Was geniesst oder würdigt ein Individuum oder eine Gruppe, deren Lebensinhalt andere Menschen oder Staaten sind, über die sie Macht haben? Sie geniessen eine Realität, die sie durch ihr zielgerichtetes Denken, das heisst, ihren Willen, zum Machtobjekt reduziert haben: Die Übereinstimmung mit dem Objekt – die angenehme Emotion – findet dann statt, wenn sich ihr Wille erfüllt. Die anderen Menschen oder Staaten bilden eine Realität, die gemäss eigenem Willen und Macht eingegrenzt ist, die aber natürlich positive Emotionen, Sinn und Lebensfreude spenden soll – handelt es sich um Kleinkind-Mentalität? Das Kleinkind ist noch gar nicht fähig, das andere als eigenständige Existenz anzuerkennen: es betrachtet alles vom eigenen Willen aus. Was ist für diese Menschen Geist? Sie fühlen sich mit dem Sein übereinstimmend durch ihren sich erfüllenden Willen, nicht durch ihren Geist, der in Aufnehmen, Empfangen, Einsehen, Wahrnehmen, Auf-sich-wirken-lassen bestehen würde.
Handelt es sich wirklich um Gegenwart, wenn die Übereinstimmung mit dem Sein durch den Willen besteht? Wollen bedeutet, dass es einen Realisierungsakt gibt, der in der Zukunft liegt. Und selbst bei einem realisierten Machtverhältnis ist das, was es aufrechterhält, ein steter auf die Zukunft gerichteter Wille. Wenn der Lebenssinn im Wollen (Willen) oder in der Macht besteht, kann er nicht wirklich in der Übereinstimmung mit dem eigenen Geist liegen – diese würde reine Gegenwart und Absenz von Wollen bedeuten.
Aufspaltung des Seins
Das Höchste und Wertvollste kann etwas sein, zu dem das Verhältnis der Macht und des Wollens besteht. Zum Beispiel, indem in einer Beziehung der Partner geliebt wird – er ist das Höchste und Wertvollste – aber die Beziehung funktioniert nur so lange, als er sich dem eigenen Willen und Macht unterwirft. Womit macht jemand eine Übereinstimmung, wenn er das eigenständige Sein der geliebten Person nicht zulässt? Er selber existiert als Ursache und der Partner als Produkt seines Wollens: Die andere Person existiert als Wollen, als eigener Realisierungsakt – aber nicht als Aufnehmen, Empfangen, Einsehen, Wahrnehmen, Auf-mich-wirken-lassen. Worin besteht die Übereinstimmung mit der Realität, wenn die Übereinstimmung mit ihr in einem durch den Willen festgelegten Bild besteht? Realität kann – durch den eigenen Willen oder Macht – auch geschaffen werden; zum Beispiel, indem der Partner so geformt wird, wie man will – oder weiter gefasst, andere Bevölkerungen oder Staaten dem eigenen Willen unterworfen werden.
Wie steht das Wollen zum Verstand oder dem Denken? Das Streben nach einem Realisierungsakt – Wollen – ist mehr oder weniger mit Denken oder Verstand verbunden. Problematisch wird es, wenn das Ziel des Wollens – der Realisierungsakt – im Einschränken des materiellen oder geistigen Seins anderer Menschen oder Staaten besteht oder das damit verbunden ist. Den Verstand anwenden, um das materielle oder geistige Sein von anderen Menschen oder Staaten einzuschränken – anders ausgedrückt, Macht über sie zu erlangen – ist das Geschäft von USA, Israel, NATO, EU. Die gemeinsame Ideologie dieser hochintelligenten Menschen, Gruppen, Regierungen oder Staaten ist, Wahrheit sei nicht die Übereinstimmung von Idee und Gegenstand, sondern die Übereinstimmung vom Objekt mit dem Willen: Die Realisierung ihres Seins oder Lebenssinnes findet statt, indem die Objekte mit ihrem Willen übereinstimmen. Die Alternative wäre ein Lebenssinn in der Übereinstimmung mit dem Sein, das heisst, im Wahrnehmen, Einsehen, Auf-sich-wirken-lassen der anderen Menschen, Völker oder Staaten. Worin besteht für Israel, USA, NATO, EU die Übereinstimmung mit der Realität, wenn die Übereinstimmung mit ihr in einem durch den Willen festgelegten Bild besteht?