Sind die US-Neocons hochmütig?

Zu Hochmut gehört die Vorstellung, selber etwas zu haben oder zu sein, das die anderen Menschen nicht haben oder sind und sich aufgrund dessen über ihnen zu fühlen oder als wertvoller. Von besonderer bzw. politischer Bedeutung ist Hochmut, wenn es sich um den Hochmut einer Gruppe handelt und sie sehr einflussreich ist.

Hochmut ist das Gefühl der Überlegenheit – was eine gewisse Aufspaltung bedeutet: In mich selber bzw. die eigene Gruppe und Unterlegene. Worauf stützt sich die Überlegenheit? Allgemein gesagt, auf etwas, das ich bzw. die eigene Gruppe hat und die anderen nicht haben. An sich könnte der Umstand, etwas zu haben, was die anderen nicht haben, erfreulich sein, insofern es etwas für die Allgemeinheit Nützliches wäre und es dieser zur Verfügung gestellt würde. Für den Hochmütigen allerdings ist der Umstand, etwas zu haben, was die anderen nicht haben Ausgangspunkt von Spott und Schadenfreude (= Häme) bzw. Machtansprüchen.

Was ist der geistige Inhalt von Hochmut? Da der Hochmütige in einer aufgespaltenen Welt lebt, stellt sich die Frage, ob sein geistiger Inhalt diejenigen sind, auf die er herabblickt? Vielleicht besteht der Lebensinhalt des Hochmütigen aus Reisen, Villen, Kultur oder einer Briefmarkensammlung, vielleicht aber auch aus dem Eingreifen in das Leben anderer Menschen oder Staaten – in diesem Fall wären sein Lebensinhalt andere Menschen oder Staaten, die er ihres eigenständigen Seins beraubt.

Wie muss eine Ideologie beschaffen sein, die den Hochmut befriedigt? Sie muss einen geistigen Inhalt haben, der es erlaubt, sich über andere Menschen zu stellen und im radikalen Fall ein Kriterium einführt, durch das andere Menschen zum vornherein ausgeschlossen sind; das wird zum Beispiel durch einen Gott gewährleistet, der die eigene Abstammung über die der anderen Menschen gestellt hat.

Wenn jemand glücklich oder zufrieden ist, stimmt er mit sich selber überein. Die Frage ist, ob seine Übereinstimmung mit sich selber die anderen Menschen würdigt oder herabwürdigt?

Wodurch sich jemand mit sich selber übereinstimmend fühlt, hängt mit der eigenen Weltanschauung (Ideologie, Religion, Selbstverständnis) zusammen. Wenn zum Beispiel eine Ideologie oder Religion ihren Anhängern sagt: Unser Gott hat unsere Abstammung über die der anderen Menschen gesetzt, dann würdigen sie die anderen Menschen oder Staaten herab. Und wieder stellt sich die Frage: Woraus kommen Freude und Zufriedenheit tatsächlich? Aus dem «geistigen» Inhalt, der die Herabwürdigung erlaubt oder aus den anderen Menschen denen gegenüber man mit dem Gefühl der Überlegenheit oder der Macht auftreten kann? Wenn jemand oder eine Gruppe etwas darstellen möchte, ohne den eigenen Geist auszuweiten, besteht der Kunstgriff darin, mit etwas eine Einheit zu machen durch das sie sich über die anderen Menschen stellen können (zum Beispiel die Abstammung). Sich im Geiste über die anderen Menschen zu stellen, ist meistens an den Wunsch gekoppelt, sie auch real zu beherrschen, das heisst, Macht über sie zu haben. Ebenso wichtig wie der ideelle Grund, der erlaubt, sich über die anderen Menschen zu stellen, ist der reale Rückhalt und die Selbstvergewisserung durch die Gruppe.

