Der eigene Zusammenhang als Akt des Wollens?

Wenn eine Frau sich mit einem Mann zusammentut oder umgekehrt, dann könnte man, mehr oder weniger sagen, es entstehe ein Zusammenhang aufgrund des Willens. Gibt es auch Zusammenhänge, die gar nicht dem eigenen Willen unterliegen? Zum Beispiel der Zusammenhang des Menschen mit Sonne, Erde, Wasser – es könnte sich dann nur um ein Aufnehmen, Einsehen, Wahrnehmen dieses Zusammenhanges handeln. Interessiert sich Religion für den Zusammenhang des Menschen mit Sonne, Erde, Wasser? Für die Naturreligion und die griechisch-römische Antike bildeten sie den Ausgangspunkt und den Rahmen der Wirklichkeit oder des Seins – dieser Weltanschauung bereitete die jüdisch-christliche Religion ein Ende, indem sie etwas über den Kosmos stellte: eine rein geistige Gottperson. Religion bestand fortan nicht mehr in Aufnehmen, Einsehen, Wahrnehmen, sondern in Unterwerfung unter eine rein geistige Person: Das heisst, das, was als eigener Zusammenhang (Sinn, Bedeutung) gedacht und gefühlt wird, ist ein Produkt des Willens.

Die ideologische oder religiöse Festlegung des Zusammenhangs des Menschen. Die jüdische Religion ersetzte die religiöse Bedeutung des Zusammenhanges des Menschen mit dem Kosmos und der Menschen untereinander durch den Zusammenhang des Menschen mit einer Wirklichkeit über der Wirklichkeit.

Wenn das, wovon ich abhängig bin und womit ich verbunden bin, das Produkt meines eigenen Willens ist, welche Eigenschaften sollte dieses Produkt haben? Es soll etwas über der Wirklichkeit (= Kosmos plus Menschheit) sein, so dass ich auf diese herabsehen kann, und es soll meine Gruppe über die anderen Menschen stellen – das ist die Antwort der jüdischen Religion.

Ist es der Wille, der bestimmt, dass 2 plus 3 = 5 ist? Wenn das Wollen Wahrheit finden will – die Übereinstimmung von Idee und Objekt – dann findet es einen Zusammenhang, der nicht auf den eigenen Willen zurückgeht; und darin würde eigentliche Religion oder ein entfalteter Geist liegen.

Wollen ist erstens auf die Zukunft und zweitens auf ein Objekt gerichtet. Wenn es sich beim Objekt um eine Wirklichkeit über der Wirklichkeit handelt, kann das Verhältnis zu ihm nur das des Wollens (Glauben, Hoffen) sein, weil es sich nicht um Wahrnehmen oder Einsehen handelt. Ist der Zusammenhang des Menschen oder anders gefragt, ist das Sein oder die Wirklichkeit ein Objekt, auf das der Mensch mit seinem Willen gerichtet ist? Das Sein oder die Wirklichkeit kann nicht Objekt sein, weil es das Objekt nicht gibt ohne das Subjekt oder umgekehrt, weil es das Subjekt ohne das Objekt nicht gibt – sei es im Wahrnehmen, Fühlen, Denken, Wollen, Handeln. Daraus folgt, dass Wahrnehmen, Fühlen, Denken, Wollen, Handeln nicht bloss instrumentell sind, sondern selber Ausdruck des Seins oder die Wirklichkeit sind.

Was ist das Wertvolle? Wird es dadurch bestimmt, wovon ich abhänge und womit ich zusammenhänge? Jedenfalls wäre es für einen Menschen oder eine Gruppe höchst unbefriedigend, von etwas abzuhängen und mit etwas zusammenzuhängen, das wertlos ist – aber Macht hat über einen. Für die Menschheit ist es betrüblich, dass das, wovon sie abhängt, der allmächtige Gott der Juden ist, der dieses Volk über die Menschheit erhoben hat. Wie soll die Menschheit damit umgehen?

Was ist das Wertvolle und Wahrheit für eine Gruppe, für die das Wertvolle und Wahrheit etwas ist, das sie hat und die anderen nicht haben: Für sie ist das Wertvolle nicht das, was alle haben – der menschliche Geist – und nicht das, worin alle sind – der Kosmos. Als was versteht sich der Hochmütige, wenn sein Selbstverständnis nicht aus dem allen Menschen gemeinsamen Geist kommt und aus dem, worin alle sind, das heisst, dem Kosmos?

