Was ist für den Hochmütigen oder nach Macht Strebenden das Wertvolle? Eine aufgespaltene, abgegrenzte, eingeschränkte Realität oder eine ungeteilte?
Durch Ideen oder Vorstellungen können zielgerichtet Gefühle erzeugt werden, zum Beispiel das der Überlegenheit. Und umgekehrt können an Manipulation interessierte Kreise, zielgerichtet Gefühle erzeugen – zum Beispiel durch Bilder – um damit zu erreichen, dass die Bevölkerung ihre politischen Entscheidungen unterstützt. Wenn die Manipulation die Gesellschaft ergriffen hat, handelt es sich um Ideologie oder Religion.
Politik wird bestimmt durch das, was in den Köpfen der Menschen vorgeht, seien es die Köpfe derjenigen, die die Inhalte vorgeben oder derjenigen, die sie übernehmen. Wenn es sich bei diesen Inhalten um solche handelt, die das – geistige und materielle – Sein der Menschen einschränken, dann müssten nicht Kriege geführt werden, um das ändern, sondern es würde reichen, die Personen zu entlarven, die solche Inhalte propagieren. Wir können daraus ersehen, dass der Betrug am Volk nicht erfolgen kann, ohne ihm diesen schmackhaft zu machen.
Wohin soll es führen, wenn die treibende Kraft der Weltpolitik – bzw. der Weltgeschichte – eine Gruppe mit einer aufspaltenden Ideologie ist? Was ist für sie Geist, das ethisch Gute und Religion: Geist, die intellektuelle Fähigkeit, der Bevölkerung etwas vorzumachen; das ethisch Gute Instrument, diejenigen zu verleumden, über die man Macht anstrebt; Religion, ein geistiger Hokuspokus, der die Machtansprüche der eigenen Gruppe legitimieren soll.
Wodurch fühlt sich diese Gruppe wertvoll? Allgemein gesagt durch etwas, das sie hat und die anderen Menschen nicht haben. Was ist das Wertvolle für sie? Allgemein gesagt, das, was sie hat und die anderen nicht haben. Dadurch ist das Wertvolle nicht etwas, das aus der Würdigung des Menschen und des Kosmos hergeleitet wird, sondern aus einem eingeschränkten, abgegrenzten, aufgespaltenen Sein. Wenn allerdings Angehörige einer Gruppe, die ihren Wert auf Abgrenzung abstützt, nicht stark in ihrem Glauben sind, dass dasjenige, was sie haben und die andern nicht haben, das Wertvolle sei, dann ist die Folge Neid und das Streben, Macht über diejenigen zu gewinnen, auf die sie neidisch sind.
Sich in die US-Neocons – zum Beispiel Victoria Nuland – hineinfühlen
Was sagt man zu folgender Kombination: Sich haushoch über anderen Menschen oder Staaten fühlen und gleichzeitig den masslosen Drang verspüren, in ihr Leben einzugreifen. Man würde meinen, wer sich haushoch über anderen Menschen oder Staaten fühlt, habe einen – geistigen – Inhalt, der haushoch über dem der anderen Menschen oder Staaten steht und seine Hauptbeschäftigung oder Lebensinhalt sei nicht das Eingreifen in das Leben jener, auf die er herabschaut – es sei denn, er habe zu jenen ein Verhältnis wie der Besitzer einer Tierfabrik. Allerdings wird der Besitzer der Tierfabrik gegenüber Geflügel und Schweinen kaum das Gefühl von Häme (Spott und Schadenfreude) haben.