Gibt es eine Übereinstimmung mit sich selber, die auf Widersprüchen, Lügen und Illusionen basiert? Klar ist, dass Übereinstimmung mit mir selber im Sinne von Freude, Lust, Befriedigung ohne weiteres aufgrund von Widersprüchen, Lügen und Illusionen möglich ist. Womit stimme ich durch Widersprüche, Lügen und Illusionen überein? Wenn ich antworte ‘mit mir selber’, was soll dann das ‘ich selber’ sein? Ein unendliches Geistwesen oder ein hämischer Irrer, der sich selbst bzw. seine Gruppe zum Absoluten gemacht hat?

Wie geht eine durch Ideologie, Religion oder Abstammung über die anderen Völker und Staaten erhobene Gruppe, wenn sie sehr einflussreich ist, mit der Welt um? Interessant ist zunächst die Frage, wodurch sie so einflussreich ist, denn durch geistige Überzeugungskraft kann sie es nicht sein, wenn Ausschluss das Prinzip ihres Konzeptes ist. An dieser Stelle würde ich vorschlagen: Fragen Sie Victoria Nuland und ihre Artgenossen von den US-Neocons: Wie sind die US-Neocons zu ihrem weltdominanten Einfluss gekommen? Ein kleines Stichwort möchte ich hier geben: $.

Was haben die USA der Welt zu bieten und was BRICS?

Widersprüche, Illusionen und Lügen beziehungsweise Regimechange, Krieg und Strafmassnahmen zu bieten, ist für den Teil der Welt, der darunter leidet, nicht sehr verlockend.

Man kann von einer Hegemonie – der Welthegemonie – erwarten, dass sie im Namen von Demokratie, Freiheit, und Menschenrecht auftritt, aber nicht, dass sie ein Interesse daran hat, das zu verwirklichen – weil dann ihre Hegemonie dahin wäre. BRICS hingegen ist nicht darauf angewiesen, Menschen und Staaten zu belügen, weil die Ziele, die dieser Zusammenschluss von Staaten verfolgt, die Ziele aller Bevölkerungen und Staaten sind.

BRICS ist dem Konzentrationsprozess von Kapital und übernationaler Zentralisierung politischer Gewalt auf der Welt entgegengesetzt. In diesem Zusammenhang muss gefragt werden, wer für den Konzentrationsprozess von Kapital und übernationaler Zentralisierung politischer Gewalt auf der Welt verantwortlich ist bzw. sie leitet – denn die nationalen Regierungen können es nicht sein. Daraus kann abgeleitet werden, dass in den westlichen Staaten (NATO- und EU-Staaten) die offiziellen nationalen Regierungen nur Entscheidungen fällen, die von anderer – informeller – Stelle vorgegeben wurden. Glaubt jemand, dass die – aussenpolitische – Agenda der USA von ihren offiziellen Regierungen geplant wurde (sagen wir seit 1917)?

Interview mit Satan

T: Satan, herzlichen Dank, dass Sie den Weg in die Tagesthemen gefunden haben.

S: Auch ich bedanke mich und bin sicher, dass die Zuseherinnen und Zuseher von meinem ersten offiziellen Besuch in den Tagesthemen profitieren werden.

T: Ihr Hauptanliegen, Satan, ist die Frage, wie kann ich das geistige und materielle Sein der Menschen einschränken und dabei als der Gute dastehen – wo sehen Sie im Moment die Hauptschwierigkeiten auf der Weltbühne?

S: Ich muss Ihnen offen sagen, meine Freunde und ich hatten es früher einfacher – das hängt damit zusammen, dass sie nicht endlos destruktiv sein können und als das Gute auftreten.

T: Das heisst, Sie können immer weniger Leute davon überzeugen, dass Sie das Gute sind?

S: Wenn Sie Macht über Finanzen, Geschäfte und Beziehungen haben, haben Sie auch Macht über die Medien. Aber Personen und Staaten schlecht zu machen, um die Macht über sie zu erweitern, hilft nur dann, wenn diese dadurch erledigt werden können – wenn nicht, werden ich, meine Freunde und die Medien unglaubwürdig. Das Gute wird unglaubwürdig, Sie verstehen.

