Die politische und finanzielle Macht einer Abstammungsgemeinschaft

Wie anzunehmen ist, wäre sie nicht zu dieser Wichtigkeit gekommen, wenn es nicht ihr Ziel gewesen wäre. Für eine Religion mutet Macht als Ziel nicht sehr religiös an, aber das gilt nicht für eine archaische Stammesreligion, deren Religion genauso politisch wie religiös ist. Seit der Ausrufung der Menschenrechte kommt allerdings der Verdacht auf, dass es sich bei den Betreibern eines Staates mit Stammesreligion um Erwachsene handelt, die geistig im Kleinkindalter steckengeblieben sind.

Religion sagt den Menschen, was die Welt, die anderen Menschen und sie selber sind und sie sagt ihnen, was gut und böse ist. Wie steht es damit, wenn die Deutung der eigenen Existenz über die Abstammung läuft?

Was soll überhaupt die Verbindung von Religion und Abstammung? Mit Spiritualität und Gottesfurcht dürfte es kaum zu tun haben, wenn der Rest der Menschheit vom Göttlichen ausgeschlossen wird – Religion und Abstammung zu verbinden, legt eine politische Absicht nahe, das heisst, den Zusammenhalt der Gruppe durch religiöse Untermauerung zu festigen, sie zu erhalten und möglicherweise ihre Macht zu vergrössern. (Darum gibt es ein Buch von Spinoza, das «Theologisch-politischer Traktat» heisst und das von den Juden handelt.)

Was könnte der Grund sein, wenn eine Gruppe von Menschen, die eine allmächtige Gottperson verehrt, nicht möchte, dass alle Menschen in ihrem Gott vereinigt sind? Menschen, die in diesem Gott vereinigt sind, sind grundsätzlich alle gleich an Wert und Rechten – es wäre zum Beispiel nicht möglich, einer Bevölkerung, die im gleichen Gott vereinigt ist, aus religiösen Gründen ihr Land wegzunehmen. Wenn eine Abstammungsgemeinschaft (‘Volk’) nicht möchte, dass alle Menschen in ihrer allmächtigen Gottperson vereinigt sind, dann liegt der Schluss nahe, dass sie  einen Nationalsozialismus pflegen will – der aber imperiale Ambitionen hat, denn die religiöse Autorität auf die sie sich beruft, ist allmächtig: Da der jüdische Gott die Juden über die anderen Völker gestellt hat, sind diese vom jüdischen allmächtigen Gott so betroffen, dass er sie unter das jüdische Volk gestellt hat – was soll das anderes heissen als, dass die Juden das Herrenvolk sind?

Was könnte der Grund sein, dass ein Volk, das durch seinen Gott über die anderen Völker gestellt wurde, keinen eigenen Staat hat? Oder aktueller gefragt: Was können wir daraus schliessen, wenn dieses Volk einen eigenen Staat hat?!

Da dieses Volk sich gegen die anderen Völker abschliesst und der Meinung ist, es stehe über ihnen, besteht sein Verhältnis zu ihnen durch Macht – der eigene Staat dieser Abstammungsgemeinschaft (in einem fremden Kulturkreis, durch Vertreibung des ansässigen Volkes entstanden) drückt diese Macht aus. Wodurch besteht diese Macht? Da die Bevölkerungsgrösse einer Abstammungsgemeinschaft beschränkt bleiben muss, kann sie nur durch die Macht über eine Grossmacht bestehen – und wie sollte diese erreicht werden ohne finanzielle Unterwanderung? Die Errichtung des jüdischen Staates in Palästina war der Sieg des Mammons über das Recht.

Was ist der Lebensinhalt oder das Wertvolle für den Staat Israel? Ist es die jüdische Religion oder ein Eretz Israel (plus Gazastreifen, Westjordanland, Ostjerusalem) in dem nur noch Juden (gemäss Judennachweis) existieren? Da zum Beispiel im Iran auch 10’000 Juden wohnen, kann der Lebensinhalt ‘jüdische Religion’ nicht an ein bestimmtes Territorium oder Staat gebunden sein – so wenig wie der Lebensinhalt ‘christliche oder muslimische Religion’. Allerdings handelt es sich bei der jüdischen Religion – im Unterschied zur christlichen und muslimischen – um die Religion einer Abstammungsgemeinschaft (Volk kann man eigentlich nicht sagen, weil in der jüdischen Abstammungsgemeinschaft verschiedene Völker zusammengefunden haben, es gibt zum Beispiel auch äthiopische Juden).

Selbstdefinition, Lebensinhalt, das Wertvolle anhand der Juden

Stell dir vor, du würdest dich über etwas definieren, das nur du hast und die anderen nicht haben. Zum Beispiel, dass du der vierte Sohn deiner Mutter bist oder über deinen Fingerabdruck. Das, worüber man sich definiert, ist doch der Lebensinhalt oder das Wertvolle: es ist das, wovon man sich abhängend und womit man sich zusammenhängend denkt.

Und jetzt stell dir eine Gruppe vor, die sich darüber definiert, dass sie etwas hat, was die Menschen ausserhalb der Gruppe nicht haben – zum Beispiel die Abstammung, einen Pimmel, Geld oder die Neigung, sich als Teil des anderen Geschlechts auszugeben.

Das Problem dabei, sich über etwas zu definieren, das die anderen Menschen nicht haben, ist, dass du all das ignorieren musst, das die anderen Menschen gemeinsam mit dir haben.

Die Juden definieren sich zuallererst als Abstammung, das heisst, als Gruppe und nachgeordnet als Mensch. Daraus ergibt sich, dass für sie der Lebensinhalt und das Wertvolle nicht etwas sein können, das alle Menschen verbindet, sondern etwas, über das sie exklusiv verfügen (die Abstammung). Es stellt sich die Frage: Was ist für die Juden das ethisch Gute – wenn sie keine Wesenseinheit mit den anderen Menschen machen? Immerhin muss man feststellen, dass das ‘Wertvolle’, das die Juden vertreten, den anderen Völkern überhaupt nichts nützt, sondern im Gegenteil, eine Ungleichheit – in Wert und Recht – der Völker statuiert. Da die Juden bzw. Israel durch das ‘Wertvolle’ das sie vertreten, Ungleichheit der Völker – in Wert und Recht – statuieren, ist es um so grotesker, wenn sie von ihnen erwarten, dass sie ihnen zu Hilfe eilen, um rassistische Ziele zu erreichen.

Tausende zu Tode gebombte Kinder damit die Juden in einem territorial vergrösserten, abstammungsmässig reinen Staat leben können.

Ist ein abstammungsmässig reiner Staat in irgendeiner Hinsicht ein wertvolles Ziel oder bedeutet er einfach nur Rassismus? Jedenfalls erfährt dieses Ziel die Unterstützung der deutschen bzw. der US-Regierung, das heisst, derjenigen Regierungen, die ihr Eingreifen in das Leben anderer Staaten stets mit der Verbreitung von Demokratie, Freiheit und Menschenrecht rechtfertigen.

Ein territorial vergrösserter, abstammungsmässig reiner Staat, ist dann ein lohnendes Ziel, wenn es das Ziel der den Westen beherrschenden Gruppe ist.

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