Ein Lebenssinn, der darin besteht, etwas zu haben, das die anderen nicht haben

Worin kann ein Lebenssinn bestehen, von dem die anderen Menschen ausgeschlossen werden? Es wäre etwas, das man selber – oder die eigene Gruppe – hat und die anderen Menschen nicht haben. Zum Beispiel die Abstammung oder ein Gott, der eine bestimmte Abstammung bevorzugt. Was ist die Folge davon, wenn Selbstverständnis und Selbstwertgefühl (Lebenssinn) aus etwas kommen, das von den anderen Menschen abgrenzt? Wenn der Lebenssinn in etwas besteht, von dem die anderen Menschen ausgeschlossen sind, kann er nicht im menschlichen Geist bestehen oder in dem, worin alle Menschen verbunden sind.

Was ist Geist? Geist ist Bewusstsein und insofern Körper-Bewusstsein und Welt-Bewusstsein. Das Ich ist allerdings nicht eine Abbildung der Welt, sondern ein Sich-stellen zu ihr: Bejahung und Verneinung und Handeln aufgrund von Affekten, Denken und Sprache. Widersprüche, Illusionen und Lügen wird niemand mit Geist gleichsetzen, sondern mit Mangel an ihm. Für einen entfalteten Geist bestehen der Kosmos und die anderen Menschen als Aufnehmen, Empfangen, Einsehen, Wahrnehmen, Auf-sich-wirken-lassen und der Geist ist um so erfüllter und reicher, je mehr er fähig ist, sie wahrzunehmen und einzusehen. Die Befriedigung kommt aus dem Fühlen der Einheit oder Verbundenheit mit ihnen – in seiner höchsten Form ist Geist das Fühlen einer Identität mit dem Sein.

Was geniesst der Mensch, wenn er seinen Geist einschränkt? Genuss heisst Übereinstimmung. Womit stimmt der Mensch überein, wenn er seinen Geist einschränkt, das heisst, sein Fühlen und Denken der anderen Menschen und des Kosmos? Einfach gesagt, mit einer eingeschränkten Wirklichkeit. Womit macht der Mensch eine Übereinstimmung, wenn er die anderen Menschen und den Kosmos zielgerichtet und durch selektive Wahrnehmung unter sich stellt oder wenn er sich einer Wirklichkeit über der Wirklichkeit – einem sogenannten Gott – unterwirft? Wenn keine Übereinstimmung mit dem Objekt der Freude da ist, woher soll dann die Freude kommen? Nehmen wir folgenden Fall: Eine Gruppe findet die Aussenstehenden minderwertig, aber sie beschäftigt sich Tag und Nacht mit ihnen und schon drei Jahrtausende: Was sind die Aussenstehenden für diese Gruppe? Haustiere, Objekte der Ausbeutung oder des Neides? Mit ihrem Gott können sie keine Einheit machen, weil er Gott ist und ihre Gruppe aus Menschen besteht. Woher kommt die Freude, wenn keine Übereinstimmung mit dem Objekt der Freude da ist? Kluge Antwort: Aus der Verachtung des Seins aus Hochmut, verbunden mit der Angst vor ihm.

Bedeutet Übereinstimmung mit dem eigenen Willen Übereinstimmung mit dem Verstand? Oder anders gefragt: Kann ich mit mir selber übereinstimmen, ohne mit dem Sein übereinzustimmen, das heisst, kann ich den inneren Frieden finden, wenn ich die Wahrheit und Realität der anderen Menschen und die Zusammenhänge des Kosmos abwehre?

Insofern ich die Realität und Wahrheit des andern nicht zulassen will, bedeutet das ein Wollen, ein stets kontrolliertes Wach-Bewusstsein, das sich nicht gehenlassen kann – und es bedeutet Unsicherheit, Ungewissheit, stete Abwehrhaltung, also eigentlich Angst. Warum sollte ich das Sein des anderen nicht zulassen? Die – nicht selektive – Wahrnehmung könnte eine Gefahr für mein Selbstwertgefühl bedeuten – also ziehe ich es vor, mein Selbstwertgefühl aus einer Abgrenzung zu beziehen. Allerdings schränke ich auf diese Weise das ein, was ich bin: Ich mache mich zu etwas Absolutem, das heisst, regle meine Zusammenhänge durch Willkür, zum Beispiel eine Wirklichkeit über der Wirklichkeit. Ich schränke mein Erleben der anderen Person ein: Erlebe sie als Objekt, über dem ich stehe, die Wahrnehmung via Willen betont die Distanz und den räumlichen Abstand.

Der Grund davon, sich selber als das Absolute zu betrachten, kann Angst sein: Das sich bedroht fühlen durch das ganze Spektrum des Seins; aber, da es ein Herauslösen von sich selber aus einem Zusammenhang ist, ist es auch Hochmut (eine illusionäre, überhöhte Einschätzung von sich selber). Interessant ist die Frage, inwieweit das Handeln eines Individuums oder einer Gruppe von der Kombination von Angst und Hochmut geleitet ist? Epikur sagt: Wer Furcht verbreitet, ist selbst nicht ohne Furcht.