T: Satan, wie sehen Sie Ihre Zukunft?

S: Das Schlimmste, was Satan passieren kann, ist, dass er erkannt wird. Wenn ich als Repräsentant des Guten nicht mehr glaubwürdig bin, kann ich einpacken.

T: Satan, ich danke Ihnen für das Gespräch.

Wichtig ist nicht nur, selber ethisch gut zu sein, sondern dass es die anderen Leute auch wissen

Damit sind wir bei der Politik – aus zwei Gründen: Erstens streben Politik bzw. die Politiker nach dem Guten und zweitens müssen sie der Bevölkerung klar machen, dass sie nach dem Guten streben; denn sonst könnte das Volk sie für blosse Machtmenschen halten, die in beschränkte Interessen verwickelt sind, nicht aber für Führungspersonen.

Ein Politiker, der etwas auf sich hält und sich selber und der Bevölkerung die Welt erklären möchte, gebraucht den Begriff ‘Werte’. Das sind die Vorstellungen, die er darüber hat, wie die Welt aussehen soll – dass diese Vorstellungen sich auf etwas beziehen, das er schätzt, bejaht, gutheisst und wertvoll findet, ist klar; das Problem besteht darin, dass es Menschen und Staaten auf der Welt gibt, die seine Vorstellungen nicht teilen. Seit der Auflösung der UdSSR (1991) gelten jene, die die Vorstellungen der westlichen Politiker darüber, was wertvoll ist, nicht teilen, als böse; das war zu Zeiten der UdSSR noch anders, weil USA & NATO vor ihr einen gewissen Respekt hatten, jetzt aber glauben, sie könnten jedem Staat der Welt das Prädikat ‘böse’ anhängen und dann über ihn herfallen oder ihre Proxys in Anschlag bringen.

Wie unterscheiden sich die westlichen Werte von den nicht-westlichen? Ich nehme nicht an, die westliche Polit-Führung werde vorbringen: Wir sind anständig, höflich und ehrlich – der Nicht-Westen hingegen rüpelhaft, gewalttätig und verlogen. Der westliche Medien-Konsument weiss, worin seine Regierung dem Nicht-Westen überlegen ist und den Grund, warum sie fortwährend in dessen Leben eingreift – denn seine Regierung hat es ihm durch die Medien klar gemacht, zum Beispiel mit der Lehre: Gewalt ist ethisch gut, wenn sie vom Westen ausgeht, aber ethisch schlecht, wenn sie der Nicht-Westen anwendet; die Begründung dafür ist: Wenn der Westen Gewalt über andere Menschen und Staaten bringt, bringt er ihnen Demokratie, Freiheit und Menschenrecht – wenn hingegen der Nicht-Westen zu Gewalt greift, will er sein Territorium ausweiten oder andere Menschen oder Staaten seiner Macht unterwerfen.

Erfolgreiche Annäherung der Ukraine an den Westen

Was würde das Gut-sein nützen oder was wäre sein Sinn, wenn es die ‘Bösen’ nicht gäbe? Wie würde man dann überhaupt merken, dass man selber ethisch ‘gut’ ist? So richtig ‘gut’ fühlt man sich doch erst, wenn man jemandem überlegen ist – und wenn man jemandem ethisch überlegen ist, schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: Weil überlegen sein immer etwas ganz Tolles ist und wenn es ‘Überlegen-sein’ im ‘Gut-sein’ ist, dann vertritt man oder frau quasi Gott auf Erden, denn ihre Position ist unanfechtbar. Zu einer gewissen mentalen Problematik könnte es führen, wenn die Guten merken, dass sie sich untereinander betrügen – dann ist volle Konzentration auf die Bösen und ein starker Glaube doppelt wichtig.

