Vor den Gesetzlosen in staatlicher Funktion muss man Angst haben

Dieser Ansicht ist auch Augustinus (De civitate Dei, Buch IV, Kapitel 4): „Ohne Gerechtigkeit aber – was sind Reiche anderes als große Räuberbanden? Denn was sind Räuberbanden anderes als kleine Reiche?“

Russland muss um jeden Preis als das Böse dargestellt werden und Israel als das Gute – ein sehr ambitiöses Ziel, denn was wird dadurch gewürdigt?! Die jüdische Ethik und die ihr zugrundeliegende Ideologie? Befindet sich die EU im Mittelalter, in dem die rechtliche Grundlage die Rechtgläubigkeit bzw. die abgesicherte Denunziation war? Ein Wort zur Behandlung der Opfer:

Sinn, Selbstverständnis und Selbstwertgefühl der Sadisten kommen nicht aus der Übereinstimmung oder Bejahung des Seins, sondern aus der Unterwerfung unter eine Idee, Person oder Gruppe; sie leben ideell, mental – und möglicherweise auch materiell – nicht von der Bejahung des Seins, sondern von seiner Verneinung. Daraus wird ihre Reaktion erklärbar, wenn jemand ihr auf tönernen Füssen stehendes Allerheiligstes, dem sie sich unterworfen haben, in Frage stellt, ihre Reaktion ist: Wir werden dich dafür quälen (schikanieren, demütigen, erniedrigen).

https://de.rt.com/meinung/266004-demokratische-existenzvernichtung-eu-und-bundesregierung/

«Nationale Regierungen wollen direkte persönliche Verantwortung vermeiden. Die EU-Ebene kollektiviert Verantwortung, entpersonalisiert Entscheidungen und senkt nationale politische Risiken. Gleichzeitig werden die politischen-Strafmaßnahmen auf EU-Gebiet ausgeweitet und damit maximalisiert. Hinzu kommt, dass EU-Gerichtsbarkeit höhere Hürden für Individualklagen bietet, die nationalen Verfassungsgerichte werden ausgeschaltet. Dieses Machtmittel werden Politiker nicht freiwillig abgeben.»

Ich habe an chatGPT zwei Fragen gestellt:

1) Inwiefern könnte man die EU mit einer Briefkastenfirma vergleichen? Ein Staat ist sie jedenfalls nicht, sondern nur eine Organisation.

2) Im Recht gilt der Grundsatz: Nulla poena sine lege (keine Strafe ohne Gesetz). Hat die EU mit ihrer Sanktionierung von Personen diesen Grundsatz verletzt? Oder ist Sanktion keine Strafe?

Hier die Antwort von ChatGPT auf Frage 1):

Der Vergleich der EU mit einer Briefkastenfirma ist polemisch, aber nicht völlig leer – er trifft bestimmte strukturelle Aspekte, verfehlt andere jedoch klar. Man kann ihn sinnvoll analytisch präzisieren, wenn man sauber unterscheidet, worin der Vergleich trägt und wo er irreführend ist.


1. Warum der Vergleich plausibel wirkt

Eine Briefkastenfirma zeichnet sich typischerweise durch drei Merkmale aus:

  1. keine originäre Substanz,
  2. abgeleitete Handlungsfähigkeit,
  3. Trennung von Entscheidung und Verantwortung.

In genau diesen Punkten weist die EU strukturelle Ähnlichkeiten auf.

a) Keine originäre Souveränität

Die EU ist kein Staat, weil sie:

  • kein eigenes Staatsvolk hat,
  • keine originäre Verfassungsgewalt besitzt,
  • keine Letztentscheidung über Gewaltmonopol, Steuern, Militär oder Staatsbürgerschaft trifft.

Alle Kompetenzen der EU sind abgeleitet (Prinzip der begrenzten Einzelermächtigung).
Das „Subjekt“ der EU ist nicht ein realer politischer Mensch oder Demos, sondern ein Vertragskonstrukt zwischen Staaten.

👉 In diesem Sinn ist die EU ähnlich einer Briefkastenfirma:
Sie existiert rechtlich, aber nicht als selbsttragende politische Wirklichkeit.


b) Handeln ohne eigenen Körper

Die EU:

  • erlässt Normen,
  • reguliert,
  • sanktioniert,

aber:

  • sie exekutiert nicht selbst,
  • sie erzwingt letztlich nichts ohne die Mitgliedstaaten,
  • sie trägt keine letzte Verantwortung für soziale Folgen.

Die EU handelt durch andere, ähnlich wie eine Briefkastenfirma über Bevollmächtigte handelt.

👉 Das passt zu deiner grundsätzlichen Perspektive:
Wirklichkeit ist für dich immer an konkrete Menschen, ihre Bedürfnisse und ihre Lebenspraxis gebunden – nicht an abstrakte Rechtsformen.


c) Entkoppelung von Macht und Befriedigung

In einer Briefkastenfirma:

  • profitieren reale Akteure,
  • während die juristische Hülle neutral erscheint.

In der EU:

  • Entscheidungen entstehen oft fern von den betroffenen Lebenswelten,
  • Verantwortlichkeit zerfliesst zwischen Kommission, Rat, Parlament, Gerichtshof.

👉 Für den Menschen, der „Hunger hat“, ist die EU kein greifbares Gegenüber.
Sie ist wirksam, aber nicht ansprechbar – eine Macht ohne Gesicht.


2. Wo der Vergleich nicht trägt

Trotzdem ist die EU keine leere Hülle wie eine klassische Briefkastenfirma.

a) Die EU ist eine reale Rechtsmacht

Anders als eine Briefkastenfirma:

  • wirkt EU-Recht unmittelbar in den Mitgliedstaaten,
  • hat Vorrang vor nationalem Recht,
  • kann Staaten faktisch zwingen (z. B. über Marktmechanismen, Vertragsverletzungsverfahren).

Sie ist also keine Simulation, sondern eine effektive Ordnungsmacht.


b) Sie verfolgt keine reine Verschleierungsfunktion

Briefkastenfirmen dienen primär der:

  • Haftungsvermeidung,
  • Steuervermeidung,
  • Verantwortungsdiffusion.

