Der Mensch und seine Idee von sich selber

Der Mensch hat eine bestimmte Idee von sich selber oder anders gesagt: das, was er selber ist, hängt von der Idee ab, die er von sich selber hat, das heisst, davon, als was er sich selber versteht. Indem der Mensch ein denkendes Wesen ist, kann er Ideen haben, die falsch sind, das heisst, Ideen, die nicht mit ihrem Objekt übereinstimmen. Kann die Idee, die der Mensch von sich selber hat, falsch sein? Wenn er zum Beispiel die Idee von sich selber hat, er habe vier Beine, stamme von einem allmächtigen Wesen ab und alle müssten ihm gehorchen.

Der Ausgangspunkt der Idee, die ich von mir selber habe, kann entweder der eigene Wille oder die Wahrnehmung des Kosmos und seiner Zusammenhänge sein. Durch den Willen oder eine entsprechende Ideologie als Ausgangspunkt meines Selbstverständnisses, kann ich mich über den Kosmos und seine Zusammenhänge stellen. Die Frage ist: Von welchem geistigen Inhalt bin ich erfüllt durch die Idee, die ich von mir selber habe? Schränke ich durch meine Idee von mir selber, mein eigenes Sein und das der anderen ein? Welches ist der Antrieb, die Wahrnehmung der Realität anderer Menschen oder Staaten zu verweigern und so das eigene geistige Sein einzuschränken? Bedeutet das Nicht-zulassen der Realität anderer Menschen oder Staaten, dass sie im eigenen Denken und der eigenen Gefühlswelt keine Rolle spielen würden oder ist es Ausdruck des Willens, zu ihnen eine Beziehung der Macht oder Überlegenheit zu haben: Mein Sinn oder Lebensinhalt besteht auf diese Weise in etwas, von dem ich – durch meinen Willen – die Ursache bin, es ist derselbe Sinn, den der jüdische Gott hat.

Zwei Fällen von Aufspaltung:

1) Eine Gruppe, die ihren Lebensinhalt aus der Aufspaltung bezieht

2) Lebensinhalt durch Macht über einen Menschen, den man liebt

Die Gruppe als geistiges Konzept

Wenn eine Gruppe den Lebensinhalt hat, über den anderen Menschen zu stehen, setzt sie sich als das Absolute und die Angehörigen dieser Gruppe verstehen sich nicht als Menschen, sondern als Angehörige einer Gruppe. Da ihre Vorstellung von sich selber Überlegenheit über die anderen Menschen ist, kennen sie nur zwei Zustände: den der Macht oder den des Opfers. Die eigene Gruppe zum geistigen Konzept zu machen, ist geistige Verblödung, das Missverhältnis zur Realität wird über kurz oder lang zum Verlust der dadurch erlangten Macht führen.

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