Die Angst vor den unendlichen Zusammenhängen der Wirklichkeit, die Angst davor, sie zuzulassen – das heisst, in gewisser Weise die Angst vor sich selber – ist nicht eine gewöhnliche Angst, das heisst, ihr Grund ist nicht eine Gefahr für Leib und Leben, Hab und Gut oder die Gesundheit. Jetzt können wir uns die Frage stellen, ob diejenigen, die eine Wirklichkeit über der Wirklichkeit kreiert haben, von Angst oder von Hochmut geleitet waren. Dritte Möglichkeit Machtgier. Diese drei religiös zu sanktionieren, kann als intellektuelle Meisterleistung Satans betrachtet werden, die der Welt eine Richtung gab, die fatal ist.

Geist als Macht und Wille – die Religion des Alten Testamentes

Wenn Befriedigung, Freude und Genuss nicht aus der Wahrnehmung des Kosmos und des Menschen kommen, woher sollen sie dann kommen? Aus ihrer Umformung und Macht über sie? Wenn Geist nicht Einsicht in die gegebenen Zusammenhänge des Kosmos bedeutet, sondern nur der Wille zu ihrer Umformung und Macht über sie, befinden wir uns in der Gedankenwelt des Gottes des Alten Testamentes: Es gibt uns folgende Idee des Seins: Ein Subjekt (Gott) steht durch seine Macht einem Objekt (Welt, Mensch, Kosmos) gegenüber. Macht für das höchste religiöse oder geistige Prinzip zu halten, mag für viele Menschen selbstverständlich sein, aber es ist nur die Analogie zu einem beschränkten menschlichen Prinzip und erfasst nicht das Sein, die Wirklichkeit oder die Realität in einem grundlegenden Sinn. Beziehungsweise: Der Mensch erfasst dadurch nicht die unendliche Dimension seiner eigenen Existenz.

Ist das Sein oder die Wirklichkeit etwas, zu dem das Verhältnis des Wollens oder der Macht bestehen kann? Ist das Sein (Wirklichkeit, Realität) etwas, dessen Eigenschaft Wollen und Macht ist? Das Alte Testament vermittelt uns diese Auffassung des Seins – allerdings gehört zu der Auffassung der Wirklichkeit als Wollen und Macht, etwas, auf das sich dieses Wollen und diese Macht bezieht. Es ergibt sich die Frage: Wie kann etwas als das Nonplusultra, das heisst, als nicht verursachtes Sein statuiert werden, das eine Differenz zwischen einem Ist-Zustand und einem Soll-Zustand bedeutet?

Wollen und Macht sind nicht das Sein selber. Durch die Idee, das Sein (Wirklichkeit, Realität) sei erschaffen worden, wird allerdings dieser Eindruck erweckt. Gemäss jüdisch-christlichem Glauben gibt es einerseits die Gottperson, dann noch ihren Willen und ihre Macht und drittens als ihr Produkt – genannt Schöpfung – das, was wir als Wirklichkeit kennen: Materie, Leben, Kosmos, Mensch, Galaxien, Universum. Der Mensch kann keine adäquate Idee des Seins (Wirklichkeit, Realität) haben, wenn er es als Produkt eines Wollens oder von Macht auffasst: Wollen heisst, Wollen von etwas. Macht heisst, Macht über etwas: Wollen oder Macht als die Voraussetzung von Sein (Wirklichkeit, Realität) zu behaupten, macht sich schlecht, da ihre Voraussetzung etwas ist, worauf sie sich richten.

Drei Fragen:

– Wie kann die rein geistige Gottperson identisch sein mit dem Sein, da sie doch Materie entgegengesetzt ist?

– Wie kann etwas Person sein, das heisst, ein wollendes Wesen, wenn es unendliches Bewusstsein und Allmacht ist?

– Wo liegt die personale Freiheit oder anders ausgedrückt, die Fähigkeit zu bejahen und zu verneinen, bei einem Wesen, das unendliches Bewusstsein und Allmacht ist?

Person ist durch Denken, das heisst, Idee, Vorstellung, Bewusstsein. Gibt es die reine Idee, reine Vorstellung oder das reine Bewusstsein? Das heisst, ein Denken, eine Person oder ein Ich, die nur im Geiste bestehen? Die weitere Frage ist: Kann Wollen nur im Geiste bestehen? Die Frage ist deshalb von Bedeutung, weil Person sein oder Ich sein ohne Wollen als kontemplativer Zustand durchaus möglich ist, aber für ein Wesen, das körperlich ist, kein Dauerzustand sein kann – und es kann auch kein Dauerzustand sein für ein Wesen, von dem gesagt wird, es greife durch Willen und Macht in das Leben der Menschen ein (damit ist die Gottperson gemeint).

Zwei mögliche Weltanschauungen:

1) Das Sein (die Wirklichkeit oder Realität) ist aufgespalten in ein geschaffenes und ein nicht geschaffenes: Als das nicht Geschaffene gilt eine Person, die das Unbedingte, nicht Verursachte sei und als das Göttliche verehrt wird.