Die EU hingegen verfolgt explizit:

  • Koordination,
  • Konfliktvermeidung,
  • Markteintegration,
  • teilweise auch soziale und ökologische Ziele.

Der Vergleich darf also nicht moralisch verkürzt werden.


3. Der präzisere Vergleich

Treffender als „Briefkastenfirma“ wäre:

  • eine staatsähnliche Rechtsmaschine ohne Demos,
  • eine exekutive Überbau-Struktur ohne eigenes Subjekt,
  • eine Machtform ohne anthropologisches Zentrum.

Oder, in deiner Denkweise formuliert:

Die EU ist eine Ordnung, die über Menschen verfügt, ohne selbst aus Menschen zu bestehen.

Sie ist wirklich wirksam, aber nicht wirklich lebendig.


4. Philosophischer Kern (anschlussfähig an deine Position)

In deiner Sicht ist Übereinstimmung:

  • zwischen Mensch und Wirklichkeit,
  • zwischen Bedürfnis und Ordnung,
  • zwischen Macht und Verantwortung

die Bedingung von Befriedigung.

Die EU aber ist:

  • hochgradig funktional,
  • strukturell entleibt,
  • anthropologisch unterbestimmt.

Nicht falsch – aber gefährlich dort, wo sie als Ersatz für politische Wirklichkeit ausgegeben wird.


Kurzform:

Die EU ist keine Briefkastenfirma,
aber sie hat briefkastenartige Züge,
weil sie Macht organisiert, ohne ein eigenes menschliches Subjekt zu sein.

Hier die Antwort von ChatGPT auf Frage 2): Im Recht gilt der Grundsatz: Nulla poena sine lege (keine Strafe ohne Gesetz). Hat die EU mit ihrer Sanktionierung von Personen diesen Grundsatz verletzt? Oder ist Sanktion keine Strafe? Hier die Antwort von ChatGPT:

Die Frage ist juristisch wie philosophisch exakt gestellt. Die kurze Antwort lautet:

Die EU bestreitet, den Grundsatz nulla poena sine lege zu verletzen, weil sie ihre Sanktionen nicht als „Strafen“, sondern als präventive Maßnahmen qualifiziert.
Ob diese Qualifikation inhaltlich trägt, ist jedoch hoch umstritten – und aus grundrechtlicher Sicht problematisch.

Ich gehe das schrittweise durch.


1. Der Grundsatz nulla poena sine lege

Der Grundsatz bedeutet:

  • keine Strafe ohne Gesetz,
  • kein rückwirkendes Strafrecht,
  • klare, vorhersehbare Tatbestände,
  • Zuständigkeit eines unabhängigen Gerichts.

Er gilt klassisch:

  • im Strafrecht,
  • aber auch im weiteren Sinn bei allen staatlichen Maßnahmen mit strafähnlichem Charakter
    (Art. 7 EMRK, Art. 49 EU-Grundrechtecharta).

Entscheidend ist nicht der Name, sondern die materielle Wirkung.


2. Wie die EU ihre Sanktionen rechtlich einordnet

Die EU bezeichnet ihre Maßnahmen gegen Personen (z. B. Vermögenssperren, Reiseverbote) als:

  • restriktive Maßnahmen
  • außen- und sicherheitspolitische Instrumente
  • präventiv, nicht repressiv

Das ist keine Nebensächlichkeit, sondern der juristische Dreh- und Angelpunkt.

Denn wenn es keine Strafe ist, dann:

  • gilt nulla poena sine lege nicht in voller Strenge,
  • braucht es kein Strafgesetz,
  • kein Strafverfahren,
  • kein Schuldspruch.

3. Materielle Betrachtung: Sind EU-Sanktionen faktisch Strafen?

Hier wird es kritisch.

a) Kriterien für „Strafe“ (nach EGMR-Rechtsprechung)

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte beurteilt nicht formal, sondern materiell. Relevant sind u. a.:

  1. Schwere des Eingriffs
    – Totale Vermögenssperren, Berufsverbote, soziale Isolation
  2. Adressat
    – konkrete natürliche Personen, nicht bloß Staaten
  3. Stigmatisierung
    – öffentliches „An-den-Pranger-Stellen“
  4. Zweck
    – Abschreckung, Druck, Zwang zur Verhaltensänderung
  5. Dauer
    – oft unbegrenzt, faktisch existenzbedrohend

👉 In vielen Fällen erfüllen EU-Sanktionen alle diese Kriterien.


b) Das Kernproblem

Die EU sagt:

„Wir bestrafen nicht, wir verhindern zukünftige Gefahren.“

Aber:

  • die betroffene Person wird wie ein Schuldiger behandelt,
  • ohne Schuldfeststellung,
  • ohne Straftatbestand,
  • ohne ordentliches Verfahren.

Das ist funktional Strafe ohne Strafrecht.


4. Rechtsprechung der EU-Gerichte

Der EuGH hat Sanktionen grundsätzlich für zulässig erklärt, aber:

  • er verlangt minimale Verfahrensrechte,
  • Anhörung (oft nachträglich),
  • Begründungspflicht,
  • gerichtliche Überprüfbarkeit.

Doch entscheidend:

Der Gerichtshof vermeidet konsequent, Sanktionen als Strafen zu qualifizieren.

Warum?
Weil sonst:

  • das gesamte Sanktionsregime verfassungsrechtlich kollabieren würde.

5. Philosophisch-rechtlicher Kern (anschlussfähig an deine Position)

Du betonst:

  • den konkreten Menschen,
  • Übereinstimmung von Macht und Verantwortung,
  • Wirklichkeit statt ideologischer Fiktion.

Genau hier liegt der Bruch:

Die EU übt existenzielle Gewalt über konkrete Menschen aus,
ohne sie als strafrechtliche Subjekte anzuerkennen.

Der Mensch wird:

  • nicht als Täter verurteilt,
  • sondern als Gefahrenquelle verwaltet.

