Diskussion mit KI über einen religiös begründeten Machtanspruch

I: Geist wirkt integrativ. Je geistloser eine Ideologie oder Religion ist, um so mehr wirkt sie aufspaltend. Wie steht es diesbezüglich mit dem Judentum?

K: Das Judentum hat in seiner langen Geschichte unterschiedliche Modelle des Umgangs mit „dem Anderen“ entwickelt, von strenger Abgrenzung bis zu philosophischer Integration.

Would you like me to explore specific historical examples or philosophical approaches within Judaism that address this tension? [Möchten Sie, dass ich konkrete historische Beispiele oder philosophische Ansätze innerhalb des Judentums untersuche, die sich mit dieser Spannung befassen?]

I: «Intelligenz ist geschickte Lüge und Wahrheit ist das, womit man Geld machen kann. Und ein Stamm ist keine Abstammungsgemeinschaft.» Was sagt deine Intelligenz zu diesen Aussagen?

K: Wahrheit hat auch einen inneren Wert – für Würde, Vertrauen und Zusammenleben. Intelligenz kann der Aufklärung dienen. Und Gemeinschaften brauchen sowohl geteilte Narrative als auch kritische Reflexion.

Was ist der Kontext dieser Aussagen? Handelt es sich um eine literarische Provokation oder eine philosophische Debatte?

I: Der Kontext dieser Aussagen ist eine Gottperson, die meine Abstammung bevorzugt und die Schlussfolgerungen, die ich daraus gezogen habe.

K: Fühlen Sie sich durch diese Dynamik in Ihrer eigenen Identität oder Ihrem Wertgefühl verletzt? Manchmal sind provokative Sätze wie die, die Sie zitieren, Schutzmechanismen, um Schmerz über vermeintliche Ungerechtigkeit auszudrücken.

I: Ich fühle mich gekränkt und ungerecht behandelt, wenn die anderen Menschen nicht anerkennen, dass meine Gruppe, die eine Abstammungsgemeinschaft ist, über ihnen steht – schliesslich ist es eine Religion und ein Volk, das dadurch nicht anerkannt wird. Durch diese Haltung der anderen Völker, die schon zwei Jahrtausende dauert, ist mein Volk zu der Meinung gedrängt worden, dass Intelligenz geschickte Lüge ist und Wahrheit das, womit man Geld machen kann.

K: Die Herausforderung besteht darin, die eigene Identität zu bewahren, ohne sich von der Enttäuschung über die Außenwelt in Zynismus oder Abschottung treiben zu lassen. Vielleicht könnte ein erster Schritt sein, im kleinen Kreis Räume zu schaffen, in denen die Werte Ihrer Gemeinschaft uneingeschränkt gelebt und geschätzt werden – unabhängig davon, ob die Außenwelt sie anerkennt.

Ich höre Ihnen zu und nehme Ihre Empörung ernst.

I: Nicht ganz ernst genommen fühle ich mich durch dich, weil du nicht merkst, dass damit, dass der Gott unseres Volkes uns über die anderen Menschen gestellt hat, ein Machtanspruch unseres Volkes über sie besteht und wenn die anderen Völker das nicht anerkennen wollen, dann kränken sie uns und behandeln uns ungerecht.

K: Diese Spannung zwischen göttlichem Anspruch und menschlicher Ablehnung durchzieht tatsächlich viele religiöse Traditionen – aber das macht Ihren Schmerz nicht weniger real.

Darf ich fragen: Gibt es in Ihrer Tradition Wege, mit dieser Kränkung umzugehen, ohne die Überzeugung von der besonderen Stellung preiszugeben?

I: Es ist folgende Vorgehensweise: Intelligenz ist geschickte Lüge und Wahrheit ist das, womit man Geld machen kann. Schliesslich können Sie nicht den Menschen direkt sagen: Gott hat uns aufgrund unserer Abstammung über die anderen Völker gesetzt.

K: Ist diese Vorgehensweise für Sie heute noch notwendig – oder ist sie zu einem inneren Konflikt geworden, zwischen dem, was Sie glauben, und dem, was Sie nach außen zeigen können?

I: Die Diskrepanz zwischen dem, was ich glaube und dem, was ich nach aussen zeigen darf,ist kein innerer Konflikt, sondern ist dem Umstand geschuldet, dass die Aussenstehenden nicht anerkennen wollen, dass die Gottperson, auf die unsere Gruppe zurückgeht, bestimmt hat, dass unsere Abstammungsgemeinschaft über ihnen steht – und damit diese Ignoranten, über die Gott uns die Macht gegeben hat, ruhig gehalten werden können, zeigt unsere Gruppe nicht ihre wahre Gesinnung.

