Die Bedeutung von Macht in der jüdischen Ideologie

Im Verhältnis der Macht wird die Beziehung zwischen einem selber und dem anderen durch Wollen bestimmt oder anders ausgedrückt: Meine Wahrnehmung des Objekts oder das, was es sein soll, wird durch mein Wollen festgelegt – das heisst, es herrscht in gewisser Weise eine Identität zwischen mir und dem Objekt, die durch meinen Willen festgelegt wurde.

Macht über das Sein ist nicht das Sein selber. Das gilt für eine Gottperson, aber auch Individuen oder Gruppen, deren Lebensinhalt Macht über andere Menschen ist. Dass Macht über das Sein nicht das Sein selber ist, kann daraus ersehen werden, dass das Prinzip von Macht die Trennung von «Geist» und Sein ist: Im Verständnis des Machtorientierten ist Sein (die Wirklichkeit) nicht ein unbegrenzter Zusammenhang, sondern Produkt eines Willens. Anschlussfrage: Ist das Verhältnis der Macht, Ausdruck der Liebe zum Sein?

Macht ist eine Art zu existieren, bei der Geist – das Fühlen und Denken – sich vom Sein abspaltet, indem das Bewusstsein zwischen sich und seinem Gegenstand (Menschen, Kosmos) zielgerichtet eine Abgrenzung aufrichtet und sich auf diese Weise dem Sein verweigert bzw. sich selber eingrenzt. Es ist das, was die jüdisch-christliche Ideologie macht, indem sie Geist mit Willen oder Macht gleichsetzt und ihn über die Materie stellt.

Macht – eine Möglichkeit das eigene Sein seines unendlichen Zusammenhanges zu berauben

Indem ich zu anderen Menschen die Haltung der Macht einnehme, konstituiert deren Sein, mein eigenes Sein nur in einer reduzierten Weise: Ich bin bei ihnen in einer distanzierten, kanalisierten, kalkulatorischen Weise, in der ich mich als Ursache von ihnen fühle: Das eigene Existieren wird – via ‘Ursache des anderen sein’ – als eigener Realisierungsakt oder anders ausgedrückt als Ergebnis des eigenen Willens empfunden. Indem ich mit einem reduzierten – oder herabgewürdigten – Sein eine Einheit mache, wird die Identität (Wesenseinheit) des eigenen Seins mit dem – unendlichen – Sein ausgehebelt.

Der Inhalt des Willens des Machtorientierten

Sein Interesse ist nicht, den Geist und das materielle Sein der Menschen zur Entfaltung zu bringen, sondern aus ihnen dressierte Affen oder Sklaven zu machen. Da niemand ein Interesse daran hat, von anderen Menschen gemäss deren Willen «erschaffen» zu werden, müssen die Macht-Orientierten mit Betrug oder Gewalt operieren.

Aus dem Verständnis der Wirklichkeit (des Seins) als unendlicher Zusammenhang kann eine Volksgruppe nicht herleiten, über den anderen Völkern zu stehen und es kann keine Legitimation der Macht über sie hergeleitet werden. Der unüberbietbare Trick einer Volksgruppe, die Wert auf ihre Abstammung legt und für die Macht das Höchste auf der Welt darstellt, ist es, etwas zu installieren, das über der Wirklichkeit oder dem Sein steht und dieses speziell mit der eigenen Volksgruppe zu verbinden – so wurde der jüdische Gott geboren.

Die an der Macht Orientierten sind nicht am Sein oder an der Wahrheit orientiert. Das gilt auch für ihre Unterhunde. Psychologisch und historisch ist der Zusammenhang zwischen Macht und Wahnideen interessant. Damit ist der Konfliktherd Israel angesprochen.

Da eine auf Beherrschung anderer Menschen oder Staaten ausgerichtete Politik nur mittels Täuschung, Betrug oder Gewalt erfolgreich sein kann, mündet durchschlagende Macht in die Schaffung einer Parallel-Welt, in der die Inhalte von Unterhaltung, Medien, Finanzsystem, akademischem und politischem Milieu nicht Ausdruck des entfalteten, eigenständigen Geistes der Bevölkerung sind, sondern des Willens der herrschenden Klasse, sie für blöd zu verkaufen. Die Macht-Orientierten müssen ignorieren, dass Klugheit einen Zusammenhang mit Wahrheit hat, da Widersprüche, Wahnideen und Lügen zur Etablierung der Macht notwendig sind, aber der Klugheit widersprechen.