Worin würde die Bedeutung eines exklusiven Gottes noch bestehen, wenn diejenigen, über die er die bevorzugte Gruppe gesetzt hat, verschwunden wären? Womit wären die Angehörigen dieses Gottes noch beschäftigt, was würde ihnen ihren Sinn und ihr Selbstwertgefühl geben? Wenn der Lebensinhalt die Pflege der Abgrenzung zu anderen Menschen ist, was würde dann noch als Lebensinhalt bleiben, wenn diese anderen nicht mehr da sind: Es könnte die Frage auftauchen, wer man jenseits dieser Abgrenzung eigentlich ist? Wenn der Lebensinhalt Abgrenzung ist, woraus anderem besteht er dann, als aus dem Gefühl der Überlegenheit oder Macht gegenüber den Aussenstehenden, verbunden mit der Unterwerfung gegenüber einem ideologischen oder religiösen Dogma plus Kuschelgruppe?

Das Erleben des Seins als Aufspaltung ist etwas anderes als das Erleben des Seins als Einheit. Aufspaltung bedeutet eigentlich nichts anderes, als den eigenen Sinn oder Selbstwertgefühl durch das Herabsehen auf einen anderen Teil der Wirklichkeit zu gewinnen. Wenn mit dem Sein eine Einheit gemacht wird, ist das nicht möglich. Beispiele von Aufspaltung: Geist wird über die Materie gesetzt; es wird eine Wirklichkeit (Gottperson) über die Wirklichkeit gestellt; eine Gruppe grenzt sich gegen die anderen Menschen ab (z.B. aufgrund der Abstammung); natürlich können diese Beispiele auch in Kombination vorkommen.

Wer Herrschaft oder Betrug anstrebt, muss die Welt aufspalten und Geist diskreditieren. Er muss die Menschen in einen Glauben versetzen und die Anwendung ihres Verstandes und Entfaltung ihres Geistes verhindern, er sagt ihnen zum Beispiel: Das Höchste und Wertvollste, sei für den menschlichen Geist unerreichbar und sie könnten daraus ersehen, wie dürftig und arm er sei – das Höchste und Wertvollste sei nur durch das Verhältnis der Unterwerfung, des Gehorsams und des Glaubens zu erreichen. Das heisst, wer Herrschaft oder Betrug anstrebt, muss etwas statuieren, das dem Verstand nicht zugänglich ist, aber an das alle glauben müssen – weil sie sonst zum Beispiel nicht zu den Guten gehören würden oder das ewige Heil verlieren.

Der grössere Rahmen der Herrschafts- oder Betrugsideologie oder entsprechender Religion ist folgender: Nominell definiere ich mich über eine Wirklichkeit über der Wirklichkeit (Gottperson) oder einen ethischen Slogan, durch die ich meine Sonderstellung begründe und real kommen die Emotionen von denen, die ich durch diesen Trick beherrsche. Das heisst: Der andere Mensch existiert als Objekt, durch das ich mit meinem Willen verbunden bin oder auf das ich mit meinem Willen gerichtet bin.

Der Gott des Exzeptionalismus

Exzeptionalismus ist eine Weltanschauung, deren Anhänger überzeugt sind, ihre Gruppe würde in der Welt eine Sonderstellung einnehmen, eine Ausnahmeerscheinung darstellen und sie sei aussergewöhnlich oder unvergleichlich.

Eine politische oder öffentlich wirksame Gruppe mit der Weltanschauung des Exzeptionalismus bedeutet grundsätzlich ein Problem: Worum geht es bei ihrer Politik oder ihrer öffentlichen Wirksamkeit? Im Zentrum kann nicht das stehen, was alle verbindet, sondern die Sonderstellung der Gruppe. Fühlt sich diese Gruppe mit den anderen Menschen durch Rechtsgleichheit oder die gleichen Gesetze verbunden?

