Woraus kommt die Übereinstimmung mit mir selber, das heisst, Befriedigung, Zufriedenheit, Glück?

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder aus der Würdigung des Seins – der Menschen und des Kosmos – oder aus ihrer Herabwürdigung. Insofern ich einen Menschen würdige, lasse ich sein Wesen, seine Realität, seine Wahrheit und sein Recht zu – wenn ich ihn herabwürdige, schränke ich sein geistiges, materielles oder physisches Sein ein, das heisst, ich schränke seine Wahrheit, seine Entfaltungsmöglichkeit oder sein Recht ein. Indem ich den anderen Menschen würdige, existiert er durch mein Einsehen, Wahrnehmen, Auf-mich-wirken-lassen – indem ich ihn herabwürdige hingegen durch den Willen: Es geht nicht um den anderen Menschen, sondern darum, wie er zu sein hat, damit er unter mir steht oder ich Macht über ihn habe – das lässt sich nur durch Widersprüche, Wahnideen, Illusionen oder Lügen realisieren.

Worin besteht mein geistiges Sein, wenn der Lebensinhalt oder die Hauptbeschäftigung und Befriedigung darin besteht, Macht über andere Menschen, Bevölkerungen oder Staaten zu gewinnen, das heisst, ihr geistiges, materielles oder physisches Sein einzuschränken? Es besteht darin, mit dem Wollen (Willen) bei ihnen zu sein oder anders ausgedrückt, im Austüfteln von Strategien, die die anderen Menschen, Bevölkerungen oder Staaten dazu bringen sollen, das zu sein, zu tun und zu lassen oder zu denken, was ich – oder meine Gruppe – will. Der andere Teil des eigenen geistig-emotionalen Seins kann in der Orientierung auf die eigene Gruppe bestehen, deren Inhalt ein Gott sein kann, der sie über die anderen Menschen gestellt hat.

Wenn die Übereinstimmung mit sich selber – Befriedigung, Zufriedenheit, Glück – aus Widersprüchen, Wahnideen, Illusionen, Lügen kommt, kommt sie aus der Aufspaltung des Seins, das heisst, es gibt etwas, das man hochhält und verehrt und das den Grund liefert, auf andere Menschen, Bevölkerungen oder Staaten mit Geringschätzung herabzublicken; das heisst, es gibt etwas, das man selber hat und die anderen nicht haben, zum Beispiel die Abstammung.

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