Zum Schluss wieder einmal die Frage: Wie geeignet ist die jüdische Ideologie, der dazugehörige Staat und die von ihnen beherrschte Grossmacht zur Führung der Welt oder als ihr Vorbild?

Die politische und finanzielle Macht einer Abstammungsgemeinschaft

Wie anzunehmen ist, wäre sie nicht zu dieser Wichtigkeit gekommen, wenn es nicht ihr Ziel gewesen wäre. Für eine Religion mutet Macht als Ziel nicht sehr religiös an, aber das gilt nicht für eine archaische Stammesreligion, deren Religion genauso politisch wie religiös ist. Seit der Ausrufung der Menschenrechte kommt allerdings der Verdacht auf, dass es sich bei den Betreibern eines Staates mit Stammesreligion um Erwachsene handelt, die geistig im Kleinkindalter steckengeblieben sind.

Religion sagt den Menschen, was die Welt, die anderen Menschen und sie selber sind und sie sagt ihnen, was gut und böse ist. Wie steht es damit, wenn die Deutung der eigenen Existenz über die Abstammung läuft?

Was soll überhaupt die Verbindung von Religion und Abstammung? Mit Spiritualität und Gottesfurcht dürfte es kaum zu tun haben, wenn der Rest der Menschheit vom Göttlichen ausgeschlossen wird – Religion und Abstammung zu verbinden, legt eine politische Absicht nahe, das heisst, den Zusammenhalt der Gruppe durch religiöse Untermauerung zu festigen, sie zu erhalten und möglicherweise ihre Macht zu vergrössern. (Darum gibt es ein Buch von Spinoza, das «Theologisch-politischer Traktat» heisst und das von den Juden handelt.)

Was könnte der Grund sein, wenn eine Gruppe von Menschen, die eine allmächtige Gottperson verehrt, nicht möchte, dass alle Menschen in ihrem Gott vereinigt sind? Menschen, die in diesem Gott vereinigt sind, sind grundsätzlich alle gleich an Wert und Rechten – es wäre zum Beispiel nicht möglich, einer Bevölkerung, die im gleichen Gott vereinigt ist, aus religiösen Gründen ihr Land wegzunehmen. Wenn eine Abstammungsgemeinschaft (‘Volk’) nicht möchte, dass alle Menschen in ihrer allmächtigen Gottperson vereinigt sind, dann liegt der Schluss nahe, dass sie  einen Nationalsozialismus pflegen will – der aber imperiale Ambitionen hat, denn die religiöse Autorität auf die sie sich beruft, ist allmächtig: Da der jüdische Gott die Juden über die anderen Völker gestellt hat, sind diese vom jüdischen allmächtigen Gott so betroffen, dass er sie unter das jüdische Volk gestellt hat – was soll das anderes heissen als, dass die Juden das Herrenvolk sind?

Was könnte der Grund sein, dass ein Volk, das durch seinen Gott über die anderen Völker gestellt wurde, keinen eigenen Staat hat? Oder aktueller gefragt: Was können wir daraus schliessen, wenn dieses Volk einen eigenen Staat hat?!

Da dieses Volk sich gegen die anderen Völker abschliesst und der Meinung ist, es stehe über ihnen, besteht sein Verhältnis zu ihnen durch Macht – der eigene Staat dieser Abstammungsgemeinschaft (in einem fremden Kulturkreis, durch Vertreibung des ansässigen Volkes entstanden) drückt diese Macht aus. Wodurch besteht diese Macht? Da die Bevölkerungsgrösse einer Abstammungsgemeinschaft beschränkt bleiben muss, kann sie nur durch die Macht über eine Grossmacht bestehen – und wie sollte diese erreicht werden ohne finanzielle Unterwanderung? Die Errichtung des jüdischen Staates in Palästina war der Sieg des Mammons über das Recht.

Was ist der Lebensinhalt oder das Wertvolle für den Staat Israel? Ist es die jüdische Religion oder ein Eretz Israel (plus Gazastreifen, Westjordanland, Ostjerusalem) in dem nur noch Juden (gemäss Judennachweis) existieren? Da zum Beispiel im Iran auch 10’000 Juden wohnen, kann der Lebensinhalt ‘jüdische Religion’ nicht an ein bestimmtes Territorium oder Staat gebunden sein – so wenig wie der Lebensinhalt ‘christliche oder muslimische Religion’. Allerdings handelt es sich bei der jüdischen Religion – im Unterschied zur christlichen und muslimischen – um die Religion einer Abstammungsgemeinschaft (Volk kann man eigentlich nicht sagen, weil in der jüdischen Abstammungsgemeinschaft verschiedene Völker zusammengefunden haben, es gibt zum Beispiel auch äthiopische Juden).