Wer die Anliegen der LGBTQ-Vertreter gutheisst, gehört zu den Guten, wer ihnen nicht folgt, zu den Bösen. Und hier grenzt sich die Ukraine eindeutig gegen die Bösen ab, denn Russland zeigt eine gewisse Skepsis gegenüber den Anliegen der westlichen LGBTQ-Vertreter.

In das Leben der Bösen muss eingegriffen werden, handle es sich um gewöhnliche Personen, Staatsoberhäupter, Grossmächte oder Weltregionen. Diese Ansicht vertritt auch die Ukraine – die klar weiss, dass sie zu den Guten und Überlegenen gehört, weil hinter ihr USA & NATO & EU stehen.

Geniessen Sie das Video mit der, gemäss der Zeitung «USA Today», ersten offen transgeschlechtlichen Kriegsberichterstatterin der Welt.

https://test.rtde.tech/meinung/176850-militanter-transaktivist-gonzalo-lira-drohte/

Vom ‘Asset’ zur ‘Hypothek’ – die Ultranationalen der Ukraine

Was jemand in der Ukraine politisch entscheiden kann, hängt seit 2014 (Euro-Maidan) nicht mehr vom Staatsoberhaupt ab, sondern von den ultrarechtsgerichteten Gruppen (z.B. Asow- und Aidar-Bataillon), den allseits bekannten ‘Nazis’. Das heisst, seit 2014 hat die offizielle Regierung der Ukraine gar nicht die Möglichkeit, den Konflikt mit dem Donbass oder die Konfrontation mit Russland zu entschärfen. Zelensky ist nur das Aushängeschild für den Westen (wo Demokratie draufsteht), denn die Ultrarechtsgerichteten, die in der Ukraine bezüglich der Russland-Politik tatsächlich das Sagen haben, sind offiziell nicht vorzeigbar. Bis jetzt waren die Ultranationalisten der Ukraine mit ihrem unbedingten Drang, keinen Frieden mit dem Donbass zu haben und Russland zu konfrontieren, dem Westen nützlich – jetzt allerdings, wo sich unerbittlich die Niederlage der Ukraine abzeichnet, werden sie zur Hypothek; dieses Problem bleibt bestehen, was immer auch mit Zelensky geschieht. https://test.rtde.tech/meinung/176804-selenksij-letzte-akt-wird-bereits/

Würdigen USA & NATO & EU das Menschsein oder würdigen sie es herab?

Sind USA & NATO & EU der geistigen und materiellen Entfaltung der Menschen und Staaten auf der Welt förderlich oder hinderlich? Fördern sie den geistigen und materiellen Austausch der Menschen auf der Welt oder ziehen sie Grenzen auf, um dadurch Macht zu erlangen?

Ideologie – oder Religion – heisst Sinngebung oder Sinnfindung. Der Sinn von USA & NATO & EU ist derselbe wie der der jüdischen Religion und heisst Exzeptionalismus. Exzeptionalismus ist eine Ideologie, die ihren Anhängern sagt, dass sie über den anderen Menschen stehen: Die Anhänger des Exzeptionalismus verankern ihr Sein nicht im Geist des Menschen über den jeder Mensch verfügt, das heisst, nicht in der Wahrnehmung des Seins, sondern in einer Idee durch die sie dem Sein als einem materiellen Objekt gegenüberstehen über das sie Macht erstreben. Es ist die Idee, auserwählte Abstammungsgemeinschaft zu sein oder das Statuieren eigener ethischer Überlegenheit, die in Unterwerfung der «Bösen» münden soll.

Weitet jemand, der seine Wahrnehmung der Menschen einschränkt ihr geistiges Sein aus? Oder anders gefragt, bin ich eine geistige Bereicherung für andere Menschen, wenn ich mich über sie stelle? Es ist das, was der Exzeptionalismus tut, konkreter, zum Beispiel die US-Neocons oder die deutsche momentane Regierung (2023). Handelt es sich um – politische – Führung, wenn diejenigen, die die Richtung bestimmen und Entscheidungen treffen, das geistige und materielle Sein der Menschen und anderen Staaten einschränken? Ich würde nicht von Führung, sondern von Machtmissbrauch oder Betrug sprechen.

