Westliches Gruppendenken und nicht-westliches Staatsdenken

Die USA & Israel haben immer noch die Illusion, dass sie sich ungestraft über die Interessen anderer Völker und Staaten hinwegsetzen können, beruhe auf ihrer militärischen Macht bzw. darauf, dass ihre Opponenten militärisch weniger stark wären. Das Problem der Opponenten von USA & Israel ist allerdings nicht ein Mangel an militärischer Stärke, sondern ihr Interesse, eine sehr grosse militärische Auseinandersetzung mit einer enormen Zerstörung an Menschenleben und Sachwerten zu vermeiden.

Natürlich stellt sich die Frage: Wer unterstützt eine Macht, die sich über die Interessen anderer Völker und Staaten hinwegsetzt? Zum Beispiel Regierungen, die eingebunden sind in eine übernationale Finanz- Beziehungs- und Medienmacht, die nicht den Interessen ihrer Staaten dient; das heisst, Regierungen, die nicht eine Staatspolitik, sondern eine Gruppenpolitik verfolgen.

Werden die USA durch Gruppendenken oder Staatsdenken regiert? Wenn es eine Gruppe gibt, die die Verwendung der Ressourcen des Staates darauf ausrichtet, einen Stammes-Staat auf einem anderen Kontinent zu unterhalten, dann triumphiert eine Gruppe über das Staatsdenken und betreibt ausserdem einen Verrat an der eigenen Bevölkerung.

Wie kann man einer Gruppe, die ihre Macht der Beherrschung des Finanzkapitalismus verdankt, klar machen, dass sie nicht die Besitzerin der Welt ist, sondern nur der Medien und eines Finanz- und Beziehungssystems? Die Ambition, über die Völker der Erde Macht zu haben – sie nicht zur Entfaltung durch ihre eigenen geistigen und materiellen Ressourcen kommen zu lassen – hat etwas Gespenstisches und Perverses – aber sie passt perfekt zusammen mit einer Welt, in der Rassisten und Massenmörder die Macht über die Medien haben: Welches Rechtsverständnis folgt daraus und mit welchen Handlungen der involvierten Regierungen ist es verbunden?

Der Wille, der sich über den Verstand stellt

Den Willen über den Verstand zu stellen, ist weniger folgenschwer, wenn es privat geschieht, als wenn es in der Politik geschieht. Oder man stelle sich eine Ideologie, eine Religion oder einen Gott vor, die das Produkt eines Willens sind, der sich über den Verstand gestellt hat – zum Beispiel mit dem Effekt, das eigene Volk über die anderen Völker zu stellen.

Wenn in einem Menschen Freude ist und ihr Grund ist zum Beispiel Macht, erfolgreicher Betrug oder allgemein Herabwürdigung, dann kommt sie nicht aus der Wahrnehmung des Objektes, sondern daraus, sich über es zu stellen – ein Vorgang, der durch den Willen realisiert wird. Hat, sich über andere Menschen zu stellen und ihre Wahrheit und ihr Sein zu verneinen, mit Verstand zu tun? Man kann sich fragen, was der Sinn davon sein soll?

Der Mensch strebt nach Übereinstimmung mit sich selber, das heisst, nach Zufriedenheit, nicht nach Unzufriedenheit. Zufriedenheit mit sich selber kann entweder dadurch erreicht werden, dass der Wille zum Widersacher des Verstandes wird oder zu seinem Freund und Unterstützer. Was könnte den Menschen dazu veranlassen, Ziele zu verfolgen, die ihn in Widersprüche verwickeln? Zum Beispiel bestimmte Affekte, insbesondere Hochmut, Neid, Angst, übertriebener Ehrgeiz oder Gier. Mit diesen Affekten ist ein Wollen verbunden, das den Menschen dazu drängt, zu Lasten von Ehrlichkeit zu handeln, Falschheit als Mittel einzusetzen, dem Augenblick zu erliegen, die Zukunft nicht zu bedenken und sich in Widersprüche zu verwickeln.

Ist der Sinn, der dem Menschen gegeben wurde, die Realisierung seines Hochmuts, masslosen Ehrgeizes und Machtstrebens, sowie das Ausradieren all dessen, was seinen Neid erregt? In diesem Fall wäre ‘sich über andere Menschen zu stellen und ihre Wahrheit und ihr Sein zu verneinen’ die Angelegenheit des allerhöchsten Verstandes und die Erfüllung des Sinns des Menschen. Da zu diesem Sinn des Lebens eine Aufspaltung der Menschen gehört – in Herrenmenschen und Knecht-Menschen – ist ein geistiger Überbau (Ideologie, Religion) hilfreich, durch den diese Rollenverteilung legitimiert wird.

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