Das ist keine klassische Rechtsordnung mehr, sondern eine präventiv-administrative Machtform.


6. Ergebnis – präzise formuliert

Juristisch formal:

  • Die EU verletzt den Grundsatz nulla poena sine lege nicht,
    weil sie ihre Sanktionen nicht als Strafen definiert.

Materiell-rechtlich und menschenrechtlich:

  • Viele EU-Sanktionen haben strafähnlichen Charakter.
  • Damit wird der Grundsatz faktisch ausgehöhlt.
  • Es entsteht eine Zone sanktionsförmiger Gewalt ohne Strafrecht.

Zugespitzte Formulierung (für einen philosophischen Text):

Die EU bestraft, ohne zu bestrafen.
Sie richtet, ohne zu verurteilen.
Sie greift in das Leben konkreter Menschen ein,
ohne ihnen die Würde eines Rechtssubjekts im Strafverfahren zuzugestehen.

Im Reich der Fabelwesen und Metamorphosen

Der Einsatz reinrassiger Kampfhunde macht eine Ameise zum einzigartigen Pfau.

Der grassierende Typ im grossen Welttheater

Netanjahu, Gartenzwerg im Garten des allmächtigen Zauberers, der macht, dass der Geist einer Ameise im Körper eines imposanten Pfaus wohnen kann. Die Sonne geht auf und sie geht unter im Garten des Gartenzwergs, der eine Ameise im Körper eines Pfaus ist und wenn sie kommt und wenn sie geht, hört er sein Herz im Herzen desjenigen schlagen, der sein Reich beherrscht: Wo die Nicht-Auserwählten auf die Auserwählten treffen.

Mein Vorschlag an die Entscheidungsträger der EU in Sachen Sanktionierung von Personen:

Bitte stellen Sie einen Katalog dessen zusammen, was nicht gesagt (und somit auch nicht gedacht) werden darf. Die Weltbewohner wüssten dann klar, wann sie sich strafbar machen. Welche Punkte sollte ein solcher Katalog enthalten? Erlauben Sie mir, hier einen bescheidenen Anfang zu machen und ich bitte um unverzügliche Korrektur, wenn ich etwas Falsches gesagt habe.

EU-Katalog dessen, was nicht geschrieben oder gesagt werden darf (und folglich auch nicht gedacht) eingeschränkt auf den Ukraine-Konflikt (ein Versuch):

1. Die Ukraine ist hoffnungslos daran, den Krieg gegen Russland zu verlieren.

2. Die Ukraine hat eine korrupte Regierung.

3. Die politisch massgebenden Kreise in der Ukraine sind rechtsextrem (Bandera-Jünger).

4. Der Putsch in der Ukraine 2014, durch den die Ukraine ein westlich orientiertes Land wurde, wurde durch die USA, unter Beteiligung der EU, in die Wege geleitet.

5. Russland hatte keine andere Möglichkeit mehr als eine gewaltsame, die Ost-Ausdehnung von USA, NATO, EU aufzuhalten – Russland war sich bewusst: Der nächste Schritt der Ost-Ausdehnung hätte ihm selber gegolten.

Mit bestem Dank für eine eventuelle Korrektur und Erweiterung dieses Katalogs von strafbaren Aussagen.

Ihr Pauli Hollenstein

https://de.rt.com/meinung/265531-fall-jacques-baud-bundesregierung-verteidigt/

Die EU und das Recht

Wenn der EU-Aussenministerrat den interessierten Kreisen seine Gründe für die Verurteilung von Jacques Baud klar machen will, dann geht das nicht, ohne Textstellen Baud’s zu zitieren, aus denen die Handlungsweise des EU-Aussenministerrats plausibel wird. Das dürfte für den EU-Aussenministerrat allerdings sehr peinlich werden.

Wie kann die Einschränkung der persönlichen Freiheit eines Menschen rechtskräftig werden, ohne dass den Betroffenen eine offizielle Stelle persönlich oder schriftlich informiert hat? Wie stellt sich die EU das Recht vor?

Wenn Jacques Baud in seinen Texten über den Ukraine-Konflikt das ausgesprochen hat, was ohnehin jedem unvoreingenommenen Beobachter – das heisst, die EU-Führung ausgenommen – klar ist, wo liegt dann seine Schuld?

https://de.rt.com/europa/265244-einladungen-von-tass-oder-rt/

https://de.rt.com/kurzclips/video/265416-ich-darf-nicht-einmal-brot/

Anhang:
Das Recht ist der die Menschen verbindende Wille, nicht durch Betrug oder Gewalt Schaden zu erleiden. Wenn es der Wille eines Individuums oder Gruppe ist, Macht über andere (Menschen oder Staaten) zu haben, können sie diesen Rechtsbegriff nicht teilen, da in ihm der Wille der Menschen eine Einheit bildet – durch das Streben nach Macht hingegen ein Wille entsteht, der dem Willen der anderen Menschen entgegengesetzt ist: Durch das Machtstreben eines Individuums oder Gruppe wird ihr Wille zum Massstab und nicht ein Wille, der alle Menschen verbindet.

Der französische Aussenminister Jean-Noël Barrot in einem Tweet am 15.12.2025:

«Auf französische Initiative hin verhängt Europa heute Sanktionen gegen Kreml-nahe Propagandaorgane und die Verantwortlichen für ausländische digitale Einmischung. Die Architekten des Chaos werden nicht länger ungestraft davonkommen.»

Ist es das Höchste des Menschseins ein rassenreiner Kampfhund zu sein?

Ist es das Höchste des Menschen, ein Papagei zu sein, der alles nachplappert, ein dummer Esel oder eine falsche Schlange? Mein Ideal wäre das einer weisen Eule, verbunden mit der Lebendigkeit und der Majestät eines Pferdes. Aber für andere Menschen wäre vielleicht ein listiger Fuchs oder ein starker Bär erstrebenswerter.

