliche und mediale Macht es ohne weiteres möglich ist, einen Kontrahenten in eine Situation zu manövrieren, in dem ihm als Möglichkeit zur Selbsterhaltung nur noch der bewaffnete Kampf bleibt, die Macht aber, die all diese Intrigen und Schachzüge ausführt als legal Handelnde und als das Gute dasteht.

Die Anklage gegen USA, NATO, EU lautet: Organisation (Planung) des Krieges in der Ukraine bzw. Beihilfe dazu.

Die Gruppierung der grundsätzlichen Aufspaltung

Welche Vorstellung haben Menschen von jenen Menschen oder Staaten, die Gegenstand ihrer Macht oder ihrer Machtgelüste sind? Ihre Vorstellungen, die sie von jenen haben, hängen mit den Vorstellungen zusammen, die sie von sich selber haben.

Für jene, die sich als Teil des unendlichen Seins verstehen, ist Aufspaltung in sich und andere – über die Macht angestrebt wird – kein Thema: die Welt wird als Wohnstätte verstanden, in der die geistige Entfaltung aller zum geistigen Reichtum und materiellen Wohlergehen aller beiträgt.

Im Gegensatz dazu steht eine Auffassung von sich selber, in der ich – ideologisch motiviert – über den anderen Menschen stehe: Ein sehr starker Antrieb kann die Vorstellung von der eigenen Sonderstellung oder Alleinstellung durch Abstammung sein – eine in gewisser Weise archaische Vorstellung und den entsprechenden Merkmalen.

Die USA & NATO & EU wollen, dass Russland als eigenständiger Staat aufhört, zu existieren. Was für ein Bild haben Biden, Blinken, Scholz, Baerbock, Stoltenberg von sich selber? Sind sie sich bewusst, dass sie durch ihr Handeln und ihre Entscheidungen diesem Ziel dienen? Denn es heisst, zu seinem Nachteil und gegen den Willen der Bevölkerung in das Leben eines anderen Staates eingreifen unter Angabe des Grundes von Verbreitung von Demokratie, Menschenrecht und Freiheit. Folgt man der Argumentation von Biden, Blinken, Scholz, Baerbock, Stoltenberg ist die Erde ein besserer, schönerer und sicherer Ort, wenn es kein eigenständiges Russland, China, Iran mehr gibt – weil sie dann vom Westen, will sagen, von den USA beherrscht wird; was für die Welt auch gewisse finanzielle Implikationen mit sich bringt; denn die Sicherheitsarchitekten sind auch die Finanzarchitekten.

Ausblick: Was machen diese Menschen, diese Gruppierung, deren Lebensinhalt, Sinn und Beschäftigung bisher war, ihr Finanzimperium (Dollarherrschaft) um Russland, China und Iran zu erweitern, wenn sie notgedrungen davon ablassen müssen?! Ihre Mentalität können sie nicht ändern, oder?!

Gut-sein als Fundamentalismus

Baerbock, Habeck, von der Leyen, Borrell gehören zu denen, die Russland, China, Iran ethisch überlegen sind – will sagen, sie gehören zu den Guten und die genannten Staaten zu den Bösen. Den Status der Guten haben sie deshalb, weil sie das vertreten, was die USA vorgeben und es die USA sind, die bestimmen, was gut und böse und wahr und falsch – und somit das Recht ist.

Der Welt-Hegemon kann die Welt nicht rein militärisch unterwerfen – also muss er sie amerikanisieren: Er bestimmt, was das Gute, die Wahrheit und das Recht ist.

‘Fundamentalismus der Guten’ heisst, eine Position einnehmen, durch die die anderen ‘die Bösen’ sind: es wird dadurch ein Herrschaftsanspruch begründet und die Welt aufgespalten. Das Kriterium von ‘gut’ ist, gegen die ‘Bösen’ zu sein – aber die Bösen können natürlich nicht gegen die Bösen sein: Sie haben nur die Möglichkeit, sich zu unterwerfen.

Die Ideologie der Guten gegen die Bösen hat die Ideologie des Kapitalismus gegen den Kommunismus abgelöst. Die Aufspaltung der Welt oder die Feindhaltung gegenüber Russland, China, Iran wird solange weitergehen als diese sich nicht der Fed (US-Zentralbank) unterwerfen, will sagen, dem US-amerikanischen Finanzsystem. Welches andere Szenario wäre möglich? Den Hintergrund dürfen wir nicht vergessen, nämlich, dass das von den USA gehandhabte Dollarsystem kein statisches System ist (wie ich vermute), will sagen, dass es ohne Ausweitung abstürzt.

Das Gesagte legt nahe, dass Weltpolitik, wie sie die USA betreiben, ein zielgerichtet betriebenes System von Abhängigkeiten ist, das auf Geldwechsel und Geldverleih gründet.