Von sich selber die Idee haben, über den anderen Menschen zu stehen, ist zum Beispiel dadurch möglich, dass man sie finanziell in der Hand hat. Es bedeutet, eine Idee von sich selber zu haben, durch die ich das Sein der anderen Menschen einschränke.

Ist Exzeptionalismus die Ideologie einer Gruppe oder eines Staates? Worum geht es ihm, was ist sein Anliegen? Wer soll sich davon etwas versprechen, wenn ein Volk, eine Gruppe oder ein Staat über den anderen steht? Was ist die Sache, um die es dabei geht? Die Antwort ist, dass es nicht darum geht, ein Problem zu lösen, sondern darum Privilegien einer Gruppe zu legitimieren.

Was soll sich ein Staat oder ein Volk davon versprechen, über den anderen zu stehen?

Was versprechen sich die USA oder Israel davon, Ausnahmestaat oder Ausnahmevolk zu sein? Als Sinn eines gewöhnlichen Staates – das heisst, eines Staates, der nicht in der Ideologie des Exzeptionalismus lebt – könnte man den Zusammenschluss von Menschen bezeichnen, um auf einem bestimmten Territorium in Frieden und zur Förderung des gegenseitigen Wohlstandes zu leben. Kann das auch der Sinn eines Staates oder Volkes sein, die in der Ideologie des Exzeptionalismus leben? Gehört zur Mentalität des Exzeptionalismus miteinander und füreinander zu arbeiten oder gegeneinander – immerhin platzieren sich die Anhänger dieser Ideologie über den anderen Menschen und Staaten, was eigentlich heisst, sie als nicht eigenständig und rechtsgleich zu betrachten und das Recht zu haben, sie nach eigenem Gutdünken zu behandeln. Es stellt sich die Frage: Ist es der Wille der Bevölkerung, eine Regierung zu haben, die sich dem Exzeptionalismus verpflichtet fühlt und gibt sie dem eigenen Staat Einheit und macht ihn längerfristig stark? Es stellt sich die Frage, ob die Ideologie des Exzeptionalismus aus dem Volk stammt oder von einer elitären Gruppe aus politischen Gründen ersonnen wurde? Sein durch Macht zu ersetzen oder nach den Vorgaben Satans zu leben, ist nicht der ultimative Genuss des Lebens oder seine Würdigung.

Exzeptionalismus und Demokratie

Bedeutet Exzeptionalismus das gleiche wie Oligarchie? Die Ideologen und Vertreter des Exzeptionalismus würden das strikt verneinen mit dem Hinweis, ihre Sonderstellung auf der Welt beruhe auf ethischer Überlegenheit.

Demokratie herrscht dann, wenn die politischen Entscheidungen der Regierung den Willen des Volkes ausdrücken oder anders gesagt, wenn Übereinstimmung herrscht zwischen Volk und Regierung oder wieder anders ausgedrückt, wenn das Volk nicht durch eine – übernationale – Gruppe betrogen wird. Es stellt sich die Frage, ob eine Staatsform mit den Merkmalen ‘Allgemeine Wahlen, Gewaltenteilung, Grundrechte’ eine Garantie dafür ist? Die Frage ist, ob die herrschende Klasse – sei sie national oder übernational – daran interessiert ist oder zulässt, dass die Bevölkerung gut informiert ist und ihren Verstand anwendet? Wenn sie es verhindern will, ist davon auszugehen, dass sie der Bevölkerung etwas verheimlicht bzw. sie betrügt – beides ist dem Volkswillen, das heisst, der Demokratie, entgegengesetzt.

Die Bevölkerung des Westens hält Exzeptionalismus für Demokratie – was ist daraus zu schliessen?