2) Das Sein, die Wirklichkeit oder die Realität ist unendlicher Zusammenhang, unendliche Möglichkeit und unendliche Vielfalt und der Mensch Teil davon. «Geist», «Materie», «Leben» bilden eine Einheit.

Vergleich der beiden Weltanschauungen:

Vom Unbedingten, nicht Verursachten, nicht Erschaffenen könnte man sagen, es sei das Zusammenhangslose – denn was soll sein Zusammenhang sein? Wie hat man sich die Verbindung zwischen dem Unbedingten, nicht Verursachten, nicht Erschaffenen und dem Bedingten, Verursachten, Erschaffenen vorzustellen? Als uneingeschränktes persönliches Wollen und Macht? Klar müssen wir uns darüber sein, dass Wollen und Macht nicht das Sein selber sind, sondern davon abgegrenzt. Das Sein (die Wirklichkeit oder die Realität) verstanden als unendlicher Zusammenhang, unendliche Möglichkeit und unendliche Vielfalt ist nicht gegen etwas abgegrenzt. Etwas Unbedingtes, nicht Verursachtes, nicht Erschaffenes zu statuieren – das heisst, etwas, das keinen Zusammenhang hat – bedeutet, eine Abgrenzung gegen das Bedingte, Verursachte, nicht Erschaffene. Natürlich ist es möglich, die unendliche Wirklichkeit – unendlicher Zusammenhang, unendliche Möglichkeit und unendliche Vielfalt – als das Unbedingte, nicht Verursachte, nicht Erschaffene zu betrachten, aber dann ist die Welt nicht mehr aufgespalten in das Göttliche und Nicht-Göttliche.

Ein Hinweis zu Spinoza, dem vorgeworfen wird, seine Philosophie sei deterministisch und statisch: Unendliche Wirklichkeit im Sinne von unendlichem Zusammenhang bedeutet, dass es nicht etwas geben kann, das sie nicht ist und dass es nicht etwas geben kann, das von ihr weggenommen werden kann oder das zu ihr hinzukommen kann oder gegen das sie abgegrenzt ist – insofern ist die unendliche Wirklichkeit («Deus sive Natura» bei Spinoza) determiniert und statisch, wenn man so will. Natürlich könnte man sagen, bei jedem Werden oder Vergehen, werde der Wirklichkeit etwas hinzugefügt bzw. weggenommen, betreffe das nun eine Galaxie oder die Menschheit – aber verändert sich dadurch der unendliche Zusammenhang, die unendliche Möglichkeit oder die unendliche Vielfalt?

Gott als Person bezogenes Machtprinzip. Das Setzen einer Person als das Unbedingte, nicht Verursachte, bedeutet eigentlich die Installation einer Machtideologie, ihr Hintergrund dürfte weniger das Streben nach Geist und Wahrheit gewesen sein als das Erreichen politischer Zwecke. Durch das Setzen von Wollen und Macht als Ausgangspunkt und als das Höchste wird eine Person zum Absoluten – durch Aufnehmen, Empfangen, Einsehen, Wahrnehmen, Auf-sich-wirken-lassen hingegen selber zu einem quasi unendlichen Teil des Seins. Der Mensch, der sich als Teil eines unendlichen Zusammenhanges fühlt (Kosmos, Mensch), bildet mit ihm eine Einheit – aber womit bildet der Mensch, der als Zusammenhang eine Person mit unendlichem Willen und unendlicher Macht betrachtet (Gottperson), eine Einheit? Seine Einheit ist zwiespältig: Einerseits wird er, indem er einer absoluten Person gegenübersteht, selber zur absoluten Person, andererseits macht er eine Einheit mit dem Willen der anderen Person, vereinigt sich mit ihr, indem er sich ihrem Willen unterordnet und sieht darin den eigenen Sinn: Das Fühlen und Denken des Seins (Kosmos, Mensch und von sich selber) und die Übereinstimmung mit ihm werden zweitrangig. Mit der Unterordnung unter den Willen einer Machtperson ist zugleich der Grundstein von Gruppenbildung gelegt, die in der Folge politisches Handeln bedeutet (politisches Handeln, das nicht in der Sache gründet, sondern im Willen einer Gottperson, der möglicherweise vorher in sie hineingelegt wurde) – hier wäre ein Blick auf das Judentum als Ursprung dieser Art Religion höchst interessant; gerade, weil es der Wille seines Gottes war, die jüdische Abstammung über die der anderen Menschen zu erheben.

Der jüdische Nationalsozialismus:

Im Nationalsozialismus spielt Rasse, das heisst, die Abgrenzung der eigenen Abstammung gegen andere, eine entscheidende Rolle – was im Falle des Judentums wohl niemand bestreiten kann. Im Gegensatz zum deutschen Nationalsozialismus ist der jüdische religiös – das heisst, durch eine Gottperson – legitimiert oder abgesichert. Das erhoben sein des jüdischen Volkes über die anderen Völker durch Gott macht es zur Herrenrasse.

Immerhin muss klar festgestellt werden, dass es sich beim Christentum und Islam nicht um die Ideologie oder Religion eines bestimmten Volkes handelt, bei der Ideologie der Juden hingegen schon – und das muss aufhorchen lassen: Denn hier geht es um eine Abgrenzung einer bestimmten Abstammung (Volk, Stamm), nicht um das Verbindende durch einen Gott aller Menschen.