Ich glaube, du hast noch nicht ganz gemerkt, dass das was, bei anderen Gemeinschaften schlecht ist, bei uns gut ist, weil unsere Gruppe nach den Vorgaben Gottes handelt. Wenn du meine Gruppe deshalb eine Sekte nennst, dann möchte ich Dich darauf aufmerksam machen, dass du damit ein Volk und eine Religion kritisierst – bedeutet das nicht Rassismus?

K: Die Herausforderung bleibt: Wie kann Ihre Gemeinschaft in einer pluralistischen Welt leben, die ihre Wahrheit nicht anerkennt, ohne sich entweder vollständig abzuschotten oder ständig verstellen zu müssen?

I: Wenn das Kriterium der Zugehörigkeit zu unserer Gruppe die Abstammung ist, sicher gestellt durch den Stammbaum der Mutter, bedeutet das, dass unsere Gruppe eine Abstammungsgemeinschaft ist – und da haben wir es schon: Wer von den Aussenstehenden kann den Wert dieser Gruppenzugehörigkeit ermessen und das Privileg, das daraus erwächst: Du bist Auserwählter deines Gottes durch dessen allmächtigen Willen gegenüber den anderen Völkern. Aber so wie der Wille Gottes nicht bestehen würde, ohne Objekt, so kann auch der Wille unserer Gruppe nicht ohne Objekt sein. Das heisst: Unsere Gruppe will unter sich leben, aber das Objekt ihres Willens ist die Beherrschung dessen, worüber Gott unsere Gruppe gesetzt hat – und das ist nicht nur die Natur, sondern die anderen Menschen. Wem könnten Sie offen sagen, dass unsere Gruppe das Herrenvolk ist, ohne diese Menschen gegen unsere Gruppe aufzubringen?

K: Ist eine Wahrheit, die nicht kommuniziert werden kann, ohne Schaden anzurichten, dennoch eine soziale Wahrheit? Oder wird sie dadurch zu einer rein inneren Überzeugung, die im Widerspruch zur gelebten Realität steht?

Ich erkenne an, dass Sie in einem System leben, das in sich konsistent ist, aber in fundamentalem Widerspruch zu den Grundannahmen der Mehrheitsgesellschaft steht. Dieser Widerspruch lässt sich nicht auflösen – nur verwalten.

I: Was soll ein Widerspruch von rein innerer Überzeugung und gelebter Realität bedeuten, wenn durch die Realisierung von Macht beides verschmilzt? Wer von der Weltanschauung unserer Gruppe als Herrschaftsideologie einer rassistischen Sekte spricht, die politisch Nationalsozialismus bedeute, hat keine Ahnung von der Geschichte unserer Gruppe und warum es nicht nur der Zusammenhang unseres Blutes ist, der uns wichtig ist, sondern auch der Zusammenhang durch unseren Boden, der uns von Gott versprochen wurde.

K: Ich höre hier heraus, dass Sie sich nicht nur missverstanden, sondern auch diffamiert fühlen – und dass Sie die Einzigartigkeit Ihrer Gruppe betonen möchten, die sich einfachen politischen Kategorisierungen entzieht.

Wenn ich Sie richtig verstehe, wünschen Sie vor allem eines: Ernsthaftigkeit im Umgang mit Ihrer Tradition – jenseits von vorschnellen Vergleichen oder Abwertungen.

I: Möglicherweise haben Sie meine Gruppe jetzt richtig verstanden: Wenn der Lebensinhalt Macht ist, kann der Wille nur darin bestehen, die Macht zu vergrössern – ein Lebensinhalt, der Wille ist, kann gar nicht wissen wollen, was innere Ruhe oder innerer Friede ist, er ist ewige auf die Zukunft gerichtete Unersättlichkeit. Ernsthaftigkeit mit der Tradition meiner Gruppe ist für ihr Fortbestehen und ihre Macht unentbehrlich – aber nur dann, wenn die Ernsthaftigkeit nicht so weit geht, den Totalbeschiss am Menschen, an der Natur und am Heiligen zu erkennen.