– dass die Vertreter des Exzeptionalismus über grosse manipulative Fähigkeiten verfügen, sonst würden sie wegen ihrer Widersprüche als lächerliche Demagogen erscheinen

– dass ein Zirkel von Betrügern die Weltpolitik bestimmt.

– dass diese Gruppe über ausserordentliche finanzielle Ressourcen und Beziehungen für Public Relations – will sagen Beeinflussung der Öffentlichkeit – verfügt

Exzeptionalismus und Glaubensreligion

Dem Exzeptionalismus geht es nicht um Respektierung der Menschen oder Staaten, sondern um ihre Umformung, so dass sie der eigenen Macht unterliegen: es geht nicht um bilaterale Abmachungen, sondern um unilaterales Aufoktroyieren. Um eine bestimmte Politik zu realisieren, ist mehr oder weniger das Einverständnis der Bevölkerung nötig – wenn dieses Einverständnis auf tendenziöser Berichterstattung der Medien, Unterlassung von Information oder Lügen basiert, handelt es sich um einen Glauben, in den die Bevölkerung versetzt wurde: Der Bevölkerung wird zugemutet, sich an Glaubensinhalten, die einer bestimmten Gruppe Vorteile bescheren, zu orientieren und nicht an der souveränen Realität – die zum Beispiel die Bevölkerung selber darstellen würde.

Wie viele Gruppen oder Staaten mit der Ideologie des Exzeptionalismus gibt es auf der Welt? Anders gefragt: Welches ist die Voraussetzung dafür, in das Leben anderer Staaten einzugreifen, mit dem Ziel Macht über sie zu haben und zu fordern, die eigenen Positionen seien unantastbar?

– eine entsprechende Ideologie

– der Status einer militärischen Grossmacht

– eine durchdringende übernationale Finanz-, Geschäfts- und Beziehungsmacht und dadurch Macht über die Medien.

Der Exzeptionalismus ist auf eine geschlossene mediale Wand angewiesen und auf die Unterdrückung von Information und Gegenmeinungen – wenn seine Positionen offen diskutiert würden, käme zu Tage, dass sie widersprüchlich und gegen das Interesse der Menschen und Staaten gerichtet sind. Die Masche des Exzeptionalismus ist immer dieselbe: Es werden Böse deklariert, die durch die Guten bekämpft werden müssen. Natürlich sind die Bösen diejenigen Staaten und Personen, die ein eigenständiges, selbstdenkendes, souveränes Sein gegenüber einem Dasein als Knechte des Exzeptionalismus vorziehen, das heisst, die «Bösen» wollen nicht nach den Vorgaben einer Gruppe leben, die ihr geistiges und materielles Sein einschränkt und sich für etwas Besseres hält.

Welche Bedeutung hat das Wort ‘Demokratie’ für eine Gruppe, deren Ziel Macht über andere Staaten ist, hegemonial ausgerichtet ist und die Ideologie des Exzeptionalismus vertritt? Sie wird unter ‘Demokratie’ nicht ‘Regierung gemäss dem Willen des Volkes’ verstehen können, denn der Wille des Volkes ist nicht, dass eine ausländische Macht das eigene Land regiert. Wenn eine politische Gruppe positiv besetzte Begriffe braucht, um mit ihnen Zustimmung zum Eingreifen in das Leben anderer Staaten zu erreichen, aber die wahre Absicht nur Ausweiten des Herrschaftsbereichs ist, dann handelt es sich bei dieser Gruppe um eine simple Betrügerin oder Lügnerin.

Konfuzius sagt: Wenn Worte ihre Bedeutung verlieren, verlieren Völker ihre Freiheit. Er hätte auch sagen können: Wenn Worte durch Politiker und Medien sinnentleert verwendet werden, verlieren Völker ihre Freiheit.

Kann der Dollar durch Atombomben gerettet werden?