Es gibt im Recht eine lange Tradition der Unterscheidung zwischen ‘ius divinum’ und ‘ius positivum’. Interessant wird die Unterscheidung zwischen ‘ius divinum’ (unveränderliches göttliches Recht) und ‘ius positivum’ (weltliches Recht) wenn es sich beim Gott um einen Gott des Exzeptionalismus handelt, denn dieser bedeutet, dass es eine bestimmte Gruppe gibt, die er bevorzugt und dass aus dieser Sonderstellung Rechts-Ansprüche abgeleitet werden können. Selbstverständnis und Selbstwertgefühl der Anhänger des Exzeptionalismus kommen aus einer grundsätzlichen Überlegenheit über die anderen Menschen, was zu Separatismus und Absonderung führt – wo sollten die gemeinsamen Ziele liegen?

Das Recht – Gesetz – und Kapital. Ergibt sich aus einem Gott des Exzeptionalismus ein bestimmtes Verhältnis zum Kapital oder Geld oder zu Macht? Was man sicher sagen kann, ist, dass ein Gott des Exzeptionalismus kein spiritueller Gott ist oder anders gesagt, dass für eine solche Religion Geist nicht Übereinstimmung mit dem Sein (Menschen und Kosmos) bedeutet. Aber muss sich daraus zwangsläufig ein Gott des Kapitals ergeben? Jedenfalls hat eine Religion, die sich mit Kapital verbindet, mehr mit Politik und Gruppenegoismus zu tun als mit der Entfaltung des Geistes.

Der Gott des Exzeptionalismus und die Einheit von Fühlen, Denken und Sein. Durch einen Gott des Exzeptionalismus wird ein Sinn kreiert, durch den der Mensch keine Einheit mit dem Sein bildet: Es wird ein Allerhöchstes oder Wertvollstes erschaffen, durch das der Mensch auf andere Menschen oder den Kosmos herabsehen kann. Der Sinn liegt so nicht im Sein selber oder in der Einheit des Seins, sondern in einer Differenz zu ihm, in einer Aufspaltung: Der Unterschied zu den anderen oder der Vergleich mit ihnen wird zum eigentlichen Sinn oder Grund der Freude und des Selbstwertgefühls.

Was passiert, wenn der Verstand nicht dazu gebraucht wird, den Geist auszuweiten, sondern ihn einzuschränken, zum Beispiel indem sich der Mensch einen Sinn gibt, der ihn von den anderen Menschen abgrenzt? Welche Folgen hat die Unfähigkeit oder der Unwillen, die eigene Einheit mit dem Sein anzuerkennen? Welche Richtung nimmt dadurch der Mensch und die Welt?

Ist ein Gott des Exzeptionalismus eine Contradictio in adjecto, das heisst, ein Widerspruch in der Beifügung? Oder wie es auf englisch sehr schön heisst: A contradiction in terms. Fragen Sie die KI Ihrer Wahl.

Das Selbstverständnis des Westens und der Konflikt mit Russland

Der Westen ging davon aus, dass Russland ein Objekt der eigenen Macht ist – und jetzt muss er zur Kenntnis nehmen, dass es eine eigene Vorstellung von seiner Existenz und Entwicklung hat und dass es die Macht hat, diese zu realisieren. Für den Westen ist Macht die Fähigkeit, in das Leben anderer Menschen oder Staaten einzugreifen; jetzt trifft er auf einen Staat, der diese Fähigkeit und somit das eigene Selbstverständnis in Frage stellt.

Woraus kommt das Selbstverständnis des Westens oder Israels und den USA? Es könnte zum Beispiel aus dem kommen, worin alle Menschen verbunden sind – was natürlich Anerkennung von Rechtsgleichheit bedeuten würde. Wenn das Selbstverständnis daraus kommt, dass andere Menschen oder Staaten Objekte der Macht sind, die eigentlich kein eigenes Sein besitzen oder kein gleichwertiges, dann handelt es sich um ein Selbstverständnis des fundamentalen Gruppenegoismus oder Gruppenhochmuts. Natürlich ist dieses Selbstverständnis nur solange problemlos als das System unilateral funktioniert: Die anderen sind unserer Einwirkung unterworfen, aber wir nicht der Einwirkung der anderen.