Selbstdefinition, Lebensinhalt, das Wertvolle anhand der Juden

Stell dir vor, du würdest dich über etwas definieren, das nur du hast und die anderen nicht haben. Zum Beispiel, dass du der vierte Sohn deiner Mutter bist oder über deinen Fingerabdruck. Das, worüber man sich definiert, ist doch der Lebensinhalt oder das Wertvolle: es ist das, wovon man sich abhängend und womit man sich zusammenhängend denkt.

Und jetzt stell dir eine Gruppe vor, die sich darüber definiert, dass sie etwas hat, was die Menschen ausserhalb der Gruppe nicht haben – zum Beispiel die Abstammung, einen Pimmel, Geld oder die Neigung, sich als Teil des anderen Geschlechts auszugeben.

Das Problem dabei, sich über etwas zu definieren, das die anderen Menschen nicht haben, ist, dass du all das ignorieren musst, das die anderen Menschen gemeinsam mit dir haben.

Die Juden definieren sich zuallererst als Abstammung, das heisst, als Gruppe und nachgeordnet als Mensch. Daraus ergibt sich, dass für sie der Lebensinhalt und das Wertvolle nicht etwas sein können, das alle Menschen verbindet, sondern etwas, über das sie exklusiv verfügen (die Abstammung). Es stellt sich die Frage: Was ist für die Juden das ethisch Gute – wenn sie keine Wesenseinheit mit den anderen Menschen machen? Immerhin muss man feststellen, dass das ‘Wertvolle’, das die Juden vertreten, den anderen Völkern überhaupt nichts nützt, sondern im Gegenteil, eine Ungleichheit – in Wert und Recht – der Völker statuiert. Da die Juden bzw. Israel durch das ‘Wertvolle’ das sie vertreten, Ungleichheit der Völker – in Wert und Recht – statuieren, ist es um so grotesker, wenn sie von ihnen erwarten, dass sie ihnen zu Hilfe eilen, um rassistische Ziele zu erreichen.

Tausende zu Tode gebombte Kinder damit die Juden in einem territorial vergrösserten, abstammungsmässig reinen Staat leben können.

Ist ein abstammungsmässig reiner Staat in irgendeiner Hinsicht ein wertvolles Ziel oder bedeutet er einfach nur Rassismus? Jedenfalls erfährt dieses Ziel die Unterstützung der deutschen bzw. der US-Regierung, das heisst, derjenigen Regierungen, die ihr Eingreifen in das Leben anderer Staaten stets mit der Verbreitung von Demokratie, Freiheit und Menschenrecht rechtfertigen.

Ein territorial vergrösserter, abstammungsmässig reiner Staat, ist dann ein lohnendes Ziel, wenn es das Ziel der den Westen beherrschenden Gruppe ist.

Ohne Israel würde der sichtbare Beweis der Macht und Existenz des Judentums fehlen

Warum sollte eine Religion, deren Sinn oder Hauptinhalt die Abgrenzung gegen andere Menschen ist, grossen Wert auf einen sichtbaren Beweis ihrer Macht und Existenz legen? Und worin soll überhaupt die Macht des Judentums bestehen? Vielleicht ist jemand der Meinung, der westliche Kleinstaat im arabischen Raum hätte auch ohne enorme Finanzkapazitäten und entsprechendem internationalen Beziehungsnetz errichtet werden können? Und vielleicht ist jemand der Meinung, eine übernationale Gruppe könne ihre Ambition, das Parlament einer Grossmacht – USA – zu kontrollieren, auch ohne Geld realisieren?

Wenn es den jüdischen Staat nicht gäbe, würde dann irgend jemand merken, dass wir im jüdischen Zeitalter leben? Und woraus hätten dann diejenigen, denen ein Staat mit Angehörigen der eigenen Abstammung so sehr am Herzen liegt, ihre Identität, wenn er nicht mehr existieren würde? Denn einfach Mensch oder Bürger eines Staates sein, ist nicht ihre Identität. Dazu allerdings, sich mit einer Gottheit zu identifizieren, die exklusiv mit der eigenen Abstammung verbunden ist, gehört nicht nur ein starker Glaube, sondern auch entsprechende Sozialisation und ein entsprechender Charakter.