Ich trage mich mit dem Gedanken, einen Artikel zu schreiben mit dem Titel: Opportunismus und Ignorieren des jüdischen Rassismus. Hätten Sie mir ein paar Anregungen dazu?

Was halten Sie von folgender Argumentation: Ideologie-Kritik ja, aber nicht gegenüber den Juden, denn das wäre rassistisch (antisemitisch), da die Juden ein Volk sind und somit ein Volk kritisiert würde.

Der Mensch und sein Zusammenhang

Als Geist-Körper-Wesen steht der Mensch vor der Frage, ob seine Voraussetzung mehr geistig oder materiell sei oder ob er Teil einer Wirklichkeit sei, die unendlicher Zusammenhang, unendliche Möglichkeit und unendliche Vielfalt ist – was es unmöglich machen würde, reinen Geist einer reinen Materie gegenüberzustellen.

Ist die Idee eines dreieckigen Rades, das die Form eines Kruges hat, rein geistig? Diese Vorstellung existiert insofern nur im Geiste als sie widersprüchlich ist und keine Entsprechung in der Wirklichkeit hat – nicht rein geistig ist sie insofern, als sowohl ‘dreieckig’ als auch ‘Rad’ und ‘Krug’ real und an Materie gebunden sind.

Worin soll das Kriterium für die Übereinstimmung von Idee und Objekt bestehen, wenn das Objekt nur als Vorstellung existiert, das heisst, als reiner Geist? Kann zum Beispiel ‘ein dreieckiges Rad, das die Form eines Kruges hat’ Objekt sein? Und ist das, was man rein geistig nennt, nicht insofern ein Widerspruch als es nicht auf Anklänge, Assoziationen oder Bestandteile der körperlichen (materiellen) Welt verzichten kann? Kann strenggenommen, etwas Begriff genannt werden, dessen Objekt nur rein geistig besteht, das heisst, nur als Vorstellung – Gottperson wäre in diesem Sinne kein Begriff, sondern einfach ein Wort, Idee oder Vorstellung.

Was folgt daraus, dass die Voraussetzung der Materie und des Menschen rein geistig sei? Wenn die Voraussetzung des Menschen (oder der Materie) nur als Idee oder Vorstellung besteht, das heisst, rein geistig ist, dann steht dem Menschen die Voraussetzung seines Seins als Idee oder Vorstellung gegenüber – natürlich wird dieser Umstand dadurch verdeckt, dass diese rein geistige Voraussetzung eine Person sei (Gottperson).

Was ist das – ein rein geistiges Objekt? Es ist jedenfalls etwas, das als nicht sinnlich wahrnehmbar existiert – ausser in dem Sinne, dass es als Wort oder Ausdruck existiert (als Substantiv oder Hauptwort, nicht als Verb oder Adjektiv). Sie können zum Beispiel einem dreieckigen Rad, das die Form eines Kruges hat, den Namen Vorfon (= Substantiv, Hauptwort) geben, was allerdings noch nicht spektakulär ist – Bedeutung bekommt es erst, wenn sie Vorfon übernatürliche Kräfte zuschreiben und politisch im Sinne der eigenen Gruppe instrumentalisieren.

Religion und Rechtsverständnis

Unter Religion oder Ideologie verstehe ich Sinngebung oder Sinnfindung: Eine Antwort auf die Frage, was das Wertvolle sei, das heisst, was das Sein oder der Kosmos, die anderen Menschen und mein Existieren für mich sind.

Wenn eine Ideologie oder Religion aufspaltend ist, das heisst, eine bestimmte Gruppe über die anderen Menschen erhebt, ist ihr Merkmal Gruppenegoismus oder Separatismus, das heisst, es kann kein gemeinsamer Lebensinhalt mit den anderen Menschen existieren: Entweder ist der Lebensinhalt Absonderung oder Macht über die anderen Menschen oder eine Kombination von beidem. Wenn der Schwerpunkt auf Macht über die anderen Menschen liegt, handelt es sich um eine Betrugsideologie – denn selbstverständlich wird diese Ideologie oder Religion im Namen des Guten oder eines Gottes daherkommen. Welche Art Recht – oder Politik – bringt eine solche Ideologie oder Religion mit sich bzw. strebt sie an?

Nehmen wir an, Satan würde eine Ideologie kreieren – wie würde sie aussehen? Die Ideologie Satans ist eine Machtideologie, aber auch eine Betrugsideologie. Steile These: Satan erfindet eine Person Gottes, um seine Ziele zu verwirklichen. Es wäre eine Religion, die Gruppen-Egoismus bedient.

Eine Gruppe, die sich durch ihre Ideologie über die anderen Menschen erhebt, macht sich in der Welt nicht beliebt. Woher bezieht eine solche Gruppe ihr Recht, ihre Legitimation oder ihr Selbstverständnis? Es kann nur pro forma die Verfassung eines modernen Staates sein.

Wer auf der Welt teilt religiös oder durch Abstammung begründeten Gruppenegoismus?