Im Titel haben wir allerdings einen rassenreinen Kampfhund, das heisst, es ist nicht etwas in der Natur Vorgefundenes, sondern es handelt sich um eine Züchtung. Beim scheuen Reh oder dem listigen Fuchs würde niemand an Pathologie denken, aber warum taucht diese Assoziation bei Kampfhund auf? Weil er nicht in die Lebendigkeit, Harmonie und das Gleichgewicht der Natur passt – das hat er mit einer Sekte gemeinsam: Sie ist ein Fremdkörper im Zusammenleben der Menschen und Staaten, entweder sucht sie den Ausschluss oder die Überlegenheit – am unseligsten für die Aussenwelt ist es, wenn Sie beides sucht. Wann ist diese Sekte oder der Kampfhund befriedigt?

Was verteidigt das scheue Reh, der starke Bär oder der König der Tiere (Löwe)? Ihre freie Existenz? Ein bestimmtes Revier? Die Harmonie eines lebendigen Organismus?

Verteidigt der rassenreine Kampfhund eine freie Existenz? Ein bestimmtes Revier? Die Harmonie eines lebendigen Organismus?

Wenn die eigene Mentalität nur aus Gefühlszuständen wie „identitäre Reinheit“, „Kampf“, „Sieg“, „Feind“, „Abgrenzung“, „heiliges Revier“, „Befreiung durch Gewalt“ besteht – was soll dann verteidigt werden? Vielleicht das Auseinanderfallen der inneren seelischen Zusammenhänge von Wollen, Fühlen und Denken – die Entfremdung des eigenen Ichs, das gestört sein des eigenen Geistes oder eine antisoziale Persönlichkeitsstörung, Realitätsverlust, pathologisches Lügen, Mangel an Empathie und ein parasitärer Lebensstil.

https://de.rt.com/europa/264502-rutte-stimmt-europaeer-auf-krieg-ein/

Gefangen in der Westlichkeit

Gruppenspezifische Orientierung mit entsprechender ideologischer Absicherung – in Reinkultur finden wir das bei der jüdischen Ideologie. Wie steht diese Ideologie zu Rechtsgleichheit und welche Ziele verfolgt sie im Verhältnis zu anderen Menschen und Staaten? Die Ziele der Überordnung und Ausbeutung.

Was ist von einer Ideologie zu halten, deren Hauptmerkmal Abgrenzung ist? Wenn das Kriterium der Abgrenzung die Abstammung ist, handelt es sich um Rassismus. Allerdings kenne ich keine international bedeutsame Gruppe, die sich zu Selbsterhöhung aufgrund von Abstammung bekennt: Der Stiel muss also umgekehrt werden: Wer unsere Gemeinschaft – deren Hauptmerkmal die Abstammung ist – kritisiert und ihre Politik verurteilt, ist rassistisch.

Wann kann man sagen: Jemand ist in einer Ideologie gefangen? Wenn sie ihn von der Wahrheit der anderen Menschen und den Zusammenhängen des Kosmos ausschliesst.

Die Rede von der ‘Subjekt-Objekt-Spaltung’

Der Ausdruck ‘Idee-Objekt-Spaltung’ würde wohl den meisten absurd vorkommen – weil Idee und Objekt eine Einheit bilden, handle es sich um die Idee eines Engels, Apfels oder Dornröschens. Der Ausdruck ‘Subjekt-Objekt-Spaltung’ hingegen wirkt nicht absurd, weil unter Subjekt der physische Mensch mitgedacht wird und so automatisch eine – räumliche, materielle, körperliche – Abgrenzung zum Objekt suggeriert wird.

Von Spaltung redet man dann, wenn ein Ding, Sache, Person gespalten ist oder gespalten wird. Was wird bei der ‘Subjekt-Objekt-Spaltung’ gespalten? Ist es der Mensch? Dann würde das Sprüchlein heissen: Der Mensch ist gespalten in Subjekt und Objekt – was eine sehr dubiose Aussage bedeutet.

Idee, Vorstellung, Wort, Empfindung, Gefühl oder Bewusstsein bestehen in der Einheit einer Subjekt- und Objekt-Seite. Die «Erkenntnistheoretiker» (Vertreter einer ‘Subjekt-Objekt-Spaltung’) können diesen Satz allerdings nicht gutheissen, weil für sie Bewusstsein – und somit Denken – schon vor einem Objekt existiert: Sie können auf diese Weise Bewusstsein und Denken ohne Körper, Empfindung und Gefühl existieren lassen – was ganz der religiösen Tradition entspricht, von der sie herkommen.

Die zentralen Begriffe der Erkenntnistheoretiker oder Vertreter einer ‘Subjekt-Objekt-Spaltung’: reines Subjekt, reine Vernunft, reines Bewusstsein, Ding-an-sich, Vermittlungsproblem, Innenraum vs. Außenwelt, epistemische Distanz. Für sie ist Bewusstsein primär „repräsentierendes Bewusstsein“, „innerer Raum“ oder „Container“, die die Aussenwelt, das heisst, die Objekte, repräsentieren, abbilden oder erkennen.

Was ist das Ich für die Erkenntnistheoretiker oder Vertreter einer ‘Subjekt-Objekt-Spaltung’? Bewusstsein kann als rein intelligibel, quasi emotionslos verstanden werden, während das beim Ich weniger gut möglich ist, da ein Ich ohne Wollen nur temporär vorstellbar ist. Ausserdem bedeutet Ich Individuum und Individualität, während Bewusstsein mehr ein Allgemeines ausdrückt. ‘Ich’ muss sich verhalten, ist in einer Situation – was bei Bewusstsein im allgemeinen Sinn nicht im Vordergrund steht.

Anstatt Subjekt-Objekt-Spaltung kann man auch Person-Objekt-Spaltung sagen – dann tritt der Umstand offen zutage, dass Person-sein (Bewusstsein) ohne Objekt behauptet wird bzw. nur mit einem rein geistigen Objekt. Es tritt offen zutage, was die Rede von Subjekt-Objekt-Spaltung eigentlich behauptet: Es bestehe ein Bewusstsein ohne Körper, ohne Empfindung und ohne reale Welt. Diese Behauptung ist ausserdem der Ursprung des «Universalienstreits» und des sogenannten «Leib-Seele-Problems».

