Satan fühlt sich eng mit den anderen Menschen verbunden

Ich selber würde Satan als einen Typ Mensch definieren, der sich erstaunlicherweise eng mit den anderen Menschen verbunden fühlt – allerdings nicht in dem Sinne, dass seine Befriedigung daraus kommt, sie wahrzunehmen, zu würdigen und zu schätzen, sondern über ihnen zu stehen, Macht über sie zu haben und sie zum eigenen Produkt zu formen, was eine Einschränkung ihres geistigen und materiellen Seins bedeutet.

Im Gegensatz zur religiösen Charakterisierung Satans halte ich ihn durch und durch für ein Gruppenwesen: Durch Gruppen- oder Sektenbildung ist es möglich, ein Menschsein zum Massstab zu machen, das vom allgemeinen Menschsein abgekoppelt ist – insbesondere von seinem allgemein verbindenden Element der Rationalität.

Gruppe heisst, dass Menschen in denselben Ideen und Zielen miteinander verbunden sind. Menschen können zum Beispiel dadurch eine Gruppe bilden, dass sie in der gleichen Art der Befriedigung zusammengeschlossen sind. Von Bedeutung ist, wie eine Gruppe mit den anderen Menschen verbunden ist und wie sie sich gegen sie abgrenzt. Eine Gruppe kann dadurch mit den anderen Menschen verbunden sein, indem sie ihre Befriedigung daraus zieht, über ihnen zu stehen oder über sie Macht zu haben. Und von ihnen abgegrenzt sein, kann sie dadurch, dass sie den Anspruch stellt, etwas zu haben, dass die anderen nicht haben (zum Beispiel einen exklusiven Gott, die Abstammung oder ethische Überlegenheit).

Interessant ist, dass durch diese Art der Verbindung und Abgrenzung sowohl Opfer- als auch Täterbedürfnisse befriedigt werden können (anders ausgedrückt Masochismus als auch Sadismus): Man kann sich an die eigenen Gruppenmitglieder kuscheln und zugleich auf die bösen Aussenstehenden zeigen und sagen: Schau, was diese Bösen mit mir machen wollen. Oder umgekehrt, kann man den bösen Aussenstehenden eines auswischen und sagen: Habt ihr gesehen, wie ich diesen Typ ruiniert habe?

Das Einschränken des Denkens auf die Vorgaben einer Gruppe. Wenn die Vorgabe einer Gruppe ist: Wir stehen über den anderen Menschen, dann bedeutet das nicht einen Inhalt, aber ein bestimmtes Verhältnis zu ihnen. Inwiefern haben die Menschen eine gemeinsame Realität oder ein Sein, das allen Menschen gemeinsam ist? Man könnte zum Beispiel Rationalität für so etwas halten. Ist der Vertreter des Exzeptionalismus damit einverstanden? Den Anhänger des Exzeptionalismus muss Rationalität allerdings nicht kümmern, da er Inhalt ohnehin nur vortäuscht – ihm geht es um eine Beziehung zu den anderen Menschen, in der er über ihnen steht und dieses Ziel kann er auch durch Widersprüche, geistigen Nonsens oder Wahnideen erreichen.

Machtstreben kann den Inhalt haben, dem anderen etwas wegzunehmen, zum Beispiel Besitz, Territorium, Rechte – und der erfolgreiche Machtmensch kommt in den Genuss von Prestige. Kann Machtstreben einen Inhalt zulassen durch den beide – sowohl das Subjekt der Macht als auch sein Objekt – verbunden sind? Anerkennt der Machtmensch eine Wesenseinheit mit seinem Objekt? Kann das Wertvolle oder Erstrebenswerte etwas sein, das unilateral besteht, anders gesagt, in einer Gruppe, die wertvoll ist (Herrengruppe) und einer Gruppe, die nicht wertvoll ist (die Knecht-Gruppe)? Und das Spiel heisst: Wer ist die Herrengruppe und wer die Knecht-Gruppe? Und das Spiel heisst weiter: Wie können wir der Bevölkerung Inhalte vortäuschen, damit sie ihre Zustimmung gibt, zu unserem Vorteil und zu ihrem Schaden in das Leben von Menschen einzugreifen? Kann man es das Spiel des Alten Testaments nennen – momentan betrieben vom Westen, das heisst, USA & Israel, EU, Deutschland.

Zweifellos ist zum Beispiel Frau Baerbock ein ganz anderer Mensch als der Israel-Chef Netanjahu, da Frau Baerbock zur Fraktion der Ultraguten gehört, was vom Israel-Chef die wenigsten sagen würden – das Erstaunliche aber ist: Sie stützen sich gegenseitig. Das erklärt sich daraus, dass Frau Baerbock und der Israel-Chef darin vereinigt sind, dass sie die Gruppe über alles stellen, der Herr Netanjahu angehört.

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