Warum Auschwitz als Ort der Vergasung?

Warum haben die Deutschen millionenweise Juden aus ganz Europa nach Osteuropa (Auschwitz) transportiert, um sie in unmittelbarer Nähe eines Kleinstädtchens und riesiger Industrieanlagen in einer Gebäulichkeit zu vergasen, die sie in jeder abgelegenen Gegend Europas in kürzester Zeit hätten errichten können?! Ich selber kann keine Antwort finden, ich sehe nur Nachteile: denn in unmittelbarer Nähe eines Städtchens mit Bahnhof und riesiger Industriewerke (Buna), plus Zirkulation der Zwangsarbeiter, weiss schon jeder gleichentags, was los ist.

Das Krematorium 1 in Auschwitz I, Stammlager, ist das Vergasungsgebäude, es befindet sich ausserhalb der Umzäunung, und direkt gegenüber dem SS-Krankenhaus. Wo sich Krematorium 1 befindet, sehen wir hier (Gebäude g):

Daraus können wir ersehen, dass die Häftlinge beim Aufnahmegebäude D aus den Bahnwagen ausstiegen, es durch den Hinterausgang verliessen, und dann 200 Meter die Strasse hinunter geleitet wurden, bis zum Vergasungsgebäude.

Den Grundriss von Krematorium 1 (Vergasungsgebäude) sehen wir hier:

Raum (1) (Leichenhalle) ist der Vergasungsraum, den die Opfer durch die Luftschutzschleuse (6) betreten haben. Gemäss Rudolf Vrba waren das 2000 bzw. 3000 Opfer pro Vergasungsgang bei einer Raumgrösse von 210 m², was bezogen auf die Zahl 3000 14 Menschen pro Opfer m² bedeutet.

Erstaunlich ist, dass weder in Auschwitz noch an den Sammelstellen für den Transport Massenpanik ausgebrochen ist, obwohl sich die Vergasungen über etwa drei Jahre erstreckten. Das erstaunt umsomehr als die Judenschaft normalerweise eine sehr gut vernetzte Gemeinschaft bildet. Deshalb konnte wohl auf eine Tausendschaft an Wachpersonal verzichtet werden, und konnte sich das Vergasungsgebäude (Krematorium 1) ausserhalb der Umzäunung befinden. Wo die Opfer ihrer Kleider ablegten – da sie nackt vergast worden sind – ist mir unbekannt. Die Leichen wurden in den Krematorien verbrannt ­– wie das zeitlich aufgegangen ist, und wie der Transport der mit Blausäure behafteten Leichen vor sich ging ist mir unbekannt, wie auch der Ort, wo die Asche hin verbracht wurde – es handelte sich immerhin um die Asche von 2.5 Millionen Menschen gemäss Zeugenaussage von Rudolf Höss dem Kommandanten von Auschwitz von 1940-43 gemäss Schuldgeständnis Punkt 1 im Nürnbergerprozess. Rudolf Vrba sagt zur Einäscherung, die Dauer einer Kremation habe 20 Minuten betragen, und es seien im Krematorium 1 15 Öfen vorhanden gewesen.

Es ist aufschlussreich zu wissen, dass die berühmte Gaskammer Krematorium 1, sich nicht in Birkenau Auschwitz II befindet, sondern im Stammlager Auschwitz I. Wikipedia ist sehr unklar darüber, und auch ich wurde irritiert. Ich kann den Grund dafür verstehen: kann sich doch die Vorstellungskraft Vergasungen hinter der Fassade von Birkenau Auschwitz II viel besser vorstellen, als bei den baulichen Gegebenheiten von Auschwitz I Stammlager, die oben beschrieben wurden: Man stellt sich vor, dass die Bahnwagen direkt in ein Gebäude einfuhren, dann die Opfer herausgetrieben wurden, die Bahnwagen wieder herausfuhren, und auch schon aus Büchsen mit Zyklon B Blausäure-Dämpfe aufstiegen.

Hier sehen wir den Eingang zum Lager Birkenau Auschwitz II:

Einen Plan mit den Lagern Auschwitz I, II, und III, dem Städtchen Auschwitz, sowie den Buna-Werken sehen wir hier:

Das Titelbild zeigt die Buna-Werke Auschwitz

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