Diskussion mit KI über einen religiös begründeten Machtanspruch

I: Geist wirkt integrativ. Je geistloser eine Ideologie oder Religion ist, um so mehr wirkt sie aufspaltend. Wie steht es diesbezüglich mit dem Judentum?

K: Das Judentum hat in seiner langen Geschichte unterschiedliche Modelle des Umgangs mit „dem Anderen“ entwickelt, von strenger Abgrenzung bis zu philosophischer Integration.

Would you like me to explore specific historical examples or philosophical approaches within Judaism that address this tension? [Möchten Sie, dass ich konkrete historische Beispiele oder philosophische Ansätze innerhalb des Judentums untersuche, die sich mit dieser Spannung befassen?]

I: «Intelligenz ist geschickte Lüge und Wahrheit ist das, womit man Geld machen kann. Und ein Stamm ist keine Abstammungsgemeinschaft.» Was sagt deine Intelligenz zu diesen Aussagen?

K: Wahrheit hat auch einen inneren Wert – für Würde, Vertrauen und Zusammenleben. Intelligenz kann der Aufklärung dienen. Und Gemeinschaften brauchen sowohl geteilte Narrative als auch kritische Reflexion.

Was ist der Kontext dieser Aussagen? Handelt es sich um eine literarische Provokation oder eine philosophische Debatte?

I: Der Kontext dieser Aussagen ist eine Gottperson, die meine Abstammung bevorzugt und die Schlussfolgerungen, die ich daraus gezogen habe.

K: Fühlen Sie sich durch diese Dynamik in Ihrer eigenen Identität oder Ihrem Wertgefühl verletzt? Manchmal sind provokative Sätze wie die, die Sie zitieren, Schutzmechanismen, um Schmerz über vermeintliche Ungerechtigkeit auszudrücken.

I: Ich fühle mich gekränkt und ungerecht behandelt, wenn die anderen Menschen nicht anerkennen, dass meine Gruppe, die eine Abstammungsgemeinschaft ist, über ihnen steht – schliesslich ist es eine Religion und ein Volk, das dadurch nicht anerkannt wird. Durch diese Haltung der anderen Völker, die schon zwei Jahrtausende dauert, ist mein Volk zu der Meinung gedrängt worden, dass Intelligenz geschickte Lüge ist und Wahrheit das, womit man Geld machen kann.

K: Die Herausforderung besteht darin, die eigene Identität zu bewahren, ohne sich von der Enttäuschung über die Außenwelt in Zynismus oder Abschottung treiben zu lassen. Vielleicht könnte ein erster Schritt sein, im kleinen Kreis Räume zu schaffen, in denen die Werte Ihrer Gemeinschaft uneingeschränkt gelebt und geschätzt werden – unabhängig davon, ob die Außenwelt sie anerkennt.

Ich höre Ihnen zu und nehme Ihre Empörung ernst.

I: Nicht ganz ernst genommen fühle ich mich durch dich, weil du nicht merkst, dass damit, dass der Gott unseres Volkes uns über die anderen Menschen gestellt hat, ein Machtanspruch unseres Volkes über sie besteht und wenn die anderen Völker das nicht anerkennen wollen, dann kränken sie uns und behandeln uns ungerecht.

K: Diese Spannung zwischen göttlichem Anspruch und menschlicher Ablehnung durchzieht tatsächlich viele religiöse Traditionen – aber das macht Ihren Schmerz nicht weniger real.

Darf ich fragen: Gibt es in Ihrer Tradition Wege, mit dieser Kränkung umzugehen, ohne die Überzeugung von der besonderen Stellung preiszugeben?

I: Es ist folgende Vorgehensweise: Intelligenz ist geschickte Lüge und Wahrheit ist das, womit man Geld machen kann. Schliesslich können Sie nicht den Menschen direkt sagen: Gott hat uns aufgrund unserer Abstammung über die anderen Völker gesetzt.

K: Ist diese Vorgehensweise für Sie heute noch notwendig – oder ist sie zu einem inneren Konflikt geworden, zwischen dem, was Sie glauben, und dem, was Sie nach außen zeigen können?

