Wir sollten „Recht“ als „Anspruch“ verstehen, es würden sehr viele Dinge sehr viel klarer:

Wenn zum Beispiel D. sagt, ich möchte in der Stube rauchen, und seine Freundin sagt, ich mag das nicht, dann stehen sich zwei Ansprüche gegenüber – und man kann es so sehen, dass dasjenige, das sich als Anspruch durchsetzt, fortan das Recht ist. Wenn allerdings dieses „Recht“ die Spaltung der Gemeinschaft zur Folge hat, dann ist vermutlich weder dem einen noch dem andern Teil der Gemeinschaft gedient.

Hinter einem Anspruch steckt ein Wollen – das einem anderen Wollen gegenübersteht. Natürlich kann sich jemand durch sein Wollen über den andern stellen.

Die Arten von Ansprüchen (Rechten):

Der Anspruch kann sein:

1) dass der andere etwas an mir unterlässt; z.B. Mord, Raub, Vergewaltigung, Diebstahl, Beleidigungen, …

2) dass der andere mir etwas gibt, z.B. Nahrung, Wohnung, Arbeit, gesundheitliche Versorgung, …

3) dass der andere mir nicht etwas vorschreibt, z.B., wie ich mich zu verhalten, und zu handeln habe, oder was ich zu denken, zu sagen oder zu schreiben habe

Welche Ansprüche könnten diesen entgegenstehen?

zu 1): Ich habe jemanden schändlich hintergangen, es reicht ihm, er will mir ans Leben, oder jemand ist derart in Not, dass er aufs Stehlen verfällt

zu 2): ich möchte nicht Leute unterstützen, die für sich selber sorgen könnten, die Möglichkeit dazu hätten, es aber nicht tun

zu 3): das Verhalten, oder die Handlungen des andern schädigen mich, oder die Allgemeinheit, sie würdigen den Menschen herab, oder stören mich

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