Für eine Finanzreligion, wie für eine Abstammungsreligion ist Abgrenzung gegen andere Menschen das A und O ihrer Existenz – von daher kann man sagen, dass die Verbindung von Finanzreligion und Abstammungsreligion beträchtliche Synergien enthält. Allerdings hat eine Finanzreligion nur bedingtes Interesse an einem sichtbaren Beweis ihrer Macht und Existenz – vor allem dann, wenn sie zugleich eine Abstammungsreligion ist. Geld und Macht ist das eine – Ehre das andere. Ehre bedeutet, dass die anderen Menschen wissen, wie grossartig man selber ist. Und da steht eine Finanzreligion, die zugleich eine Abstammungsreligion ist vor einem Problem. Aber warum nicht mit einem Problem zwei lösen, denn ein Volk mit dem archaischen Konzept einer Gottheit, die exklusiv mit diesem Volk verbunden ist, wäre in der modernen Welt – ohne eigenen Staat – ein Auslaufmodell geworden.

Israel – ein Prestigeobjekt der jüdischen Elite? Dass ‘ein Schutzraum für die Juden’ nicht mehr als ein geschickter Slogan war, zeigte sich darin, dass der jüdische Staat immer unverhohlener und gewalttätiger das Land der ortsansässigen Bevölkerung in Besitz nahm – das ist nicht die Art einer Bevölkerung, die in Frieden und Sicherheit leben möchte. Als Prestigeobjekt der jüdischen zionistisch eingestellten Elite war das Projekt eines westlichen Kleinstaates mit rassenreiner Bevölkerung in Palästina jedenfalls gut gewählt – denn um es zu erhalten, ist es nötig, den arabischen Raum und sozusagen 80% der Welt zu konfrontieren bzw. in ein Unterwerfungsverhältnis zu bringen.

Die Erhaltung der Abstammungsgemeinschaft, die Installation eines westlichen Staates im arabischen Raum und Prestigedenken der jüdischen Elite waren, wie anzunehmen ist, die Gründe für die Etablierung eines Staates Israel in Palästina. Eine andere Seite könnte mit der Frage angesprochen sein: Wie viel Geld konnte mit US-Waffen verdient werden, die direkt oder indirekt mit Israel zusammenhängen?

Die westlichen Regierungen und Leitmedien verkaufen ihre Abhängigkeit vom jüdisch dominierten westlichen Finanzsystem als Kampf für das Gute, das heisst, es handelt sich bei ihnen nur um Leute, die Klientelpolitik betreiben – klarer als am gegenwärtigen Israel (Stand November 2023) konnte das noch selten beobachtet werden. Sie verkaufen ihren Bevölkerungen das als das ethisch Gute, das ihnen von denen vorgegeben wird, denen sie Karriere, Medienpräsenz und Gehalt verdanken – dafür sind sie sogar bereit, das gutzuheissen, was Israel mit der Bevölkerung in Gaza macht: Mechanische Massentötung von Zivilisten durch Bomben.

Wenn der Sinn eines Staates an eine Bevölkerung gebunden wird, die sich über die Abstammung definiert, sind wir dann beim Nationalsozialismus?

Diese Frage kann man an Israel richten.

https://test.rtde.tech/europa/185862-joschka-fischer-im-interview-es/

Wo würden die deutschen Grünen heute ohne die USA stehen? Dasselbe kann man sich bezüglich Israel fragen. Da beide den gleichen Sponsor haben, bilden sie eine Art Schicksalsgemeinschaft. Wo würde heute die Ukraine ohne die USA stehen, das heisst insbesondere, ohne Westputsch 2014?

Was sich seit etwa 1933 sicher geändert hat, ist die Bedeutung der Wörter ‚Ariernachweis‘ und ‚Judennachweis‘, die beide dazu dienten bzw. dienen, die Abstammung nachzuweisen. Mit dem Judennachweis können Ausländer seit 1948 Bürger von Israel werden – dafür müssen allerdings die ortsansässigen Menschen vertrieben werden. Ob das ein Fortschritt im Menschenrecht, Völkerrecht und in der Rechtsgleichheit bedeutet? Was meinen Sie dazu, Herr Fischer?

Was verbindet Netanjahu und Selenskyj?

Was ist von einer Regierung zu halten, die sich gegen die Bevölkerung abgrenzt, deren Territorium sie beansprucht? Die Botschaft von Netanjahu und Selenskyj an die Bevölkerung von Palästina bzw. Lugansk/Donezk ist folgende: Wir wollen euer Land, ihr stört nur, entweder ihr verschwindet oder ihr lebt unter den Bedingungen, die wir euch diktieren.