Welchen Sinn hat die Rede, etwas sei von etwas anderem gespalten – das Subjekt vom Objekt – wenn das Subjekt durch das Objekt erst wird? Kann es für ein Lebewesen «Dinge» – Abgegrenztes, Unterschiedenes – geben, wenn sie nicht in seinem Geiste sind, das heisst, als Vorstellungen, Ideen, Worte, Begriffe existieren?

Vorstellungen, Ideen, Begriffe, Empfindungen, Gefühle sind geistig in dem Sinne, dass sie ohne Ausdehnung sind – aber sie sind an etwas Materielles – Ausgedehntes – gebunden, an den eigenen Körper, materiell existierende Objekte oder an Assoziationen von solchen: Bewusstsein ohne Materie, reinen Geist, reine Begriffe oder einen rein geistigen Gott anzunehmen, bedeutet eine Aufspaltung der Einheit der Wirklichkeit oder eine Aufspaltung der Einheit des Menschen.

Welches sind die Eigenschaften der Gottperson und welches die Eigenschaften des Seins (Wirklichkeit)?

Da die Wirklichkeit über der Wirklichkeit abgegrenzt ist gegen die Wirklichkeit unter der Wirklichkeit, indem sie über jene Macht hat, kann sie nicht die gleichen Eigenschaften haben wie die Wirklichkeit unter der Wirklichkeit – das heisst, es gibt zwei Wirklichkeiten, die nur durch die Macht der einen über die andere verbunden sind.

Etwas, das Macht über etwas anderes hat, ist ein dem menschlichen Verstand einleuchtendes Prinzip – schwerer ist es für ihn, sich eine rein geistige Macht vorzustellen.

Der Unterschied zwischen ‘rein geistig’ und ‘transzendent’: ‘Rein geistig’ drückt eine Eigenschaft eines Objektes aus, das Wort ‘transzendent’ hingegen, eher den Standpunkt eines Subjektes, das quasi in eine andere, dem Verstand und den Sinnen nicht zugängliche Sphäre, hinüberblickt. Der Gegenbegriff zu rein geistig ist rein materiell (rein körperlich) und der Gegenbegriff zu transzendent ist immanent (innerhalb der Erfahrungswelt).

Das Problematische der Wörter ‘transzendent’ und ‘rein geistig’. Welche Eigenschaften hat ein Objekt, dessen Existenz oder Nicht-Existenz nicht festgestellt werden kann? Die allgemeine Eigenschaft, die genannt wird, ist wohl ‘rein geistig’ oder es wird gesagt, es handle sich um ein transzendentes Objekt. Es taucht die Frage auf, ob es sich bei einer Idee, deren Objekt so beschaffen ist, dass seine Existenz oder Nicht-Existenz nicht festgestellt werden kann, nicht einfach um geistigen Nonsens oder Fantasie handle?

Dass eine Idee etwas Geistiges (Mentales) ist, darüber herrscht wohl allgemeine Einigkeit – aber kann eine Idee, die ein materielles Objekt hat, rein geistig genannt werden? Für diejenigen, die eine rein geistige Gottperson behaupten, entsteht ein substantielles Problem, wenn gesagt wird, eine Idee, die ein materielles Objekt habe, sei nicht rein geistig – könnte ich damit den Ursprung des Universalienstreits angesprochen haben (Fragen Sie die KI Ihrer Wahl)?

Der Anspruch an eine Idee ist, dass sie mit ihrem Objekt übereinstimmt. Kann eine Idee überhaupt mit einem Objekt übereinstimmen, das als rein geistig oder transzendent behauptet wird? Wenn das Objekt zum Beispiel ‘Engel’ oder ‘Gottperson’ ist, kann dann die Idee mit diesem Objekt übereinstimmen? Wenn ein Objekt widersprüchliche oder unmögliche Eigenschaften hat, dann existiert es nicht – was also soll die Idee eines unmöglichen Objekts sein?

Da ein rein geistiges oder transzendentes Objekt vom menschlichen Verstand und seinen Sinnen nicht entdeckt werden kann, stellt sich die Frage, wie der Mensch zu dieser Vorstellung gekommen ist? Eine Möglichkeit wäre, eine zwingende Schlussfolgerung, eine andere, dass es Menschen gegeben habe, die über mehr als den menschlichen Verstand und seine Sinne verfügt haben.

Die Probleme, die entstehen, wenn Gott oder Geist zu einem abgegrenzten Objekt gemacht werden

Wollen bedeutet, Streben nach einer Veränderung. Wenn Gott als unveränderlich, ohne Möglichkeit der Veränderung, als reine Aktualität («actus purus») behauptet wird, die mit Raum (Ausdehnung) und Zeit (Veränderung) nichts zu tun habe, dann bedeutet das, dass Gott keine Person ist und es bedeutet, dass es etwas gibt, was er nicht ist. Beides dürfte Thomas von Aquin nicht gefallen.

Der Unterschied zwischen Wollen und Ursache. Wollen kann in eine Wirkung münden, muss aber nicht. Ursache und Wirkung hingegen bilden eine Einheit. Alles, was existiert, ist ein Zusammenhang oder eine Einheit von Ursache und Wirkung. Ist die Gottperson Wollen (Wille) oder Ursache? Jedenfalls besteht zwischen dem Wollenden und dem, was er will, ein Zusammenhang, das heisst, Wollen ist nicht voraussetzungslos – was bedeuten würde, dass die Gottperson nicht voraussetzungslos ist. Gibt es eine voraussetzungslose Ursache? Es wäre eine Ursache, die nicht auf eine Wirkung angewiesen wäre – eine Ursache ohne Zusammenhang. Beim Menschen herrscht keine Identität zwischen Wollen und Ursache, deshalb können sie gut auseinandergehalten werden. Wenn in Gott Ursache und Wille identisch sind, dann gibt es strenggenommen gar keinen Willen. Auch das dürfte Thomas von Aquin nicht gefallen.