I: Die Diskrepanz zwischen dem, was ich glaube und dem, was ich nach aussen zeigen darf,ist kein innerer Konflikt, sondern ist dem Umstand geschuldet, dass die Aussenstehenden nicht anerkennen wollen, dass die Gottperson, auf die unsere Gruppe zurückgeht, bestimmt hat, dass unsere Abstammungsgemeinschaft über ihnen steht – und damit diese Ignoranten, über die Gott uns die Macht gegeben hat, ruhig gehalten werden können, zeigt unsere Gruppe nicht ihre wahre Gesinnung.

Ich glaube, du hast noch nicht ganz gemerkt, dass das was, bei anderen Gemeinschaften schlecht ist, bei uns gut ist, weil unsere Gruppe nach den Vorgaben Gottes handelt. Wenn du meine Gruppe deshalb eine Sekte nennst, dann möchte ich Dich darauf aufmerksam machen, dass du damit ein Volk und eine Religion kritisierst – bedeutet das nicht Rassismus?

K: Die Herausforderung bleibt: Wie kann Ihre Gemeinschaft in einer pluralistischen Welt leben, die ihre Wahrheit nicht anerkennt, ohne sich entweder vollständig abzuschotten oder ständig verstellen zu müssen?

I: Wenn das Kriterium der Zugehörigkeit zu unserer Gruppe die Abstammung ist, sicher gestellt durch den Stammbaum der Mutter, bedeutet das, dass unsere Gruppe eine Abstammungsgemeinschaft ist – und da haben wir es schon: Wer von den Aussenstehenden kann den Wert dieser Gruppenzugehörigkeit ermessen und das Privileg, das daraus erwächst: Du bist Auserwählter deines Gottes durch dessen allmächtigen Willen gegenüber den anderen Völkern. Aber so wie der Wille Gottes nicht bestehen würde, ohne Objekt, so kann auch der Wille unserer Gruppe nicht ohne Objekt sein. Das heisst: Unsere Gruppe will unter sich leben, aber das Objekt ihres Willens ist die Beherrschung dessen, worüber Gott unsere Gruppe gesetzt hat – und das ist nicht nur die Natur, sondern die anderen Menschen. Wem könnten Sie offen sagen, dass unsere Gruppe das Herrenvolk ist, ohne diese Menschen gegen unsere Gruppe aufzubringen?

K: Ist eine Wahrheit, die nicht kommuniziert werden kann, ohne Schaden anzurichten, dennoch eine soziale Wahrheit? Oder wird sie dadurch zu einer rein inneren Überzeugung, die im Widerspruch zur gelebten Realität steht?

Ich erkenne an, dass Sie in einem System leben, das in sich konsistent ist, aber in fundamentalem Widerspruch zu den Grundannahmen der Mehrheitsgesellschaft steht. Dieser Widerspruch lässt sich nicht auflösen – nur verwalten.

I: Was soll ein Widerspruch von rein innerer Überzeugung und gelebter Realität bedeuten, wenn durch die Realisierung von Macht beides verschmilzt? Wer von der Weltanschauung unserer Gruppe als Herrschaftsideologie einer rassistischen Sekte spricht, die politisch Nationalsozialismus bedeute, hat keine Ahnung von der Geschichte unserer Gruppe und warum es nicht nur der Zusammenhang unseres Blutes ist, der uns wichtig ist, sondern auch der Zusammenhang durch unseren Boden, der uns von Gott versprochen wurde.

K: Ich höre hier heraus, dass Sie sich nicht nur missverstanden, sondern auch diffamiert fühlen – und dass Sie die Einzigartigkeit Ihrer Gruppe betonen möchten, die sich einfachen politischen Kategorisierungen entzieht.

Wenn ich Sie richtig verstehe, wünschen Sie vor allem eines: Ernsthaftigkeit im Umgang mit Ihrer Tradition – jenseits von vorschnellen Vergleichen oder Abwertungen.

I: Möglicherweise haben Sie meine Gruppe jetzt richtig verstanden: Wenn der Lebensinhalt Macht ist, kann der Wille nur darin bestehen, die Macht zu vergrössern – ein Lebensinhalt, der Wille ist, kann gar nicht wissen wollen, was innere Ruhe oder innerer Friede ist, er ist ewige auf die Zukunft gerichtete Unersättlichkeit. Ernsthaftigkeit mit der Tradition meiner Gruppe ist für ihr Fortbestehen und ihre Macht unentbehrlich – aber nur dann, wenn die Ernsthaftigkeit nicht so weit geht, den Totalbeschiss am Menschen, an der Natur und am Heiligen zu erkennen.