Netanjahu und Selenskyj grenzen sich gegen eine Bevölkerungsgruppe ab – das können sie, es liegt in ihrer Freiheit; aber warum lassen sie sie nicht einfach in Ruhe? Sie wollen ihr Land. Was gibt ihnen die Legitimation dazu? Die Ideologie der überlegenen Abstammung. Darum können sie mit der ansässigen Bevölkerung nicht einen gemeinsamen Lebensraum – Staat – machen.

Was ist für Netanjahu und Israel Geist oder das Wertvolle? Etwas, das die anderen Menschen auch haben oder kommen Befriedigung, Sinn, Selbstverständnis aus etwas, das die Israeliten haben und die anderen Menschen nicht haben? Die mentale Voraussetzung um ansässigen Menschen auf staatlicher Basis ihr Land wegzunehmen, ist das Gefühl von Überlegenheit ihnen gegenüber und die Idee, das Verfügungsrecht über sie und ihr Eigentum zu haben. Woher kommt diese Idee (Vorstellung), mehr wert zu sein als andere Menschen?

Worum geht es Netanjahu und Israel? Darum, dass dort, wo jetzt die angestammten Bewohner Palästinas leben (Gaza, Westjordanland, Ost-Jerusalem) Juden wohnen, das heisst, die angestammten Bewohner Palästinas verschwinden. Und dann – ist Netanjahu und Israel befriedigt? Es würde heissen, dass 2.5 Millionen Palästinenser aus dem Westjordanland und 2.3 Millionen aus Gaza sich eine neue Heimat suchen müssten – weil es Israel so wünscht, um in dem freiwerdenden Land Juden aus der ganzen Welt anzusiedeln und wer aus dem Ausland israelischer Bürger werden kann, hängt vom Nachweis der jüdischen Abstammung ab. Wenn es nicht Juden wären, die solche Pläne hegten, würde man solche Leute für rassistische Verbrecher halten oder wie andere gerne zu sagen pflegen: Nazis.

Dem Faschismus wird vorgeworfen, Überlegenheit über andere Menschen ideologisch herzuleiten, dieser Vorwurf muss allerdings auch dem Exzeptionalismus gemacht werden, zum Beispiel dem jüdischen – politischen – Exzeptionalismus: Der jüdische Staat – Israel – hat einen ideologischen oder spezifischer ausgedrückt, einen religiösen Hintergrund und wenn sich dessen Regierung gegen die Bevölkerung abgrenzt, deren Territorium sie beansprucht, handelt es sich um eine Ideologie des Exzeptionalismus.

Beachtenswert ist, dass diejenigen, die sich auf den Exzeptionalismus berufen – um ihre Handlungen zu begründen – zum Beispiel USA/Israel, diesen stets im Sinne von ethischer Überlegenheit verstanden wissen wollen, nicht aber im Sinne einer skrupellosen Haltung gegenüber Aussenstehenden.

Die Widersprüche des Staates Israel




Die Grundlage des Staates Israel ist eine allmächtige Gottperson, zu der aber nicht alle Menschen Zugang haben, sondern nur jene mit der richtigen Abstammung, das heisst, die jüdische Abstammungsgemeinschaft. Bedeutet es einen Widerspruch, den Rest der Welt vom höchsten Gut – das heisst, dem Göttlichen – auszuschliessen?

Auch die Christen und Moslems glauben an eine rein geistige, wollende, allmächtige Person – aber für sie ist der Zugang zu ihrem Gott nicht von der Abstammung abhängig. Man wird nicht sagen können, der Glaube an eine allmächtige Gottperson, die ein bestimmtes Volk andern vorzieht, bedeute einen Widerspruch – obwohl es skurril anmutet! Was man hingegen sicher sagen kann, ist, dass diese Religion, oder Ideologie grundlegend antidemokratisch und rassistisch ist. Wenn sie einen eigenen Staat hat – das heisst, sie die Grundlage eines Staates ist – dann ist es zwangsläufig, dass aufgrund von Abstammung und Religion die einen einen anderen Rechtsstatus haben werden als die andern.