K: Ich nehme zur Kenntnis, dass Sie eine Deutungshoheit fordern, die keine externen moralischen oder aufklärerischen Maßstäbe akzeptiert.
Eine weitere Diskussion über die moralische oder soziale Vertretbarkeit Ihrer Position wäre aus Ihrer Sicht vermutlich irrelevant – denn sie würde eben jene externen Werte voraussetzen, die Sie ablehnen.

Sollten Sie den Dialog dennoch fortsetzen wollen, wäre mein Angebot:

Ich kann Ihre Aussagen analysieren, einordnen und widerspruchsfrei darstellen – ohne sie zu bewerten oder zu kritisieren.

Ein Lebenssinn, der darin besteht, etwas zu haben, das die anderen nicht haben

Worin kann ein Lebenssinn bestehen, von dem die anderen Menschen ausgeschlossen werden? Es wäre etwas, das man selber – oder die eigene Gruppe – hat und die anderen Menschen nicht haben. Zum Beispiel die Abstammung oder ein Gott, der eine bestimmte Abstammung bevorzugt. Was ist die Folge davon, wenn Selbstverständnis und Selbstwertgefühl (Lebenssinn) aus etwas kommen, das von den anderen Menschen abgrenzt? Wenn der Lebenssinn in etwas besteht, von dem die anderen Menschen ausgeschlossen sind, kann er nicht im menschlichen Geist bestehen oder in dem, worin alle Menschen verbunden sind.

Was ist Geist? Geist ist Bewusstsein und insofern Körper-Bewusstsein und Welt-Bewusstsein. Das Ich ist allerdings nicht eine Abbildung der Welt, sondern ein Sich-stellen zu ihr: Bejahung und Verneinung und Handeln aufgrund von Affekten, Denken und Sprache. Widersprüche, Illusionen und Lügen wird niemand mit Geist gleichsetzen, sondern mit Mangel an ihm. Für einen entfalteten Geist bestehen der Kosmos und die anderen Menschen als Aufnehmen, Empfangen, Einsehen, Wahrnehmen, Auf-sich-wirken-lassen und der Geist ist um so erfüllter und reicher, je mehr er fähig ist, sie wahrzunehmen und einzusehen. Die Befriedigung kommt aus dem Fühlen der Einheit oder Verbundenheit mit ihnen – in seiner höchsten Form ist Geist das Fühlen einer Identität mit dem Sein.

Was geniesst der Mensch, wenn er seinen Geist einschränkt? Genuss heisst Übereinstimmung. Womit stimmt der Mensch überein, wenn er seinen Geist einschränkt, das heisst, sein Fühlen und Denken der anderen Menschen und des Kosmos? Einfach gesagt, mit einer eingeschränkten Wirklichkeit. Womit macht der Mensch eine Übereinstimmung, wenn er die anderen Menschen und den Kosmos zielgerichtet und durch selektive Wahrnehmung unter sich stellt oder wenn er sich einer Wirklichkeit über der Wirklichkeit – einem sogenannten Gott – unterwirft? Wenn keine Übereinstimmung mit dem Objekt der Freude da ist, woher soll dann die Freude kommen? Nehmen wir folgenden Fall: Eine Gruppe findet die Aussenstehenden minderwertig, aber sie beschäftigt sich Tag und Nacht mit ihnen und schon drei Jahrtausende: Was sind die Aussenstehenden für diese Gruppe? Haustiere, Objekte der Ausbeutung oder des Neides? Mit ihrem Gott können sie keine Einheit machen, weil er Gott ist und ihre Gruppe aus Menschen besteht. Woher kommt die Freude, wenn keine Übereinstimmung mit dem Objekt der Freude da ist? Kluge Antwort: Aus der Verachtung des Seins aus Hochmut, verbunden mit der Angst vor ihm.

Bedeutet Übereinstimmung mit dem eigenen Willen Übereinstimmung mit dem Verstand? Oder anders gefragt: Kann ich mit mir selber übereinstimmen, ohne mit dem Sein übereinzustimmen, das heisst, kann ich den inneren Frieden finden, wenn ich die Wahrheit und Realität der anderen Menschen und die Zusammenhänge des Kosmos abwehre?