Zur Ideologie der USA scheint die Koexistenz von zwei oder drei Supermächten zum gegenseitigen Vorteil nicht zu gehören. Was ist die Ideologie der USA? Meine ganz persönliche Vermutung: Die Ideologie des Alten Testamentes – die leider bedeutet: Widersprüche und geistiger Nonsens mit politischem Hintergrund seit dreitausend Jahren.

Frage: Ist es geistig nicht eine sehr armselige Sache, das Göttliche auf Macht und einen Willen zu reduzieren?

Recht und Herrschaft (englisch: Law and Rule)

Wissen Sie, worauf die Israeliten ihr Recht gründen – zum Beispiel ihr Recht auf das Land der Palästinenser? Die Rechtsquelle der Israeliten ist das Alte Testament, das besagt, dass sie grundsätzlich – aufgrund ihrer von Gott bevorzugten Abstammung – über dem Rest der Menschheit stehen. Das heisst, die Israeliten haben grundsätzlich auf alles das Recht, das sie begehren. Im Speziellen aber wird das Recht der Israeliten auf das Land der Palästinenser damit begründet, dass die Israeliten vor 3000 Jahren in diesem Gebiet einen bzw. zwei Staaten hatten, nämlich Juda und Israel, die sich aber vor etwa 2500 Jahren auflösten. Diese Vorgeschichte begründet gemäss israelitischem Recht den Anspruch auf das Land der Palästinenser und den Massenmord an 50’000 von ihnen. Dass Israel keine Verfassung hat, wird verständlich dadurch, dass ihre Rechtsquelle die Ideologie des Alten Testamentes ist.

Frage: Ist USA-Recht, NATO-Recht und EU-Recht kompatibel mit Israel-Recht?

Welche Konsequenzen ergeben sich daraus, dass die USA, NATO und EU das als Recht anerkennen, was Israel tut? Was bedeutet die Übernahme des Rechtsverständnisses einer dreitausendjährigen Ideologie von Widersprüchen und geistigem Nonsens mit politischem Hintergrund? Erstens die Etablierung dieser Gruppe als die herrschende Klasse und zweitens geistiger und charakterlicher Zerfall der betroffenen Staaten.

Wort zum Sonntag: Welche Realität anerkennt Satan?

Ich würde sagen, diejenige Realität, die er bzw. seine Gruppe durch ihre Macht geschaffen hat und unterhält. Man kann daraus verstehen, warum Satan aus dem Himmel herausgeworfen wurde.

Die Wonnen der Gewöhnlichkeit und die Genussfähigkeit des eigenen Geistes – sind sie Satan bekannt? Wenn man ihn als archetypische Figur des Bösen betrachtet – als das Prinzip der Täuschung, der Herrschsucht und der Entfremdung vom Sein –, dann wäre er genau das Gegenteil von jemandem, der die „Wonnen der Gewöhnlichkeit“ kennt. Und welchen eigenen Geist kann er geniessen?

Die Wonnen der Gewöhnlichkeit und die Genussfähigkeit des eigenen Geistes setzen ein tiefes Einverständnis mit sich selbst voraus. Wenn Satan das Symbol für das rastlose, getrennte Bewusstsein ist, dann bleibt ihm dieser Genuss verwehrt.

Satan fühlt sich eng mit den anderen Menschen verbunden

Ich selber würde Satan als einen Typ Mensch definieren, der sich erstaunlicherweise eng mit den anderen Menschen verbunden fühlt – allerdings nicht in dem Sinne, dass seine Befriedigung daraus kommt, sie wahrzunehmen, zu würdigen und zu schätzen, sondern über ihnen zu stehen, Macht über sie zu haben und sie zum eigenen Produkt zu formen, was eine Einschränkung ihres geistigen und materiellen Seins bedeutet.

Im Gegensatz zur religiösen Charakterisierung Satans halte ich ihn durch und durch für ein Gruppenwesen: Durch Gruppen- oder Sektenbildung ist es möglich, ein Menschsein zum Massstab zu machen, das vom allgemeinen Menschsein abgekoppelt ist – insbesondere von seinem allgemein verbindenden Element der Rationalität.

Gruppe heisst, dass Menschen in denselben Ideen und Zielen miteinander verbunden sind. Menschen können zum Beispiel dadurch eine Gruppe bilden, dass sie in der gleichen Art der Befriedigung zusammengeschlossen sind. Von Bedeutung ist, wie eine Gruppe mit den anderen Menschen verbunden ist und wie sie sich gegen sie abgrenzt. Eine Gruppe kann dadurch mit den anderen Menschen verbunden sein, indem sie ihre Befriedigung daraus zieht, über ihnen zu stehen oder über sie Macht zu haben. Und von ihnen abgegrenzt sein, kann sie dadurch, dass sie den Anspruch stellt, etwas zu haben, dass die anderen nicht haben (zum Beispiel einen exklusiven Gott, die Abstammung oder ethische Überlegenheit).

