Die Schweizer wollen nicht neutral sein, sie wollen zu den «Guten» gehören

Und die Guten sind für sie das, was ihnen von «ihren» Medien als das Gute vorgesetzt wird: EU/USA/Israel. Und das Böse ist Russland (plus Iran und China). Hat das, was man als das Gute betrachtet, nur mit dem Streben nach dem Guten zu tun oder auch mit Opportunismus und dem Finanzsystem? Wie intelligent ist ein Opportunismus, der EU/USA/Israel als das Gute unterstützt?

Wie war das während des zweiten Weltkriegs (1939 – 45)? Wer war damals die Guten und wer die Bösen? Jedenfalls war die Schweiz damals – nach Möglichkeit – neutral und hat diesem Konzept das Fortbestehen ihrer Eigenständigkeit zu verdanken. Was will die Schweiz 2026? Fortbestehen in Eigenständigkeit? Oder zu den Guten gehören und Strafmassnahmen gegen die «Bösen» unterstützen – was die Integration in einen Machblock bedeutet, der USA & Israel & EU heisst. Natürlich kann die Schweiz und ihr Bundesrat spekulieren, dass man sich mit den jetzigen Bösen schon wieder gut stellen kann, wenn der Wind dreht – denn die Russen seien eigentlich gutmütige Kerle und es würden dann wieder die guten wirtschaftlichen und finanziellen Beziehungen von vormals existieren.

Wer von einem Dogma ausgeht, ist geistig nicht eigenständig. Man könnte auch sagen: Wer in Widersprüchen, Falschinformationen, Illusionen und Lügen gefangen ist, ist geistig nicht eigenständig oder jemand, der sich in einem von Lügnern und Betrügern vorgegebenen Rahmen bewegt.

Es ist schwierig, sich dem Würgegriff des westlichen Monopolkapitalismus zu entziehen – wenn man sich geographisch im Herzen Europas befindet. Aber es leuchtet durchaus ein, dass das, was die EU mittlerweile ist, nämlich ein Ausführungsorgan des Monopolkapitalismus, auch die Macht hat, sich den Nimbus des Guten zu geben und zum Beispiel die Schweizer in den Glauben zu versetzen, die westliche Finanzordnung wolle der Welt Demokratie, Freiheit und Menschenrecht bringen. Denn ist es nicht die Finanzordnung, die die ethische Ordnung bestimmt?

Der Westen – und die Schweizer (?) – scheint vollständig überzeugt von der Überlegenheit seiner Zivilisation zu sein – und er führt diese Überlegenheit natürlich nicht auf Überlegenheit durch finanzielle Macht und Gewalt zurück.

Wir haben die Möglichkeit, den Weg verschiedener Kultur- oder Religionskreise zu vergleichen: China (Buddhismus, Konfuzianismus, Daoismus), Iran (Islam), Russland (östlicher Säkularismus, Russische Orthodoxie), USA, Europa (Christentum in örtlichen Ausprägungen), Israel (Judentum). Wobei sich EU, USA, Israel interessanterweise mehr oder weniger als politische und kulturelle Einheit verstehen. Aufschlussreich ist das Verhalten dieser Einheit gegenüber den anderen Entitäten: Sie tritt mit dem Anspruch auf: wir sind die Guten, ihr leider nicht, das muss sich ändern.

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