Glaubensreligionen und Pantheismus

In den Glaubensreligionen steht ein der Materie entkleidetes, abstraktes, absolutes Ich – eine Seele – im Zentrum; im Pantheismus ein Ich, das substantiell und inhaltlich mit der Materie (der Natur) verbunden ist. Die Gedanken kreisen nicht um die ewige Erhaltung eines entsinnlichten Bewusstseins, sondern die Erfüllung besteht im Aufgehen des Ichs in der sinnlichen Welt. In den Glaubensreligionen kann die Verbindung mit dem Besten, Schönsten, Wertvollsten (der Gottperson) durch Herabwürdigung und Geringschätzung der Natur bestehen, beim Pantheismus hingegen nicht.  

Zwar kann das Ich durch Herabwürdigung und Geringschätzung auch Ziele finden, im Allgemeinen ist es die Befriedigung, über Dinge und Menschen zu bestimmen, mit dem Höhepunkt des Erfolgserlebnisses, aber es kehrt dann zurück in eine Leere.

Ich denke nicht, dass die Erde befriedet werden kann mit einer Glaubensreligion, denn diese ist eine Herrschaftslehre, nicht aber eine Weisheitslehre. Eine gute Religion sollte eine Weisheitslehre sein, und nicht der Weisheit entgegengesetzt. Die Geschichte der jüdisch-christlichen Religion ist die der Entfernung des Menschen von der Natur.

Ziel des Pantheisten ist die Übereinstimmung des eigenen Seins mit dem Sein überhaupt.

Spinoza und Goethe – und vermutlich auch Schiller und Descartes – sind berühmte Vertreter des Pantheismus.

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