Interessant ist, dass durch diese Art der Verbindung und Abgrenzung sowohl Opfer- als auch Täterbedürfnisse befriedigt werden können (anders ausgedrückt Masochismus als auch Sadismus): Man kann sich an die eigenen Gruppenmitglieder kuscheln und zugleich auf die bösen Aussenstehenden zeigen und sagen: Schau, was diese Bösen mit mir machen wollen. Oder umgekehrt, kann man den bösen Aussenstehenden eines auswischen und sagen: Habt ihr gesehen, wie ich diesen Typ ruiniert habe?

Das Einschränken des Denkens auf die Vorgaben einer Gruppe. Wenn die Vorgabe einer Gruppe ist: Wir stehen über den anderen Menschen, dann bedeutet das nicht einen Inhalt, aber ein bestimmtes Verhältnis zu ihnen. Inwiefern haben die Menschen eine gemeinsame Realität oder ein Sein, das allen Menschen gemeinsam ist? Man könnte zum Beispiel Rationalität für so etwas halten. Ist der Vertreter des Exzeptionalismus damit einverstanden? Den Anhänger des Exzeptionalismus muss Rationalität allerdings nicht kümmern, da er Inhalt ohnehin nur vortäuscht – ihm geht es um eine Beziehung zu den anderen Menschen, in der er über ihnen steht und dieses Ziel kann er auch durch Widersprüche, geistigen Nonsens oder Wahnideen erreichen.

Machtstreben kann den Inhalt haben, dem anderen etwas wegzunehmen, zum Beispiel Besitz, Territorium, Rechte – und der erfolgreiche Machtmensch kommt in den Genuss von Prestige. Kann Machtstreben einen Inhalt zulassen durch den beide – sowohl das Subjekt der Macht als auch sein Objekt – verbunden sind? Anerkennt der Machtmensch eine Wesenseinheit mit seinem Objekt? Kann das Wertvolle oder Erstrebenswerte etwas sein, das unilateral besteht, anders gesagt, in einer Gruppe, die wertvoll ist (Herrengruppe) und einer Gruppe, die nicht wertvoll ist (die Knecht-Gruppe)? Und das Spiel heisst: Wer ist die Herrengruppe und wer die Knecht-Gruppe? Und das Spiel heisst weiter: Wie können wir der Bevölkerung Inhalte vortäuschen, damit sie ihre Zustimmung gibt, zu unserem Vorteil und zu ihrem Schaden in das Leben von Menschen einzugreifen? Kann man es das Spiel des Alten Testaments nennen – momentan betrieben vom Westen, das heisst, USA & Israel, EU, Deutschland.

Zweifellos ist zum Beispiel Frau Baerbock ein ganz anderer Mensch als der Israel-Chef Netanjahu, da Frau Baerbock zur Fraktion der Ultraguten gehört, was vom Israel-Chef die wenigsten sagen würden – das Erstaunliche aber ist: Sie stützen sich gegenseitig. Das erklärt sich daraus, dass Frau Baerbock und der Israel-Chef darin vereinigt sind, dass sie die Gruppe über alles stellen, der Herr Netanjahu angehört.

Die Aufspaltung des Seins geschah im Namen von etwas, das wertvoller sei als der Kosmos und der Mensch

Religion bestimmt, wonach der Mensch streben soll – denn sie legt fest, was das Höchste und Wertvollste sei. Ein Sonderfall einer Religion liegt vor, wenn sie das Höchste und Wertvollste auf eine Gruppe von Menschen einschränkt, was das Merkmal einer Sekte ist.

Kann der Mensch in den Genuss des Höchsten und Wertvollsten durch ein Macht- oder Unterwerfungsverhältnis gelangen? Jedenfalls kann die Entfaltung des Geistes und die Würdigung des Kosmos und des Menschen weder durch ein Macht- noch durch ein Unterwerfungsverhältnis erreicht werden.

Welches ist das Hauptmerkmal des Göttlichen? Macht als Hauptmerkmal des Göttlichen zu postulieren, bedeutet erstens eine Aufspaltung des Seins, das heisst, einen Dualismus und zweitens ist es widersprüchlich, da es keine Gründe ausserhalb der göttlichen Macht geben kann. Wenn es ausserhalb des Göttlichen keine Gründe oder Ursachen geben kann, wogegen soll es abgegrenzt sein?

Wie kam eine Gruppe von Menschen dazu, in Frage zu stellen, dass das Göttliche als unendlicher Zusammenhang, unendliche Möglichkeit und unendliche Unterschiedenheit (Vielfalt) besteht? Der Hintergrund konnte nicht der Drang nach Entfaltung des Geistes und der Würdigung des Kosmos und des Menschen sein – aber der Drang, mehr zu sein als ein Teil des unendlichen Seins.

Das Alte Testament und Gaza

Handelt es sich um eine Verbindung von Ideologie (Religion) und Politik, die auch vor Massenmord nicht zurückschreckt? Klarstellen möchte ich: Eine Gruppe, Abstammungsgemeinschaft oder Staat können im 21. Jahrhundert nicht Massenmord begehen, wenn sie nicht – übernational – die herrschende Klasse sind – sie wären schnell von der Bildfläche verschwunden. Wenn es einen Staat oder eine Gruppe gibt, die ungeahndet 50.000 Zivilisten umbringen kann, dürfen wir davon ausgehen, dass es sich um die herrschende Klasse handelt. Zweitens dürfen wir davon ausgehen, dass es sich um Betrüger bzw. Beherrscher der Medien handelt.

