Warum sollte eine Religion, deren Sinn oder Hauptinhalt die Abgrenzung gegen andere Menschen ist, grossen Wert auf einen sichtbaren Beweis ihrer Macht und Existenz legen? Und worin soll überhaupt die Macht des Judentums bestehen? Vielleicht ist jemand der Meinung, der westliche Kleinstaat im arabischen Raum hätte auch ohne enorme Finanzkapazitäten und entsprechendem internationalen Beziehungsnetz errichtet werden können? Und vielleicht ist jemand der Meinung, eine übernationale Gruppe könne ihre Ambition, das Parlament einer Grossmacht – USA – zu kontrollieren, auch ohne Geld realisieren?
Wenn es den jüdischen Staat nicht gäbe, würde dann irgend jemand merken, dass wir im jüdischen Zeitalter leben? Und woraus hätten dann diejenigen, denen ein Staat mit Angehörigen der eigenen Abstammung so sehr am Herzen liegt, ihre Identität, wenn er nicht mehr existieren würde? Denn einfach Mensch oder Bürger eines Staates sein, ist nicht ihre Identität. Dazu allerdings, sich mit einer Gottheit zu identifizieren, die exklusiv mit der eigenen Abstammung verbunden ist, gehört nicht nur ein starker Glaube, sondern auch entsprechende Sozialisation und ein entsprechender Charakter.
Für eine Finanzreligion, wie für eine Abstammungsreligion ist Abgrenzung gegen andere Menschen das A und O ihrer Existenz – von daher kann man sagen, dass die Verbindung von Finanzreligion und Abstammungsreligion beträchtliche Synergien enthält. Allerdings hat eine Finanzreligion nur bedingtes Interesse an einem sichtbaren Beweis ihrer Macht und Existenz – vor allem dann, wenn sie zugleich eine Abstammungsreligion ist. Geld und Macht ist das eine – Ehre das andere. Ehre bedeutet, dass die anderen Menschen wissen, wie grossartig man selber ist. Und da steht eine Finanzreligion, die zugleich eine Abstammungsreligion ist vor einem Problem. Aber warum nicht mit einem Problem zwei lösen, denn ein Volk mit dem archaischen Konzept einer Gottheit, die exklusiv mit diesem Volk verbunden ist, wäre in der modernen Welt – ohne eigenen Staat – ein Auslaufmodell geworden.
Israel – ein Prestigeobjekt der jüdischen Elite? Dass ‘ein Schutzraum für die Juden’ nicht mehr als ein geschickter Slogan war, zeigte sich darin, dass der jüdische Staat immer unverhohlener und gewalttätiger das Land der ortsansässigen Bevölkerung in Besitz nahm – das ist nicht die Art einer Bevölkerung, die in Frieden und Sicherheit leben möchte. Als Prestigeobjekt der jüdischen zionistisch eingestellten Elite war das Projekt eines westlichen Kleinstaates mit rassenreiner Bevölkerung in Palästina jedenfalls gut gewählt – denn um es zu erhalten, ist es nötig, den arabischen Raum und sozusagen 80% der Welt zu konfrontieren bzw. in ein Unterwerfungsverhältnis zu bringen.
Die Erhaltung der Abstammungsgemeinschaft, die Installation eines westlichen Staates im arabischen Raum und Prestigedenken der jüdischen Elite waren, wie anzunehmen ist, die Gründe für die Etablierung eines Staates Israel in Palästina. Eine andere Seite könnte mit der Frage angesprochen sein: Wie viel Geld konnte mit US-Waffen verdient werden, die direkt oder indirekt mit Israel zusammenhängen?
Die westlichen Regierungen und Leitmedien verkaufen ihre Abhängigkeit vom jüdisch dominierten westlichen Finanzsystem als Kampf für das Gute, das heisst, es handelt sich bei ihnen nur um Leute, die Klientelpolitik betreiben – klarer als am gegenwärtigen Israel (Stand November 2023) konnte das noch selten beobachtet werden. Sie verkaufen ihren Bevölkerungen das als das ethisch Gute, das ihnen von denen vorgegeben wird, denen sie Karriere, Medienpräsenz und Gehalt verdanken – dafür sind sie sogar bereit, das gutzuheissen, was Israel mit der Bevölkerung in Gaza macht: Mechanische Massentötung von Zivilisten durch Bomben.