Selbstbefriedigung kann das Vorstellungsvermögen erweitern

„Frauen lernen dabei einen Orgasmus zu haben, und Männer lernen die Ejakulation zu kontrollieren.

Bei der Masturbation lernt man den eigenen Körper besser kennen, man lernt welche Informationen man dem Partner geben kann, damit er ein besserer Liebhaber sein kann.„

Dame: „Ich fing mit 4 an zu masturbieren.“ Kann aber auch schon mit 2 oder 3 Jahren anfangen.

„Die Berührung des eigenen Körpers zählt zu den frühesten Vorboten unseres eigenen Sexuallebens, diese ersten Erfahrungen bestimmen unsere Zukunft. Wir nehmen dadurch positive oder negative Botschaften auf, z.B. Aha, diese sanften Berührungen können sehr angenehm sein.“

Freud spricht von „Penisneid der Frauen“ – aber hätte der Mann bezüglich der sexuellen Ausstattung nicht viel mehr Grund auf das Weib neidisch zu sein? Stehen ihr doch als sexuelle Lustquelle fünf Dinge zur Verfügung, dem Mann hingegen nur zwei: die Frau hat Brüste, Klitoris, Vagina, eventuell Anus – der Mann hingegen nur Penis und (eventuell) Anus.

Erklären lässt sich diese Bevorzugung der Frau durch die Natur dadurch, dass die Frau in der Befriedigung ihrer Sexualität ein umfassenderes Wesen ist als der Mann – und deshalb ihre reale Befriedigung seltener; ausserdem wurden traditionell Männer durch Krieg eher dezimiert als die Frauen.

Erstaunlich ist des weiteren, dass Frauen schon vor ihrer Geschlechtsreife zur Masturbation (und ich nehme an zum Orgasmus) fähig sind, die Männer hingegen erst wenn sie die Geschlechtsreife erreicht haben.

Sich am Geschlechtsorgan (bzw. Organen) zu schaffen machen, ist das eine – aber wird sich dadurch schon Lust einstellen? Wenn ich etwas esse, oder trinke, und es ist lustvoll, muss ich mir nichts vorstellen – bei der sexuellen Befriedigung allein, im Allgemeinen schon, wenigstens nach der Pubertät. Was doch schon auf den Unterschied der sexuellen Lust zu den andern Lüsten hindeutet.

Was stelle ich mir vor, das mir Lust gibt, oder um zu ihr zu gelangen? Es wird mit Erinnerung – oder Erwartung, (Vorwegnahme) – zu tun haben. Geht es ganz ohne die Vorstellung einer anderen Person, reicht schon die Vorstellung des anderen Geschlechts und seiner Insignien, oder körperlichen Merkmale? Wenn ich mir eine andere Person vorstelle, was stelle ich mir vor? dass ich sie beherrsche, oder mich ihr unterwerfe, oder sie Lust hat, und ich darin mit ihr vereinigt bin?

Wenn das, was mir Lust gibt, die andere Person ist, wie kommt die Verbindung zustande, oder ist das bei der Selbstbefriedigung nicht nötig? Durch Erinnerung – an die Augen, das Wesen, oder den Körper mit den Insignien?

PS an die Damen: wenn die Beine in die Luft ragen, ist das eine völlig andere Situation als wenn sie aufgestützt sind! nur im zweiten Fall kann mit dem ganzen Körper – insbesondere dem Becken – auf die Bewegungen des Mannes reagiert werden!!

Eine weitere Möglichkeit ist die Selbstbefriedigung mittels Bildern, oder Videos. Fetischen, weiblicher Insignien, wie Unterwäsche. Zum Beispiel können die Worte – das Miederhöschen für ihren Fuss (Strumpfwerbung) – Lust auslösen, die das Textile mit dem Taktilen, einem Körpergefühl, und dem Visuellen, als auch dem Olfaktorischen verbindet.

Dieses Video zeigt eine Dame, mit der es möglich ist (ist natürlich nur meine Meinung), seine Lust zu teilen. Das ist nicht selbstverständlich! denn, wie jemand seinen Fuss vor den andern setzt, verschieden sein kann, so auch seine Selbstbefriedigung. Wenn jemand sich selber befriedigt, und er gewinnt die Lust dadurch, dass er vom andern getrennt ist – sei es durch Macht, oder Unterwerfung – dann kann das demjenigen, der sich virtuell mit dieser Person verbindet, einen wunden Pimmel bescheren, und demjenigen, der sich real mit dieser Person einlässt, ein wundes Herz.

Seit biblischen Zeiten wurde Selbstbefriedigung aus moralischen Gründen verfemt.

Aber warum? Wenn ich mich selber befriedige, liegt der Sinn in mir selber – in der Lust, Freude, Sinnlichkeit, mit der ich mich mit jemandem verbinde. Eine rein geistige, wollende, allmächtige Person hingegen steht mir als etwas gegenüber, dem ich Anbetung, Glauben, Gehorsam, Unterwerfung schulde – und darin soll der Sinn bestehen.

Da Selbstbefriedigung das Vorstellungsvermögen ausweiten kann, bildet sie eine Gefahr für diejenigen, die, um ihre Herrschsucht zu befriedigen, eine Ideologie schufen, in der der Mensch und die Natur (das Sein, die Wirklichkeit, das Universum, der Kosmos) nicht Zweck in sich selber haben. Da das Prinzip, Macht über andere zu haben, in der Sexualität an seine Grenzen stösst – denn die höchste Lust besteht in der Vereinigung – bildet die Selbstbefriedigung insofern eine Gefahr für die Menschen, die dieses Prinzip vertreten, als sie ermöglicht, ihnen im Geiste zu begegnen, und auf diese Weise ihre Falschheit, und ihr Widerspruch entlarvt wird.

Das Fühlen einer Einheit ist in einer dualistischen Ideologie ausgeschlossen.

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