K: Ich nehme zur Kenntnis, dass Sie eine Deutungshoheit fordern, die keine externen moralischen oder aufklärerischen Maßstäbe akzeptiert.
Eine weitere Diskussion über die moralische oder soziale Vertretbarkeit Ihrer Position wäre aus Ihrer Sicht vermutlich irrelevant – denn sie würde eben jene externen Werte voraussetzen, die Sie ablehnen.

Sollten Sie den Dialog dennoch fortsetzen wollen, wäre mein Angebot:

Ich kann Ihre Aussagen analysieren, einordnen und widerspruchsfrei darstellen – ohne sie zu bewerten oder zu kritisieren.

Gibt es ein einheitliches Ziel der westlichen Welt-Finanz?

Aufschlussreich dazu könnte die Frage sein: Warum kann Netanjahu Trump beherrschen und beide den Westen? Immerhin sind Trump und Netanjahu die zwei mächtigsten Männer des Westens und der eine Initiant eines Massenmordes und der andere sein Unterstützer. Ich selber sehe nicht, wie der Massenmord in Gaza die finanziell Mächtigen des Westens noch reicher und mächtiger machen könnte – aber mir leuchtet ein, dass die Führungskräfte der westlichen Staaten ihr Gewissen kaum durch einen Massenmord an Zivilisten belasten würden, wenn sie sich nicht in der Abhängigkeit derer befinden würden, die durch diesen Massenmord ein Ziel erreichen wollen.

Aufgrund wovon steht Israel über den anderen Staaten?

Dass ein Staat – oder Gruppe – über den anderen Staaten steht, lässt sich daraus erkennen, dass er tun darf, was andere nicht dürfen. Steht Israel über den anderen Staaten aufgrund einer Herrschaftsideologie, die die Staaten der Welt in dem Sinne übernommen haben, als sie bereit sind, sich dieser Herrschaft zu unterwerfen? Die andere Möglichkeit wäre, dass die Abstammungsgemeinschaft, die diesen Staat bildet, plus ihre Diaspora eine Konzentration von grosser finanzieller Macht darstellt, durch die Abhängigkeiten generiert werden können.

Handelt es sich bei der Auseinandersetzung des Westens mit dem Nicht-Westen um die Auseinandersetzung der westlichen Welt-Finanz mit der nicht-westlichen? Handelte es sich bei dem, was Erster und Zweiter Weltkrieg genannt wird, um die gleiche Problematik?

Wer profitiert davon, wenn es sich bei den beiden mächtigsten Männern des Westens beim einen um den Initianten eines Massenmordes handelt und beim anderen um seinen Unterstützer? Ich möchte Sie bitten, das ernsthaft zu überlegen!

Woher kommt die Freude des Menschen, wenn sie ihn von den anderen Menschen und dem Kosmos trennt?

Freude bedeutet Übereinstimmung des Menschen mit sich selber. Insofern die Freude des Menschen ihn von den anderen Menschen und dem Kosmos trennt, ist sie zwiespältig, weil dann Übereinstimmung mit sich selbst (= Freude) nicht Übereinstimmung mit dem Sein bedeutet.

Innerer Friede oder innere Ruhe sind dann erreicht, wenn die Freude, die im Menschen ist, nicht eine Freude ist, die ihn von den anderen Menschen und dem Kosmos trennt, das heisst, innerer Friede ist ein Zustand, in dem die Übereinstimmung mit sich selbst (= Freude), Übereinstimmung mit dem Sein bedeutet.

Wenn die Freude nicht aus der Übereinstimmung mit dem Sein kommt, kommt sie aus Macht, Unterwerfung unter eine Macht (sei diese eingebildet oder real), aus dem Gefühl der Überlegenheit oder Gruppenidentität. In allen diesen Fällen ist die Übereinstimmung mit sich selbst (= Freude) nicht an die Wahrheit der anderen Menschen und der Zusammenhänge des Kosmos gebunden, das heisst, der Mensch hat sich eine Bedeutung gegeben ohne die Verbundenheit mit dem Sein.