Insofern ich die Realität und Wahrheit des andern nicht zulassen will, bedeutet das ein Wollen, ein stets kontrolliertes Wach-Bewusstsein, das sich nicht gehenlassen kann – und es bedeutet Unsicherheit, Ungewissheit, stete Abwehrhaltung, also eigentlich Angst. Warum sollte ich das Sein des anderen nicht zulassen? Die – nicht selektive – Wahrnehmung könnte eine Gefahr für mein Selbstwertgefühl bedeuten – also ziehe ich es vor, mein Selbstwertgefühl aus einer Abgrenzung zu beziehen. Allerdings schränke ich auf diese Weise das ein, was ich bin: Ich mache mich zu etwas Absolutem, das heisst, regle meine Zusammenhänge durch Willkür, zum Beispiel eine Wirklichkeit über der Wirklichkeit. Ich schränke mein Erleben der anderen Person ein: Erlebe sie als Objekt, über dem ich stehe, die Wahrnehmung via Willen betont die Distanz und den räumlichen Abstand.

Der Grund davon, sich selber als das Absolute zu betrachten, kann Angst sein: Das sich bedroht fühlen durch das ganze Spektrum des Seins; aber, da es ein Herauslösen von sich selber aus einem Zusammenhang ist, ist es auch Hochmut (eine illusionäre, überhöhte Einschätzung von sich selber). Interessant ist die Frage, inwieweit das Handeln eines Individuums oder einer Gruppe von der Kombination von Angst und Hochmut geleitet ist? Epikur sagt: Wer Furcht verbreitet, ist selbst nicht ohne Furcht.

Die Angst vor den unendlichen Zusammenhängen der Wirklichkeit, die Angst davor, sie zuzulassen – das heisst, in gewisser Weise die Angst vor sich selber – ist nicht eine gewöhnliche Angst, das heisst, ihr Grund ist nicht eine Gefahr für Leib und Leben, Hab und Gut oder die Gesundheit. Jetzt können wir uns die Frage stellen, ob diejenigen, die eine Wirklichkeit über der Wirklichkeit kreiert haben, von Angst oder von Hochmut geleitet waren. Dritte Möglichkeit Machtgier. Diese drei religiös zu sanktionieren, kann als intellektuelle Meisterleistung Satans betrachtet werden, die der Welt eine Richtung gab, die fatal ist.

Der jüdische Nationalsozialismus:

Im Nationalsozialismus spielt Rasse, das heisst, die Abgrenzung der eigenen Abstammung gegen andere, eine entscheidende Rolle – was im Falle des Judentums wohl niemand bestreiten kann. Im Gegensatz zum deutschen Nationalsozialismus ist der jüdische religiös – das heisst, durch eine Gottperson – legitimiert oder abgesichert. Das erhoben sein des jüdischen Volkes über die anderen Völker durch Gott macht es zur Herrenrasse.

Immerhin muss klar festgestellt werden, dass es sich beim Christentum und Islam nicht um die Ideologie oder Religion eines bestimmten Volkes handelt, bei der Ideologie der Juden hingegen schon – und das muss aufhorchen lassen: Denn hier geht es um eine Abgrenzung einer bestimmten Abstammung (Volk, Stamm), nicht um das Verbindende durch einen Gott aller Menschen.

Ich trage mich mit dem Gedanken, einen Artikel zu schreiben mit dem Titel: Opportunismus und Ignorieren des jüdischen Rassismus. Hätten Sie mir ein paar Anregungen dazu?

Was halten Sie von folgender Argumentation: Ideologie-Kritik ja, aber nicht gegenüber den Juden, denn das wäre rassistisch (antisemitisch), da die Juden ein Volk sind und somit ein Volk kritisiert würde.

Der Mensch und sein Zusammenhang

Als Geist-Körper-Wesen steht der Mensch vor der Frage, ob seine Voraussetzung mehr geistig oder materiell sei oder ob er Teil einer Wirklichkeit sei, die unendlicher Zusammenhang, unendliche Möglichkeit und unendliche Vielfalt ist – was es unmöglich machen würde, reinen Geist einer reinen Materie gegenüberzustellen.

Ist die Idee eines dreieckigen Rades, das die Form eines Kruges hat, rein geistig? Diese Vorstellung existiert insofern nur im Geiste als sie widersprüchlich ist und keine Entsprechung in der Wirklichkeit hat – nicht rein geistig ist sie insofern, als sowohl ‘dreieckig’ als auch ‘Rad’ und ‘Krug’ real und an Materie gebunden sind.