Anschlussfrage: Ist es das Merkmal einer herrschenden Klasse, dass sie Verbrechen mit Lügen oder Gott begründen kann?

Was geht in Menschen vor, die sich geistig nicht weiterentwickeln können? Sie tendieren zum Sadismus oder Masochismus. Zu beobachten ist das nicht nur in Europa, sondern auch im Nahen Osten (Israel). Wenn es die den Westen beherrschende Klasse ist, die sich geistig nicht weiterentwickeln kann, stellt sich für die Welt die Frage, wie das Problem gelöst werden kann? Wer sich geistig nicht weiterentwickeln kann, ist ein Fundamentalist bzw. in Widersprüchen gefangen oder lebt in einer Fixierung oder Gruppenwelt.

Um was handelt es sich, wenn Bevölkerungen oder Staaten – medial und politisch – gezwungen werden, Betrüger und Massenmörder als die Guten zu verehren? Ich würde sagen, um eine Gruppe, die das Finanzsystem und die Medien beherrscht. Aber auch darum, dass der halbe Planet zu einem Schandfleck verkommen ist. Von einer Ideologie, die den Geist des Menschen einschränkt – organisch verbunden mit einer entsprechenden Politik – kann man sagen, es handle sich um geistigen Dreck. Als Staat mit einer Sekten-Ideologie aufzutreten, das heisst, ein gruppenexklusives Objekt anzubeten, gibt keinen inneren Frieden, keinen Inhalt, keine Verbundenheit mit den anderen Menschen und zwingt zu Falschheit – aber es verschafft Bedeutung und Lebensinhalt durch Macht.

Das Recht eines Staates sagt etwas aus darüber, was das Wertvolle ist – denn das Wertvolle soll durch Gesetze geschützt werden. Wie ist das, wenn es in einem Staat oder auf der Welt eine mächtige, dominante Gruppe gibt – ist dann sie das Wertvolle und dasjenige, das durch Gesetze geschützt werden soll? Die – implizite – Aussage dieser Gruppe ist: Das Wertvolle ist das, was Macht hat über dich, deshalb musst du es anbeten, verehren, gehorsam sein und seine Gesetze befolgen – dabei beruft sich diese Gruppe normalerweise auf etwas Höheres, zum Beispiel eine Gottperson.

«Was ist für Ihre Gruppe, das Allerhöchste?»

«Das Allerhöchste ist für uns eine Gottperson, durch die wir uns über die anderen Menschen stellen können.»

«Das ist hochintelligent und ausserdem ethisch sehr wertvoll, weil es sich um die weltanschauliche Grundlage einer Weltreligion handelt.«

Wenn Sie den Leuten die Ansicht verkaufen können: Ihr steht aufgrund eurer Abstammung über den anderen Menschen – handelt es sich dann um Religion oder Politik? Die meisten Menschen des 21. Jahrhunderts würden antworten, es handle sich um Nationalsozialismus oder Rassismus. Was ist für die Juden (Israel) das Allerhöchste? Der Stamm oder der Kosmos und der Mensch? Ich persönlich denke, dass der Glaube an einen überirdischen Gangsterboss, der Massenmord rechtfertigt und schon seit etwa drei Tausend Jahren besteht, in der Geschichte einzigartig ist – insbesondere sein Status als Weltreligion.

Der Weg zu Befriedigung

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, um zu Befriedigung zu kommen: Ideen und Gefühle, die den Kosmos und den Menschen herabwürdigen oder solche, die sie würdigen. Befriedigung aus der Herabwürdigung des Kosmos und des Menschen bedeutet, dass nicht der Kosmos und der Mensch das Wertvolle sind. Natürlich strebt der Mensch nach dem Wertvollen und nicht nach dem Wertlosen: Es würde niemand von sich sagen, er strebe nach etwas Wertlosem – auch nicht der Heroinsüchtige.

Wodurch bestimmt sich, was wertvoll ist? Welches sind die Kriterien dafür, ob etwas wertvoll ist oder wertlos? Was ist die Definition von wertvoll? Man könnte sagen, das Wertvolle sei das, wonach man strebt. Jeder wird dieser Definition zustimmen, solange das Streben sich darauf richtet, den Kosmos und den Menschen zu würdigen – ist der Fall denkbar, dass etwas als das Wertvolle gilt – das heisst, als das Erstrebenswerte – durch das der Kosmos und der Mensch herabgewürdigt werden? Etwas zu statuieren, das über dem Kosmos und dem Menschen und seinem Verstand stehe und es als das Wertvolle zu verehren, würdigt den Kosmos und den Menschen und seinen Verstand herab. Es stellt sich die Frage, was gewürdigt wird durch etwas, das über dem Kosmos, dem Menschen und seinem Verstand stehe? Wir müssen uns bewusst sein: Etwas über den Kosmos zu stellen, bedeutet die Auflösung der Einheit des Seins.