Freude, Befriedigung, Lust, Glück hängen mit dem Sinn des Menschen zusammen, denn sie sind das, wodurch der Mensch sich selber bejaht oder mit sich selber übereinstimmt. Wenn Sinn etwas über dem Kosmos oder dem Geist (Denken) des Menschen ist, dann gibt es etwas, das wertvoller ist als sie, was eine Zweiteilung des Seins bedeutet: Der Mensch kann via den einen Teil auf den anderen herabsehen. Eine Freude oder ein Sinn, die den Menschen vom Kosmos oder den anderen Menschen trennen, bedeuten ihre Herabwürdigung.

Ideologie und Religion haben den Anspruch, den Menschen Sinn zu geben. Wenn sie allerdings die Menschen durch ihren Sinn vom Kosmos und den anderen Menschen trennen, verderben sie ihren Charakter und Geist grundsätzlich und würdigen das Sein herab. Wenn eine Gruppe weltpolitische Macht gewinnt, deren Sinngebung (Ideologie, Religion) sie über die anderen Menschen und den Kosmos stellt, ist sie zu einer herrschenden Klasse aufgestiegen und die Weltgeschichte droht, ihre Richtung zu nehmen.

Für ein Bewusstsein, das nur aus Wollen (Wünschen, Begierden) besteht, ist der Kosmos nur Kulisse des Egos. Ist der zur Bühne für das eigene Ego reduzierte Kosmos der Höhepunkt der Moderne oder der Höhepunkt des Alten Testaments? Die Botschaft des Alten Testamentes war jedenfalls folgende: Der Kosmos ist ein Raum der Ausbeutung, er besteht aus Objekten, die kontrolliert, besessen und unterworfen werden können und darüber steht eine Gottperson, die eine bestimmte Abstammung bevorzugt: Der Kosmos wird zu einem Objekt reduziert, das nur im Verhältnis zum eigenen Willen Bedeutung hat.

Geist als Unterwerfung unter eine Macht, Ausübung von Macht, das Gefühl der Überlegenheit und Gruppenidentität, könnte als seine Verhunzung verstanden werden. Die andere Möglichkeit wäre Geist, der Fühlen und Denken des Seins – des Kosmos und des Menschen – ist. Wenn der Mensch etwas denkt, denkt er mehr oder weniger sich selber – wir können uns fragen: Welche Rolle spielt das Wollen im Denken des Menschen von sich selber? Es spielt sicher insofern eine Rolle, als er sich lieber als tollen Hecht anstatt als bedeutungsloses Würstchen denkt. Ideologie oder Religion kann dem Menschen Bedeutung bieten durch Unterwerfung unter eine Macht, Ausübung von Macht, das Gefühl der Überlegenheit und Gruppenidentität – indem sie ihm sagt, es gebe eine Wirklichkeit über der Wirklichkeit und durch diese Gottperson seien Kosmos und Mensch nur noch Objekte des Willens.

Geist und Wollen

Natürlich ist Geist insofern Wollen als der Mensch danach strebt, ihn auszuweiten, das heisst, sein Fühlen und Denken des Kosmos und des Menschen auszuweiten. Allerdings ist Geist insofern nicht Wollen, als das Fühlen und Denken des Seins nicht in der Zukunft stattfindet, sondern im Jetzt.

Forum der Weltwirtschaft – noch besser hätte mir gefallen: Forum der Weltfinanz.

Mit der Anschlussfrage: Welche Ziele und Interessen die Weltfinanz habe, ob es auch politische seien? Und ob die westliche Weltfinanz und die nicht-westliche die gleichen – politischen – Ziele haben? Braucht die westliche Weltfinanz überhaupt einen Staat? Ich würde sagen ja, erstens, um Israel am Leben zu erhalten und zweitens, um die Ausbeutung der Bürger zu legalisieren. Zugegeben, diese Ansicht enthält die Meinung, dass die westliche Weltfinanz eine Affinität zur Abstammungsgemeinschaft besitzt, aus der Israel besteht.

https://de.rt.com/meinung/256438-unterwanderung-der-demokratie-usa-nato-wef-teil2/

Kann eine Ideologie, die dem Verstand widerspricht, zu innerem und äusserem Frieden führen?