Worin soll das Kriterium für die Übereinstimmung von Idee und Objekt bestehen, wenn das Objekt nur als Vorstellung existiert, das heisst, als reiner Geist? Kann zum Beispiel ‘ein dreieckiges Rad, das die Form eines Kruges hat’ Objekt sein? Und ist das, was man rein geistig nennt, nicht insofern ein Widerspruch als es nicht auf Anklänge, Assoziationen oder Bestandteile der körperlichen (materiellen) Welt verzichten kann? Kann strenggenommen, etwas Begriff genannt werden, dessen Objekt nur rein geistig besteht, das heisst, nur als Vorstellung – Gottperson wäre in diesem Sinne kein Begriff, sondern einfach ein Wort, Idee oder Vorstellung.

Was folgt daraus, dass die Voraussetzung der Materie und des Menschen rein geistig sei? Wenn die Voraussetzung des Menschen (oder der Materie) nur als Idee oder Vorstellung besteht, das heisst, rein geistig ist, dann steht dem Menschen die Voraussetzung seines Seins als Idee oder Vorstellung gegenüber – natürlich wird dieser Umstand dadurch verdeckt, dass diese rein geistige Voraussetzung eine Person sei (Gottperson).

Was ist das – ein rein geistiges Objekt? Es ist jedenfalls etwas, das als nicht sinnlich wahrnehmbar existiert – ausser in dem Sinne, dass es als Wort oder Ausdruck existiert (als Substantiv oder Hauptwort, nicht als Verb oder Adjektiv). Sie können zum Beispiel einem dreieckigen Rad, das die Form eines Kruges hat, den Namen Vorfon (= Substantiv, Hauptwort) geben, was allerdings noch nicht spektakulär ist – Bedeutung bekommt es erst, wenn sie Vorfon übernatürliche Kräfte zuschreiben und politisch im Sinne der eigenen Gruppe instrumentalisieren.

Religion und Rechtsverständnis

Unter Religion oder Ideologie verstehe ich Sinngebung oder Sinnfindung: Eine Antwort auf die Frage, was das Wertvolle sei, das heisst, was das Sein oder der Kosmos, die anderen Menschen und mein Existieren für mich sind.

Wenn eine Ideologie oder Religion aufspaltend ist, das heisst, eine bestimmte Gruppe über die anderen Menschen erhebt, ist ihr Merkmal Gruppenegoismus oder Separatismus, das heisst, es kann kein gemeinsamer Lebensinhalt mit den anderen Menschen existieren: Entweder ist der Lebensinhalt Absonderung oder Macht über die anderen Menschen oder eine Kombination von beidem. Wenn der Schwerpunkt auf Macht über die anderen Menschen liegt, handelt es sich um eine Betrugsideologie – denn selbstverständlich wird diese Ideologie oder Religion im Namen des Guten oder eines Gottes daherkommen. Welche Art Recht – oder Politik – bringt eine solche Ideologie oder Religion mit sich bzw. strebt sie an?

Nehmen wir an, Satan würde eine Ideologie kreieren – wie würde sie aussehen? Die Ideologie Satans ist eine Machtideologie, aber auch eine Betrugsideologie. Steile These: Satan erfindet eine Person Gottes, um seine Ziele zu verwirklichen. Es wäre eine Religion, die Gruppen-Egoismus bedient.

Eine Gruppe, die sich durch ihre Ideologie über die anderen Menschen erhebt, macht sich in der Welt nicht beliebt. Woher bezieht eine solche Gruppe ihr Recht, ihre Legitimation oder ihr Selbstverständnis? Es kann nur pro forma die Verfassung eines modernen Staates sein.

Wer auf der Welt teilt religiös oder durch Abstammung begründeten Gruppenegoismus?

Zur Ideologie der USA scheint die Koexistenz von zwei oder drei Supermächten zum gegenseitigen Vorteil nicht zu gehören. Was ist die Ideologie der USA? Meine ganz persönliche Vermutung: Die Ideologie des Alten Testamentes – die leider bedeutet: Widersprüche und geistiger Nonsens mit politischem Hintergrund seit dreitausend Jahren.

Frage: Ist es geistig nicht eine sehr armselige Sache, das Göttliche auf Macht und einen Willen zu reduzieren?

Recht und Herrschaft (englisch: Law and Rule)

Wissen Sie, worauf die Israeliten ihr Recht gründen – zum Beispiel ihr Recht auf das Land der Palästinenser? Die Rechtsquelle der Israeliten ist das Alte Testament, das besagt, dass sie grundsätzlich – aufgrund ihrer von Gott bevorzugten Abstammung – über dem Rest der Menschheit stehen. Das heisst, die Israeliten haben grundsätzlich auf alles das Recht, das sie begehren. Im Speziellen aber wird das Recht der Israeliten auf das Land der Palästinenser damit begründet, dass die Israeliten vor 3000 Jahren in diesem Gebiet einen bzw. zwei Staaten hatten, nämlich Juda und Israel, die sich aber vor etwa 2500 Jahren auflösten. Diese Vorgeschichte begründet gemäss israelitischem Recht den Anspruch auf das Land der Palästinenser und den Massenmord an 50’000 von ihnen. Dass Israel keine Verfassung hat, wird verständlich dadurch, dass ihre Rechtsquelle die Ideologie des Alten Testamentes ist.