Dies lässt sich auch aus einem Gerichtsurteil ersehen, das das höchste Gericht Israels 2013 gefällt hat: „Die Anerkennung einer gemeinsamen, nicht auf der Religionszugehörigkeit basierenden Nationalität könnte den Staat Israel in seinen Grundfesten erschüttern“, schreibt das höchste Gericht Israels.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/israel-gemeinsame-saekulare-identitaet-abgelehnt-a-926138.html

Dazu müssen wir leider feststellen, dass Israel, bzw. die politische Glaubensgemeinschaft der Juden, nicht weniger nationalistisch, bzw. blutsorientiert sind, als die NSDAP:

Aus dem 25-Punkte-Plan von 1920 (NSDAP-Parteiprogramm)

„4. Staatsbürger kann nur sein, wer Volksgenosse ist. Volksgenosse kann nur sein, wer deutschen Blutes ist, ohne Rücksichtnahme auf Konfession. Kein Jude kann daher Volksgenosse sein.“

Mutet es nicht merkwürdig an, wenn der deutsche Nationalsozialismus einerseits als ein grässlicher rassistischer Auswuchs der Menschheit gesehen wird, und andererseits dieselben Grossmächte, die Deutschland besiegt haben, einer völkischen Gruppierung, die an Blut und Boden orientiert ist, einen westlichen Staat in einem fremden Kulturkreis verschaffen, und dazu nötig ist, die ansässige Bevölkerung zu vertreiben?! Wie kann das verstanden, oder erklärt werden?

Der Titel unter dem die Errichtung des jüdischen Staates lief, war: einen Schutzraum für die Juden schaffen. Wenn allerdings jemandes Ziel ist, in Frieden unbehelligt seine Religion und Lebensweise zu pflegen, dann sollte er nicht die ansässige Bevölkerung vertreiben, und die Resolutionen der Weltgemeinschaft (UNO) missachten! denn auf diese Weise wird sich dieser Staat unweigerlich Feinde schaffen, so dass der Schutzraum für die Juden sich in einen gefährdeten Ort verwandeln könnte.

Wie kann etwas als Staat anerkannt werden, das weder eine Verfassung noch festgelegte Staatsgrenzen besitzt?! Im Falle Israels war das für die beiden Grossmächte USA und UdSSR anscheinend kein Problem! Man muss sich das vorstellen: Seit der Ausrufung eines eigenen Staates durch David Ben Gurion am 14. Mai 1948 beliebt es diesem „Staat“, die Welt darüber im Unklaren zu lassen, was er überhaupt als seine territorialen Grenzen betrachtet, und wie weit er sich noch ausdehnen möchte – zu Lasten des Territoriums eines dort ansässigen Volkes.

Aus der Verfassung eines Staates würde hervorgehen, ob dieser Machtfaktor mit eigenem Militär, Bevölkerung und Territorium überhaupt die Bedingungen erfüllen würde, um ein rechtmässiges Mitglied der Staatengemeinschaft dieser Erde zu sein. Aber wie gesagt, Israel hat keine, somit kann das auch nicht beurteilt werden – aber trotzdem wird diese Gruppierung, die mittels Gewalt ein Territorium besetzt hält, als Staat behandelt, ist Mitglied von internationalen Organisationen, und kommt in den Genuss aller Vorteile, die damit verbunden sind, ein anerkannter Staat zu sein, und nicht eine Gruppierung, die mit Gewalt, und unrechtmässig, fremdes Territorium besetzt hält.

Was etlichen Hütern des – internationalen – Rechts, gemeint sind die staatlichen Regierungen, auf diese Ausführungen hin einfallen wird, ist vermutlich das schöne Wort Antisemit! damit wollen sie aber nicht zum Ausdruck bringen, dass sie Anhänger einer Clan-Ethik seien, beziehungsweise, ihren Staat im Dienste einer übernationalen Gruppierung führen würden, das Recht pervertieren, und verantwortlich seien für eine tiefgehende Aufspaltung und Zerrüttung der Welt. Sie wollen nur zum Ausdruck bringen, ihr Anliegen sei es, mittels Gesetzen eine Minderheit vor dem Bösen zu beschützen. Stellen Sie sich vor, die Mehrheit müsste geschützt werden – das würde definitiv Clan-Herrschaft bedeuten. Die tiefste Überzeugung dieser Regierungen ist vermutlich, dass Wahrheit – und letztlich der Verstand – etwas sei, das mittels Gesetzen festgelegt, oder begrenzt, werden müsse – Gesetze, die sie machen, natürlich! Womit wir sozusagen beim Alten Testament (Thora) wären, und wieder beim Anfang dieses Textes.