Wann wird jemand zum Feind von sich selber?

Wenn er sich in Widersprüche, Illusionen, Wahnideen und Lügen verstrickt? Oder wenn er sich einen Sinn gibt, der ihn von den anderen Menschen und vom Kosmos trennt?

Der Mensch wird zum Feind seiner selbst, wenn er in die Verkümmerung seines eigenen Geistes einwilligt. Das Problem bei der Entfaltung des eigenen Geistes oder der eigenen Persönlichkeit ist, dass sie die Bejahung des Seins erfordert: Es ist nicht möglich, den eigenen Geist zu entfalten, ohne die Wahrheit der anderen Menschen und die Zusammenhänge des Kosmos anzuerkennen. Wir können daraus ersehen, dass, in die Verkümmerung des eigenen Geistes einzuwilligen, eine grosse Versuchung ist, da der Mensch dazu neigt, sich selber oder die eigene Gruppe mehr zu bejahen als die anderen Menschen.

Der Mensch strebt nach Befriedigung. Wenn seine Befriedigung darin besteht, Menschen und Kosmos als Objekte seiner Macht zu benutzen, macht er damit seinen Geist ärmer und hindert sich selber an der Übereinstimmung mit dem Sein, das heisst, er betrügt sich selbst und wird somit zum eigenen Feind.

Feind von sich selber sein, heisst, sich selber schaden. Haben Sie je von einem Menschen gehört, der zu seiner Befriedigung Widersprüche, Illusionen, Wahnideen und Lügen braucht, er schade sich selber? Oder haben Sie je von jemandem gehört, er schade sich selber, wenn er seine Befriedigung an die Macht über andere Menschen geknüpft hat oder daran, ihre Entfaltung nicht zuzulassen?

Was brauchen der Israel- und USA-Chef zu ihrer Befriedigung? Die Ausweitung ihres Territoriums, Macht oder Dollarherrschaft? Ihre Befriedigung ist an die Macht über andere Menschen geknüpft oder daran, ihre Entfaltung nicht zuzulassen. Netanjahu und Trump würden sagen: Wir haben uns selber geschadet, wenn wir keinen Erfolg haben.

Sind Netanjahu und Trump die Feinde von sich selber? Dass sie durch ihre Ideologie und ihr Handeln in Widersprüche, Illusionen, Wahnideen und Lügen eingewilligt hätten, ist prinzipiell unmöglich, weil ihr ‘geistiges’ Fundament darin besteht, über den anderen Menschen zu stehen – also kann es auch keinen Geist geben, den sie haben verkümmern lassen.

Ist es religiös zu nennen, wenn jemand zu seiner Befriedigung die Unterwerfung anderer Menschen oder Staaten braucht? Gemäss jüdischer Ideologie, ja. Folglich ist es auch religiös, zum Schaden anderer zu leben.

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