Frage: Ist USA-Recht, NATO-Recht und EU-Recht kompatibel mit Israel-Recht?

Welche Konsequenzen ergeben sich daraus, dass die USA, NATO und EU das als Recht anerkennen, was Israel tut? Was bedeutet die Übernahme des Rechtsverständnisses einer dreitausendjährigen Ideologie von Widersprüchen und geistigem Nonsens mit politischem Hintergrund? Erstens die Etablierung dieser Gruppe als die herrschende Klasse und zweitens geistiger und charakterlicher Zerfall der betroffenen Staaten.

Das Alte Testament und Gaza

Handelt es sich um eine Verbindung von Ideologie (Religion) und Politik, die auch vor Massenmord nicht zurückschreckt? Klarstellen möchte ich: Eine Gruppe, Abstammungsgemeinschaft oder Staat können im 21. Jahrhundert nicht Massenmord begehen, wenn sie nicht – übernational – die herrschende Klasse sind – sie wären schnell von der Bildfläche verschwunden. Wenn es einen Staat oder eine Gruppe gibt, die ungeahndet 50.000 Zivilisten umbringen kann, dürfen wir davon ausgehen, dass es sich um die herrschende Klasse handelt. Zweitens dürfen wir davon ausgehen, dass es sich um Betrüger bzw. Beherrscher der Medien handelt.

Anschlussfrage: Ist es das Merkmal einer herrschenden Klasse, dass sie Verbrechen mit Lügen oder Gott begründen kann?

Was geht in Menschen vor, die sich geistig nicht weiterentwickeln können? Sie tendieren zum Sadismus oder Masochismus. Zu beobachten ist das nicht nur in Europa, sondern auch im Nahen Osten (Israel). Wenn es die den Westen beherrschende Klasse ist, die sich geistig nicht weiterentwickeln kann, stellt sich für die Welt die Frage, wie das Problem gelöst werden kann? Wer sich geistig nicht weiterentwickeln kann, ist ein Fundamentalist bzw. in Widersprüchen gefangen oder lebt in einer Fixierung oder Gruppenwelt.

Um was handelt es sich, wenn Bevölkerungen oder Staaten – medial und politisch – gezwungen werden, Betrüger und Massenmörder als die Guten zu verehren? Ich würde sagen, um eine Gruppe, die das Finanzsystem und die Medien beherrscht. Aber auch darum, dass der halbe Planet zu einem Schandfleck verkommen ist. Von einer Ideologie, die den Geist des Menschen einschränkt – organisch verbunden mit einer entsprechenden Politik – kann man sagen, es handle sich um geistigen Dreck. Als Staat mit einer Sekten-Ideologie aufzutreten, das heisst, ein gruppenexklusives Objekt anzubeten, gibt keinen inneren Frieden, keinen Inhalt, keine Verbundenheit mit den anderen Menschen und zwingt zu Falschheit – aber es verschafft Bedeutung und Lebensinhalt durch Macht.

Das Recht eines Staates sagt etwas aus darüber, was das Wertvolle ist – denn das Wertvolle soll durch Gesetze geschützt werden. Wie ist das, wenn es in einem Staat oder auf der Welt eine mächtige, dominante Gruppe gibt – ist dann sie das Wertvolle und dasjenige, das durch Gesetze geschützt werden soll? Die – implizite – Aussage dieser Gruppe ist: Das Wertvolle ist das, was Macht hat über dich, deshalb musst du es anbeten, verehren, gehorsam sein und seine Gesetze befolgen – dabei beruft sich diese Gruppe normalerweise auf etwas Höheres, zum Beispiel eine Gottperson.

«Was ist für Ihre Gruppe, das Allerhöchste?»

«Das Allerhöchste ist für uns eine Gottperson, durch die wir uns über die anderen Menschen stellen können.»