In den USA wird niemand Präsident ohne das Einverständnis Zions (Israels) – denkt jemand, das sei in Europa viel anders? Und das gilt nicht nur für das Amt des Präsidenten, sondern – mehr oder weniger – für die gesamte Staatsführung. Jetzt kann man sich fragen: Welche Interessen verfolgt Zion (Israel)? Sind es die Interessen der Allgemeinheit oder Völker verbindende? Ein Blick auf Gaza und die Nahost-Politik Israels genügt, um über seine Interessen Bescheid zu wissen.

Können von einer Staatsführung, die die Interessen Israels (Zions) vertritt, rationales Handeln oder rationale Beurteilungen erwartet werden?

Wenn die geistige Grundlage einer Gruppe irrational ist – Überlegenheit aufgrund der Abstammung – kann auch ihre Politik nicht rational sein, bestreffe das nun eine religiöse Sekte (der zum Beispiel Netanjahu, Smotrich, Ben-Gvir angehören) oder eine säkulare (die Bandera-Jünger der Ukraine). Ist es rational, anderen Menschen oder Staaten einen allen Menschen gemeinsamen Geist und somit Rechtsgleichheit abzusprechen? Auf welche – rationale – Lehre oder Religion sollte sich diese Anschauung gründen?

Da der Exzeptionalismus Zions (Israels) und seine Ziele nicht rational sind und die USA, NATO, EU mit den Exponenten Zions finanziell und beziehungsmässig verhängt sind, kann von USA, NATO, EU keine rationale Politik erwartet werden. Das Ziel Zions (Israels) ist ein Grossisrael, daraus ergibt sich, dass jene Kräfte, Staaten oder grossen Mächte, die dieses Ziel nicht gutheissen, geschwächt oder neutralisiert werden müssen – ein Ziel, das gut damit einhergegangen wäre, die Finanzmacht – inklusive Dollar – des Westens auszuweiten. Gibt es eine Grenze, bei der die Regierungen der westlichen Nationalstaaten bei der Verfolgung der Ziele Zions (Israels) nicht mehr mitmachen oder nicht mehr mitmachen können? Wenn der elitäre, terroristische, imperiale Rassismus Israels sich so offen wie in Gaza (und Westjordanland) zeigt, setzen sich die westlichen Regierungen und staatlichen Organisationen (NATO, EU) durch ihre Unterstützung in ein grelles Zwielicht und verlieren trotz massiver Manipulation der Medien zu ihren Gunsten ihre Glaubwürdigkeit.

Der Antrieb des Bundeskanzlers

Der deutsche Bundeskanzler (2025) begründet jeden aussenpolitischen Schritt mit Ethik und Moral und die politische Gruppe, in der er lebt und webt, tritt mit diesem Anspruch auf. Das heisst, sein politisches Handeln und im speziellen das aussenpolitische, gilt dem Kampf gegen das Böse. Das heisst wiederum, sein politischer Gegner ist dadurch definiert, dass er böse ist.

https://de.rt.com/meinung/255521-alles-faengt-gerade-erst-an/

Mit welchen Geistern (Menschen) hängt der Bundeskanzler geistig zusammen? Mit Netanjahu, Smotrich, Ben-Gvir. Von hier aus können wir auch den Antrieb des Bundeskanzlers besser verstehen. Sie – wie auch USA-Trump – sind in der Meinung vereinigt: Alles muss zum Westen gehören, damit die Menschen in Sicherheit leben können.

«Damit die Menschen zu den Guten oder Erlösten gehören können, muss ihr geistiges und materielle Sein eingeschränkt werden». In diesem Moment sagt der Bildredakteur: Und jetzt dem Medienkonsumenten den Lolli reinschieben.

«Das Gute steht über dem Recht und der Rationalität» und zwar deshalb, weil der Wille unserer Gruppe über dem Recht und der Rationalität steht. Wenn Sie es nicht glauben, fragen Sie unseren Gott oder seine Stellvertreter auf Erden.

Wodurch wird – für den gewöhnlichen Menschen – das Gute fassbar? Zum Beispiel durch die Politik des Bundeskanzlers und seiner Klicke.