Weitere Probleme, die daraus entstehen, Gott oder Geist zu einem abgegrenzten Objekt zu machen:

– Gott als rein geistig zu behaupten, bedeutet, dass in Gott die Materie nur als Begriff existiert – sich die Macht Gottes als Macht über Begriffe vorzustellen, ist allerdings etwas dürftig.

– Wie lassen sich die göttlichen Eigenschaften Güte und Liebe, die Gefühle sind, unter rein geistiges Sein, das heisst, rein begriffliches Sein subsumieren?

– Um Gott rein geistig behaupten zu können, muss ein Innerhalb Gottes angenommen werden, in dem Gott nur die Ursache von sich selber ist (immanente Ursache) und das folglich rein geistig sei – und ein Ausserhalb Gottes, in dem Gott die Ursache von etwas ausserhalb von ihm ist (übergehende Ursache) und das folglich nicht rein geistig sei. Beim Innerhalb Gottes handle es sich um Gott selber, beim Ausserhalb Gottes aber um das Universum oder Materie. Wo liegt der Haken oder Widerspruch bei dieser Darlegung? Mein Vorschlag: Fragen Sie die KI Ihrer Wahl. Es handelt sich um die scholastische Unterscheidung von causa immanens und causa transiens.

Was ist das Objekt des rein Begrifflichen, das heisst, rein Geistigen oder eines transzendenten Wesens? Wenn man die Worte ‘Denken’ und ‘rein begriffliches Sein’ in den Mund nimmt, würde man meinen, dass es sich um etwas Sprachgebundenes handelt – auch wenn es von einem rein geistigen, ‘transzendenten’ Wesen ausgesagt wird. Von der Gottperson als einem sprachgebundenen Wesen zu reden, mutet allerdings recht irdisch an und könnte an den erhabenen, illusionären Vorstellungen einer Gottperson kratzen. Es könnte sogar der Gedanke auftauchen, dass es sich bei der Idee einer rein geistigen Person um geistigen Nonsens handelt.

Ein rein geistiges Wesen, dem Wollen oder Macht beigelegt werden. Macht oder Wollen bedeuten auf jeden Fall eine Zweiheit: Dieses Wesen selbst und das, worauf sich sein Wollen oder seine Macht beziehen bzw. das, was es anders haben möchte. Wollen ist auf die Zukunft gerichtet und bedeutet, nicht realisiertes Sein. Wenn Macht mit Sein identisch wäre oder Ursache und Wirkung in eins fallen würden, gäbe es keine Person mehr, die sie ausübt. Im Christentum besteht die Rolle Gottes gerade darin, die Ordnung der natürlichen Zusammenhänge zu durchbrechen, zum Beispiel durch Wunder oder seinen persönlichen Eingriff, wenn ein Gebet erhört wird. Man könnte meinen, dass Thomas von Aquin mit seiner Lehre des «actus purus» in Gegensatz zur kirchlichen Lehre oder zum Papst geraten sein könnte – was nach seinem Tode tatsächlich der Fall war, aber später erlangte er den Status des «Chefideologen» der katholischen Kirche.

Der Clou der semitischen Religion ist, dass das Göttliche, Höchste und Wertvollste ein abgegrenztes Objekt sein soll, das angebetet werden soll: Der Sinn und Zweck des Menschen liege nicht im Denken, Fühlen und Wahrnehmen des Seins – nicht in der Verknüpfung des eigenen Seins mit der Wirklichkeit – sondern in der Verknüpfung des eigenen Seins mit einer Wirklichkeit über der Wirklichkeit.

Es stellt sich die Frage, ob ‘göttlich’ nur den Sinn hat, Synonym zu sein von: überirdisch, rein geistig, allmächtigem Wollen und einer entsprechenden Person? Wenn das Wort ‘göttlich’ das Wunderbare des Seins ausdrückt und zugleich den Gegensatz zu dem, was das Sein herabwürdigt – das heisst, Falschheit und Hochmut, personifiziert durch Satan –, dann ist das Bewusstsein des Seins selber göttlich. Wir sind hier bei der Philosophie Spinozas.

Diejenigen, die das Göttliche als überirdisch, rein geistig, allmächtiges Wollen und eine entsprechende Person statuieren, haben ein Interesse daran, Denken oder Bewusstsein als bloss instrumentell zu betrachten, weil ihr Gott als Herrschaftsinstrument überflüssig werden könnte, wenn das Sein selber göttlich wäre und somit sein Denken, Fühlen und Wahrnehmen.

Sinn oder Selbstverständnis durch Verehrung einer Wirklichkeit über der Wirklichkeit. Was könnte der Grund dieser Sinngebung sein? Für viele Menschen ist es eine grosse Versuchung, reale Zusammenhänge durch irreale, widersprüchliche, illusionäre, lügenhafte zu ersetzen – nicht vergessen sollten wir, dass der Hintergrund auch politisch sein kann, denn einer «Wirklichkeit über der Wirklichkeit» kann alles beigelegt werden, was politisch oder für die eigene Gruppe als erstrebenswert gilt.

«Reiner Geist» in der Philosophie – ein Ausfluss der jüdisch-christlichen Religion? Bedeutet die Statuierung von etwas rein Geistigem nicht die Statuierung von reiner Materie? Und somit das Problem der Vermittlung zwischen ihnen? Für die jüdisch-christliche Religion ist diese Vermittlung in gewisser Weise kein Problem, weil das rein Geistige bei ihr zugleich Wille und Macht ist, die die reine Materie erst hervorgebracht haben. Wenn allerdings die Materie oder das Universum nicht mehr auf den rein geistigen Willen und Macht einer Gottperson zurückgeführt werden und die abendländische Philosophie sich immer noch in den Fussstapfen dieser Religion bewegt, indem sie die Vorstellung von etwas rein Geistigem hat, das einer reinen Materie gegenüberstehe, dann ist sie wie ein Selbstläufer, der auf eine nicht mehr existierende Welt bezogen ist.