«Das ist hochintelligent und ausserdem ethisch sehr wertvoll, weil es sich um die weltanschauliche Grundlage einer Weltreligion handelt.«

Wenn Sie den Leuten die Ansicht verkaufen können: Ihr steht aufgrund eurer Abstammung über den anderen Menschen – handelt es sich dann um Religion oder Politik? Die meisten Menschen des 21. Jahrhunderts würden antworten, es handle sich um Nationalsozialismus oder Rassismus. Was ist für die Juden (Israel) das Allerhöchste? Der Stamm oder der Kosmos und der Mensch? Ich persönlich denke, dass der Glaube an einen überirdischen Gangsterboss, der Massenmord rechtfertigt und schon seit etwa drei Tausend Jahren besteht, in der Geschichte einzigartig ist – insbesondere sein Status als Weltreligion.

Überlegenheit der eigenen Gruppe als Religion, Selbstverständnis und Lebensinhalt

Man stelle sich vor, es gäbe nur Juden auf der Welt.Was wäre ihre Religion oder geistiger Inhalt, woraus hätten sie ihr Selbstwertgefühl? Ich frage das, weil sie an einen Gott glauben, der sie über die anderen Menschen gestellt hat: Wenn es auf der Welt nur Juden gäbe, wäre dieser Gott sinnlos. Zentral für das Selbstverständnis eines Juden ist, sich als Angehöriger einer Gruppe (Abstammungsgemeinschaft) zu verstehen – dieses Verständnis wäre nicht mehr möglich, wenn es auf der Welt nur noch Juden gäbe: Ein Jude müsste sich dann einfach als Mensch verstehen – das aber negiert den Kern des Judentums: Es wäre nicht mehr möglich, sich in Abgrenzung zu anderen Menschen zu definieren. Damit ist auch der Grund angesprochen, aus dem die Juden nicht wollen, dass alle ihren Gott teilen. ‘Wir sind diejenigen, die das haben, was ihr nicht habt’ – diese Selbstdefinition oder dieses Selbstverständnis wäre nicht mehr möglich, wenn alle Menschen auf der Welt Juden wären; das Höchste und Wertvollste könnte nicht mehr der Glaube an einen Gott sein, der die eigene Abstammungsgemeinschaft über die anderen Menschen gesetzt hat.

Für mich – und ich denke, für die meisten Menschen oder Nicht-Juden – ist es nicht leicht, sich in diese Mentalität hineinzufühlen: Sich zuerst als Gruppenwesen und dann als Mensch empfinden, indem eine klare, in Fleisch und Blut übergegangene Grenze, zwischen der eigenen Gruppe und den aussenstehenden, anderen Menschen gepflegt wird. Was ist auf diese Weise das Verbindende zwischen der eigenen Gruppe und den anderen Menschen? Geist kann es nicht sein, denn unter Geist oder Religion wird der Glaube an einen Gott verstanden, der die eigene Gruppe über die anderen Menschen gestellt hat. Da das Allerhöchste und Wertvollste – Gott – diesem Volk sagt, es stehe über den anderen Völkern, ist es zwangsläufig, dass es zu den anderen Völkern den Standpunkt der Überlegenheit einnimmt oder anders ausgedrückt, des Exzeptionalismus. Diese Mentalität kann bei den anderen Völkern nur Antipathie hervorrufen – und wenn sie sich mit Machtansprüchen verbindet, ihre Feindschaft.

Welcher Umgang ergibt sich mit den Menschen, die gegenüber der eigenen Abstammung als minderwertig betrachtet werden? Es wird Wert auf Abgrenzung gelegt – im Weiteren sind die Verhältnisse Macht, Herablassung oder Ignorieren möglich. Die Beziehung der Macht über sie würde an das Verhältnis zu Nutztieren erinnern, da diesen Wesen nicht ein Wert und eine Würde zuerkannt wird, die man sich selber zuspricht. Da die Nicht-Juden kein Interesse daran haben, als minderwertige Opfer der Machtansprüche einer Herrenrasse zu fungieren – ausser jenen, die als ihre Unter-Hunde Karriere machen – wird dies zu um so grösseren Problemen führen, je mehr Macht die Juden haben.