Was könnte wertvoller sein als die Einheit von Geist und Materie und ihre unendlichen Zusammenhänge? Beschränkte Gemüter haben gefunden, die Macht über sie, zu diesem Zweck sind sie auf eine Person ohne Körper gekommen, aber mit einem unendlichen Willen, der auch enthalte, die Abstammung eines bestimmten Volkes über die der anderen Völker zu stellen. Wenn das Wertvolle – oder höchste Gut – durch Glauben, Unterwerfung und Gehorsam besteht, ist eine Übereinstimmung mit dem menschlichen Geist an einem sehr kleinen Ort, die politische Absicht dahinter aber sehr gut versteckt, wenn man es Religion nennt.

Welche Mentalität steckt hinter der Aufspaltung des Seins? Skrupellose Geistlosigkeit auf intellektuell hohem Niveau oder anders gefragt, der Wunsch nach Macht, Überlegenheit und Abgrenzung? Handelt es sich beim Statuieren von etwas, das über dem Kosmos, den Menschen und ihrem Verstand stehe, um Politik oder Religion? Jedenfalls ist dadurch der Ausgangspunkt des menschlichen Geistes nicht mehr der Kosmos und der Verstand, sondern die gruppenspezifische Festsetzung eines Allerhöchsten. Geist und Kosmos sind allerdings – im Gegensatz zu etwas, das über sie gestellt wird – nicht etwas Gruppenspezifisches und sie haben grundsätzlich kein Interesse daran herabgewürdigt zu werden. Was soll Religion sein, wenn sie dazu dient, sich von den anderen Menschen abzugrenzen?

Womit macht eine Gruppe, die das Sein aufspaltet, eine Einheit oder Übereinstimmung? Mit dem einen Teil oder dem anderen Teil des aufgespaltenen Seins? Das heisst, mit dem Kosmos als Machtobjekt einer Gottperson oder mit der Gottperson selber? Kann mit dem Kosmos eine Übereinstimmung oder Einheit gemacht werden, wenn er Machtobjekt einer Gottperson ist? Oder kann mit der Gottperson selber eine Einheit oder Übereinstimmung gemacht werden? Mein Geist erwartet von einer Sinngebung, dass er mit sich selber übereinstimmen kann – mit sich selber übereinstimmen oder eine Einheit bilden, kann der Geist durch die Würdigung, die Wahrnehmung und den Genuss des Seins. Es stellt sich die Frage, ob durch ein Unterwerfungs-, Glaubens- und Gehorsamsverhältnis die Würdigung, Wahrnehmung und der Genuss des Seins realisiert werden kann?

Unter Ethik kann das Werte-System einer Gruppe verstanden werden oder aber ein Handeln und Denken, das nach Wahrheit und dem Guten strebt. Es wird zum Beispiel niemand sagen können, die Juden (Israel) würden nicht nach dem Guten, sondern nach Macht, Abgrenzung und Überlegenheit streben oder nicht nach der Wahrheit – aber ihr Gutes und ihre Wahrheit ist ein Gruppen-Gutes und eine Gruppen-Wahrheit und dadurch bestimmt sich für sie, was das Wertvolle ist.

Strebt der Mensch nach dem Wertvollen? Das Wertvolle ist das, was der Allgemeinheit zu ihrer geistigen und materiellen Entfaltung förderlich ist. Der Mensch strebt nach Befriedigung – wenn das, was dem Menschen Befriedigung gibt, der geistigen und materiellen Entfaltung der Allgemeinheit entgegengesetzt ist, spaltet er erstens die Gesellschaft und ist zweitens, in sich selber gespalten.

Allerdings wird ein Mensch oder realer gesagt, eine Gruppe von Menschen, deren Befriedigung der geistigen und materiellen Entfaltung der Allgemeinheit entgegengesetzt ist, das, wonach sie streben, nicht schädlich oder wertlos nennen – weil es einem Menschen zuwider ist, das, was ihm Befriedigung gibt, wonach er strebt und was sein Lebensinhalt ist, schädlich oder wertlos zu nennen, denn er würde sich selber wertlos vorkommen. In dieser Situation kann die Berufung auf einen höheren Willen helfen (im psychologischen Sinne handelt es sich um eine Rationalisierung) – es kann argumentiert werden: Unser Wille ist übereinstimmend mit dem Willen vom Allerhöchsten. Natürlich kann diese Berufung oder Argumentation nicht auf dem Verstand beruhen, sondern auf Glauben, Gehorsam und Unterwerfung – auf dem Prinzip: Gegenüber etwas demütig sein, das erlaubt, gegenüber allem anderen hochmütig zu sein. Natürlich kann die Erfüllung eines Wunsches, anders ausgedrückt, des Willens, nicht als wertlos bezeichnet werden – aber eventuell als schädlich.

Wenn Sie sich durch widerspruchsfreies Denken bedroht fühlen, sollten Sie Ihre Meinung oder Sinngebung überprüfen. Was einiges an Charakter erfordern wird, denn Widersprüchen die Zustimmung zu geben, gründet nicht darauf, die Wahrheit oder das Sein der anderen Menschen und des Kosmos zu würdigen, sondern auf der Loslösung von ihrem Sein und ihrer Wahrheit.