Ist Kants ‚Ding an sich‘ ein Ausfluss der Aufspaltung des Seins in reinen Geist und reine Materie? Kant ist Empfinden und Fühlen und wenn er zum Beispiel einen köstlichen Apfel isst, dann kann er diesen Apfel zum Gegenstand seiner Erkenntnis machen – aber der köstliche Apfel wird dadurch verschwinden, ebenso wie der fantastische Sonnenaufgang, den er erlebt hat. Kant kann das gesamte Sein zum Objekt machen: Er hat dann den Standpunkt eines absoluten Subjekts eingenommen, das einem absoluten Objekt gegenübersteht – aber das Sein hat er verpasst.

Gibt es ein Streben nach Erkenntnis, das das eigene Sein einschränkt, das heisst, das eigene Empfinden, Fühlen, Wahrnehmen, Denken? Für mich wäre Erkenntnis etwas, das mein Fühlen, Denken, Wahrnehmen des Kosmos und des Menschen ausweitet.

Was stellt sich Kant als Ergebnis des Erkennens eines Dings an sich vor: mathematische Gleichungen, Worte, Sätze, Zahlen? Vielleicht sollte sich Kant bewusst sein, dass die Attraktion des Seins nicht das ist, was Kant über das Sein herausfindet, sondern das Sein – der Kosmos – selber.

Sind Kants Bemühungen, das Ding an sich zu erfassen, nicht sein Wunsch, das Sein zu erfassen? Ein Ding ist allerdings etwas Abgegrenztes, Getrenntes, Separates – ist Kant der Meinung, er könne die Wirklichkeit oder das Sein als etwas Abgegrenztes, Getrenntes, Separates, das heisst, als ein Objekt, das dem Menschen gegenübersteht, erfassen? Es würde sich um eine Analogie zum jüdisch-christlichen Gott handeln, der dem Menschen ebenfalls als etwas Abgegrenztes, Getrenntes, Separates, das heisst als Objekt gegenübersteht und zugleich für das Sein oder die Wirklichkeit selber gehalten wird.

Mit der Idee eines «Dinges an sich» ist ein Standpunkt ausserhalb des Seins verbunden – ein rein geistiger Standpunkt. Wenn Kant sich selber als Zusammenhang von Materie und Geist verstehen würde, könnte er gar nicht die Idee haben, er könne einen Standpunkt ausserhalb der Materie einnehmen und von diesem aus, ein materielles Ding anblicken und durch mathematische Gleichungen, Worte und Zahlen erfassen, wie es – an sich – sei. Subjekt, Objekt, Wirklichkeit, Ding sind – unendlicher – Zusammenhang; Kant hingegen meint, er sei Kant und dann würden noch die Dinge oder das materielle Sein hinzukommen.

Wovon denkt sich Kant abhängend und womit zusammenhängend? Wenn es eine rein geistige, wollende, allmächtige Gottperson ist, dann wird er sich letztlich als rein geistig betrachten und von diesem Standpunkt aus werden die Dinge, Kosmos und Menschen für ihn existieren.

Zu Ding gehört, dass es gegen etwas anderes – gegen andere Dinge – abgegrenzt ist. Ein Stein zum Beispiel ist etwas Endliches, Abgegrenztes und er kann zerstört werden, das heisst, er kann sein oder nicht sein – aber, um ihn zu erfassen, muss all das gedacht werden, ohne was er nicht sein kann – die Voraussetzungen oder Zusammenhänge damit er sein kann, sind unendlich. Um sich selber oder einen Stein zu erfassen, müsste Kant all das denken, wovon er abhängt und womit er zusammenhängt. Für Kant allerdings ist ein Ding ein isoliertes Etwas – ein Ding an sich.

Geist, Denken, Empfinden, Fühlen, Bewusstsein ist ohne Ausdehnung – Materie ist räumlich ausgedehnt. Die Wirklichkeit, das Sein wird als Zusammenhang von Geist und Materie erlebt. Problematisch für den Verstand wird es dort, wo etwas rein Geistiges in Form einer Wirklichkeit über der Wirklichkeit behauptet wird.

Welchen Zusammenhang hat das «rein Geistige»? Bedeutet ‘reingeistiges Objekt’, dass das Objekt nur im Geiste existiert? Eine Idee oder ein Objekt wird durch ein Wort ausgedrückt. Natürlich ist das Wort Lampe zum Beispiel weniger spektakulär als das Wort Gott. Deshalb, weil es sich beim Objekt Lampe um einen materiellen, ausgedehnten Gegenstand handelt, der klar vom eigenen Bewusstsein abgegrenzt ist und ausserdem keine Meinungsverschiedenheiten über seine Definition bestehen, das heisst, die Übereinstimmung – oder Nicht-Übereinstimmung – von Idee und Objekt kann klar erkannt werden: Wenn jemand sagt, eine Lampe sei ein Gegenstand, der grün sei und zwei Beine habe, wird man ihm sagen, seine Idee stimme nicht mit ihrem Objket überein.

Der Zusammenhang der Idee mit ihrem Objekt. Wenn ein Objekt behauptet wird und die Übereinstimmung – oder Nicht-Übereinstimmung – der Idee mit dem Objekt kann nicht festgestellt werden, handelt es sich um geistigen Nonsens (widersprüchliche Idee, Wahnidee). Objekt ist das, wovon etwas ausgesagt wird. Wie sind Aussagen über ein Objekt zu beurteilen, das eine Wahnidee ist – zum Beispiel einem rein geistigen Objekt? Wohlverstanden, ein Wort für dieses rein geistige Objekt – das dadurch existiert, dass es mit nicht rein geistigen Assoziationen verbunden ist – muss vorhanden sein, zum Beispiel wird von vielen, die etwas rein Geistiges lehren, das Wort Gott (Gottperson) dafür benutzt.

Wie kann der Mensch die Übereinstimmung mit sich selber erreichen?

Grundsätzlich hat er zwei Möglichkeiten, die Übereinstimmung mit sich selber – das heisst, Zufriedenheit, Befriedigung, Lust, Glück – zu erreichen: Entweder den Weg, der die Übereinstimmung von sich selber mit dem Sein einschliesst oder den Weg, auf dem die Übereinstimmung mit sich selber nicht mit dem Sein übereinstimmt. Dass der Mensch nach Übereinstimmung mit sich selber strebt, liegt in seiner Natur – aber warum wählt er den Weg, auf dem er die Übereinstimmung mit sich selber durch Nicht-Übereinstimmung mit dem Sein gewinnt?