Überlegen sein als Lebensinhalt. Das Tolle beim Lebensinhalt der Überlegenheit ist, dass er aus Beschränktheit oder aus Wahnideen bestehen kann bzw. aus Ideen, die keine Übereinstimmung mit den anderen Menschen oder Staaten aufweisen: Die Wahrheit oder die Realität anderer Menschen oder Staaten können ignoriert werden und man fühlt sich trotzdem – mehr oder weniger – grossartig; allerdings wird auf diese Weise eine Grenze zwischen sich oder der eigenen Gruppe und den anderen Menschen aufgerichtet. Führt die Idee einer Gruppe, wertvoller zu sein als die anderen Menschen zum Wunsch nach realer Macht über sie? Oder anders gefragt, hat der Wunsch, Macht über andere Menschen zu haben, die ideologische oder religiöse Voraussetzung, mehr wert zu sein als sie? Jedenfalls kann der religiöse oder ideologische Glaube einer Gruppe, wertvoller zu sein als andere Menschen, ethische Hemmnisse zur Ausübung von Macht über sie oder andere Staaten beseitigen.

Die Mentalität der Überlegenheit oder Machtansprüche sind der Übereinstimmung mit den anderen Menschen entgegengesetzt – und somit auch der Wahrheit, deren Merkmal die Übereinstimmung von Idee und Gegenstand ist.

Grundsätzlich beansprucht eine Gruppe, die sich anderen Menschen oder Staaten überlegen fühlt, das Mass der Dinge zu sein, das heisst, sie betrachtet ihre Vorstellungen von der Welt und die daraus entstehenden Wünsche als das Absolute. Konkret können wir uns fragen: Wie würde die Welt aussehen und was würde mit den Menschen passieren, wenn die Vorstellungen, die Israel von der Welt hat und die daraus entstehenden Wünsche zum Mass aller Dinge würden?

Netanjahu über Terrorismus (1986)

«In einem Interview vom 30. Mai 1986 in der US-Sendung „Firing Line“ hat sich der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu über seine Definition von Terrorismus geäußert.

Er sagte, Terroristen würden absichtlich Unschuldige angreifen. Daher sei seine Definition von Terrorismus der systematische und vorsätzliche Angriff, die Ermordung, Verstümmelung und Bedrohung von unschuldigen Zivilisten für politische Ziele.

„Diejenigen, die für die Freiheit kämpfen, setzen nicht auf Terrorismus (…) Diejenigen, die das tun, (…) enden als Herrscher über terroristische Staaten“, so Netanjahu.

Erst am Sonntag hatte Israel erneut den Libanon bombardiert. Libanesischen Angaben zufolge wurden mehr als 50 Städte und Dörfer im Süden des Landes angegriffen und mehrere Orte fast vollständig zerstört.»

https://test.rtde.tech/kurzclips/video/223274-netanjahu-ueber-terrorismus-systematische-ermordung/

Gemäss den Worten, die Netanjahu 1986 geäussert hat, wäre er – 38 Jahre später – der Chef eines Terroristen-Staates. Ich nehme an, Netanjahu würde antworten, bei Worten gehe es nicht um den Wahrheitsgehalt, sondern darum, mit ihnen ein bestimmtes Ziel zu erreichen – diese Logik ist für die jüdische Ideologie kein Problem, weil das Recht ohnehin auf ihrer Seite ist, denn sie begründet eine Zweiklassengesellschaft, in der die Abstammungsgemeinschaft Israels tun darf, was die anderen Völker nicht tun dürfen. Dürfen wir von Herrenvolk oder von Opfervolk sprechen?

Ein Staat, der zu seiner Erhaltung dauernder Gewaltanwendung bedarf

Man könnte sagen: auch die Schweiz, Russland oder fast jeder Staat sei auf der Grundlage von Gewalt entstanden – aber immerhin ging diese Gewalt von den autochthonen Bewohnern eines Gebietes aus; und hörte im Verlauf der Jahrhunderte auf. Wir dürfen daraus schliessen, dass es sich bei Israel und auch der Ukraine nicht um eine – geistige – Avantgarde handelt, sondern um einen Atavismus.

Atavismus Bedeutung/Definition:

    1) ein unvermittelt wieder auftretendes, entwicklungsgeschichtlich als überholt geltendes Merkmal (anatomisch oder verhaltensbiologisch), das sonst nur bei Vorfahren bekannt war [Gebrauch: Biologie]

    2) eine Auffassung oder ein Verhalten, das einem veralteten Weltbild entspricht [Gebrauch: übertragen]

Die Analogie von Israel zur Ukraine besteht darin, dass zu ihrer Ideologie gehört, sich gegen die Bevölkerung abzugrenzen, deren Territorium sie beanspruchen oder anders ausgedrückt, autochthone Bewohner zu vertreiben oder zu unterdrücken.