Eine Clan-Ethik, die sich als Universal-Ethik ausgibt

Ethik ist das Werte-System einer Gruppe, Gemeinschaft oder Gesellschaft. Es bestimmt, welches Verhältnis, Haltung, Umgang, Handeln, Verhalten gegenüber anderen Menschen wertvoll und angemessen ist und welches verachtenswert. Das Werte-System kann ideologisch oder religiös abgestützt sein, es kann rassistisch oder aufspaltend sein oder im Sinne des Exzeptionalismus.

Wie widerspruchsfrei ist das Werte-System oder die Ethik des Westens? Klar ist, dass USA, Israel, NATO, EU mit dem Anspruch auftreten, eine Universal-Ethik zu vertreten und nicht eine Clan-Ethik. Da alles darauf hindeutet, dass es sich bei Israel um den Kopf und den Motor der westlichen Politik handelt, ist die Frage bedeutsam, ob Israel eine Clan-Ethik oder eine Universal-Ethik vertritt? Israel grenzt sich gegen die Menschen ab, deren Territorium es beansprucht – ein eindeutiges Merkmal einer Clan-Ethik! Die Werte oder ethischen Grundlagen Israels sind die Werte des Exzeptionalismus, die einer Universal-Ethik entgegengesetzt sind – dadurch, dass das politische Handeln Israels um jeden Preis als den Regeln einer universalen Ethik folgend, dargestellt werden muss, kommt eine grundsätzliche und alles durchdringende Verlogenheit in die Welt.

Welches Werte-System (Ethik) haben diejenigen, die für den politischen Kurs des Westens (USA, Israel, NATO, EU) verantwortlich sind? Was ist für sie das Wertvolle? Das Fühlen und Denken des Kosmos und des Menschen wäre ein Inhalt – Macht bloss ein Nicht-Inhalt, Beziehungsspiel und Aufspalten des Seins. Ziele zu verfolgen, die andere Menschen an der Anwendung ihres Verstandes hindern und daran, sie zu ihrer geistigen und materiellen Entfaltung kommen zu lassen, sind das Merkmal einer Clan-Ethik und erinnern an Satan: Er kann keinen Inhalt, sondern nur Wahnideen, in die Menschen pflanzen – diese sollen ermöglichen, über sie zu herrschen. Eine Gruppe mit der Ideologie oder Religion des Exzeptionalismus – das heisst, des ideologisch oder religiös abgestützten Hochmuts – ist gezwungen, verlogen zu sein: Sie kann das Werte-System von dem sie geleitet ist, nicht öffentlich nennen – es würde Abscheu erregen.

Ethik und Macht

Die Ziele, die man anstrebt und das entsprechende Handeln sind eine Folge des eigenen geistigen und charakterlichen Zustandes bzw. den Affekten von denen man beherrscht wird. Wenn Bedeutung, Sinn oder meine angenehmen Gefühle aus anderen Menschen kommen, die mein Realisierungsakt sind, das heisst, aus Macht, dann kommen sie aus meinem Willen, den ich an die anderen Menschen anlege.

Insofern Bedeutung und Lebensinhalt aus einem Machtverhältnis kommen, ist es nicht das Sein oder die Wirklichkeit, die die Bedeutung und den Lebensinhalt geben, sondern ein Wille, der einen über andere Menschen und die unendlichen Zusammenhänge des Kosmos stellt – eine völlig unreligiöse Haltung! Erstaunlicherweise ist die Grundlage der abendländischen Weltanschauung ein durch eine Ideologie (Religion, Wille einer Gottperson) abgestützter Wille, der ein Volk über die anderen Menschen und die unendlichen Zusammenhänge des Kosmos stellt. Der geistigen und charakterlichen Beschaffenheit der Vertreter dieser Weltanschauung kommt zugute, dass Wollen, gerichtet sein auf etwas ist, aber nicht das Sein selber.

Womit macht der Vertreter einer – religiös fundierten – Machtorientierung eine Wesenseinheit oder Identifikation, als was versteht er sich – als Nihilist oder Gruppenegoist, der sich auf Gott beruft? Als Luzifer, der vom göttlichen Sein abgefallen ist, weil sein Hochmut nach mehr verlangte, als ein Teil des unendlichen Seins zu sein?

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