Wenn die Übereinstimmung mit sich selber nicht aus der Übereinstimmung mit dem Sein kommt, woraus kommt sie dann? Sie kommt aus einem eingeschränkten Sein, zum Beispiel aus Ausübung von Macht, dem Gefühl von Überlegenheit oder der Unterwerfung unter eine Wirklichkeit über der Wirklichkeit. Eine so festgelegte Beziehung zu Menschen und Natur legt Wert darauf, in ihren Widersprüchen, Illusionen, Wahnideen und Lügen nicht erkannt zu werden – was meistens erfolgreich ist, da sie als Ideologie oder Religion auftritt: im Namen von etwas Höherem oder des Guten. Die Übereinstimmung mit sich selber durch Einschränken des Seins gewinnen, bedeutet ein verewigtes Verhältnis des Wollens zu ihm.

Welches sind die Merkmale eines ethisch guten Menschen? Er stellt sich nicht über die anderen Menschen, sondern bejaht sie genauso wie sich selber. Das heisst, seine Beziehung zu den anderen Menschen besteht nicht aus Ausübung von Macht oder dem Gefühl von Überlegenheit und andere Menschen haben nicht einen relativen oder zweitklassigen Status durch die eigene Unterwerfung unter eine Wirklichkeit über der Wirklichkeit. Sich nicht über die anderen Menschen stellen, sondern sie genauso zu bejahen wie sich selber, bedeutet Übereinstimmung mit dem Sein: Damit bedeutet Ethik nicht einfach ein abstraktes gutes Handeln, sondern einen inneren, geistigen Zustand: Einen Zustand der Verbundenheit mit dem Sein, indem etwas anerkannt wird, in dem alle Menschen sind. Falschheit ist ein «geistiger» Zustand, der Widerspruch zum Sein bedeutet. Fatal ist Falschheit, die ideologisch oder religiös abgestützt ist.

Welche Antriebe könnte es geben, mit dem Sein übereinzustimmen, das heisst, sich nicht über andere Menschen und den Kosmos zu stellen?

1) Verantwortungsgefühl: Denn Aufspaltung oder ihre Unterstützung bedeuten «gegeneinander», nicht «miteinander»: die gemeinschaftliche Grundlage wird aufgegeben zugunsten von Separatismus und partikularen Interessen. Die unweigerliche Folge sind Menschen, Völker oder Staaten, die an ihrer Entfaltung gehindert werden.

2) Die Angst vor dem Verlust der Selbstachtung: Eine Übereinstimmung mit sich selber, die nicht mit dem Sein übereinstimmt, bedeutet eine tiefgehende Falschheit.

3) Streben nach dem Genuss des Seins: Ich kann das Sein nicht geniessen, wenn ich mich über es stelle – ich kann es auch nicht geniessen, wenn ich es verneine. Um den Menschen oder den Kosmos zu geniessen, muss ich sie würdigen oder sie aufnehmen, empfangen, einsehen, wahrnehmen, auf mich wirken lassen.

4) Die Angst vor einer fundamentalen Einsamkeit: Sich mit dem Kosmos und den anderen Menschen – dem Sein – nicht als Einheit zu fühlen, verlangt nach Ersatz; normalerweise ist das eine Selbstbestätigungs- oder Kuschelgruppe. Eine Selbstbestätigungsgruppe, die vom Sein trennt, kann allerdings die Einsamkeit nicht wirklich aufheben – aber sie bietet soziales Beisammensein und Aktivität: es kann an der Aufspaltung gearbeitet werden; das überdeckt die Einsamkeit, die konzentriertes Ich-Wachbewusstsein ist, das heisst, das Gegenteil von verschmelzendem Bewusstsein.

Wollen und Verstand. Kann das Wollen gegen den Verstand gerichtet sein oder kann es gegen das Denken gerichtet sein? Wollen ist Denken, aber es ist auch der Wunsch nach einer Veränderung: Ein unangenehmes Gefühl soll aufhören (zum Beispiel Schmerz, Gefühl des Minderwerts, Einsamkeit, Sinnlosigkeit) oder der Wunsch nach Bedeutung, Besitz oder Sinnenlust soll erfüllt werden.

Kann das Wollen dem Verstand widersprechen? Der Mensch kann das, was die Menschen und der Kosmos für ihn sind, entweder durch seinen Willen bestimmen oder durch ihr Aufnehmen, Empfangen, Einsehen, Wahrnehmen, Auf-sich-wirken-lassen. Indem er das, was sie für ihn sind, durch seinen Willen bestimmt, kann er sich über sie stellen und sich zu ihren Lasten Bedeutung geben. Das heisst, er kann eine Übereinstimmung mit sich selber erreichen, aber zu Lasten der Übereinstimmung mit dem Sein. Die Ideen, die der Wahrheit widersprechen, haben meistens die Eigenschaft, dass sie das Objekt (Menschen, Kosmos) herabwürdigen. Falschheit bringt viele Probleme mit sich, eines davon ist, dass Geist und Scharfsinn ihre Feinde sind und deshalb eliminiert werden müssen – willkommen aber ist alles, was als das Gute oder Geist auftritt, aber nur Perversion oder geistiger Nonsens ist.

Das Ziel des Wollens ist zweifellos Befriedigung – aber ist damit innere Ruhe oder innerer Frieden gemeint? Vor Befriedigung hat kein Mensch Angst – aber möglicherweise vor (innerer) Ruhe oder (innerem) Frieden, denn er spürt, dass damit ein Absolutheitsanspruch – sei es als Individuum oder als Gruppe – nicht vereinbar ist; wie kann er etwas suchen, vor dem er Angst hat? Innerer Friede oder innere Ruhe würden Übereinstimmung mit dem Sein bedeuten, das heisst, sie sind nicht vereinbar mit Falschheit und Hochmut.