Oder die für eine sehr einflussreiche politische Gruppe fast ebenso wichtige Frage: Kann Israel durch Atombomben zu Eretz Israel (das heisst, zum Beispiel, erweitert um Westjordanland, Gaza, Ostjerusalem) werden? Sowohl die Rettung des Dollar als Weltwährung als auch die Dominanz der USA im Nahen Osten wären nur möglich, wenn Russland als Weltmacht ausgeschaltet würde. Der Wert des Dollar und seine Vorteile für die USA hängen mit den politischen Machtverhältnissen auf der Welt zusammen – diese Machtverhältnisse sind daran, sich zu verändern und Russland spielt darin eine führende Rolle.

Russland ist ins Fadenkreuz derjenigen geraten, die – ausgehend von 9/11 – eine völlige Umgestaltung des Nahen Ostens anstrebten: Zuerst Afghanistan, nachher Irak, dann Syrien und am Schluss von zwei Fronten aus (die andere wäre Afghanistan gewesen) der Iran – diesen weltherrschaftlichen Plänen hat Russland durch sein Eingreifen in Syrien (2015) den Todesstoss versetzt: Die Pläne der USA bzw. ihres besten Freundes die Herrschaft über den Nahen Osten zu erlangen sind in Schall und Rauch aufgegangen. Man stelle sich vor: Billionen von Dollars und jahrzehntelange Pläne in den Sand gesetzt – das ergibt doch eine richtige Wut auf Russland.

Deutschland repräsentiert (seit 1945) unverbrüchliche Treue zu den USA und die USA sind mit unverbrüchlicher Treue mit Israel verbunden. Frage: Wer bestimmt die weltpolitischen Ziele dieses Trios?

Lässt sich mit dem ‘Prinzip Zion’ noch Geld machen und Machtausweitung betreiben? Das ‘Prinzip Zion’ bedeutete die Kreation eines westlichen Kleinstaates im arabischen Raum und damit die Installation eines ständigen Zankapfels, denn das Ziel Israels ist nicht Koexistenz, sondern ständige Ausweitung. Der Versuch von USA & Israel durch grundlegende Veränderungen im Nahen Osten Herrschaft über ihn zu erlangen, sind gescheitert. Damit ist auch der Versuch gescheitert, das Öl zu kontrollieren und den Ölpreis zu diktieren – was eine lohnende Investition in zionistische Interessen gewesen wäre, nicht zuletzt deshalb, weil es auch den Dollar am Leben gehalten hätte.

Was wären die US-Neocons (Koryphäe Victoria Nuland), wenn nicht das ganz grosse Geld hinter ihnen stehen würde (dass die US-Neocons kompromisslose Vertreter der Interessen Israels sind, wird wohl kaum bestritten)? Eine kriminelle Bande skrupelloser Vollidioten, die mit Feuereifer und allen Mitteln daran arbeitet, die Welt aufzuspalten.

Wenn die Vermehrung – oder Erhaltung – des ganz grossen – westlichen – Geldes nicht mehr einhergeht mit der Verwirklichung der Wünsche Israels, wie wird es dann reagieren?

Nehmen wir an, die USA greifen zu Atombomben, was geben sie als Grund dafür an?

Verteidigung ihres Landes können sie nicht geltend machen, weil ihnen klar ist, dass Russland kein Interesse daran hat, sie anzugreifen. Ebenso klar ist, dass Russland auch kein Interesse daran hat, ihre NATO-Verbündeten anzugreifen.

Was also würden die USA als Grund angeben, wenn sie gegen Russland Atombomben einsetzen wollen?

„Die Vereinigten Staaten werden den Einsatz von Kernwaffen nur in extremen Situationen in Betracht ziehen, um die lebenswichtigen Interessen der Vereinigten Staaten oder ihrer Verbündeten und Partner zu verteidigen.“ (Aus der im April 2010 veröffentlichten Nuclear Posture Review der Obama-Regierung)